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Max W. Kimmich

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Max Wilhelm ("Axel") Kimmich (* 4. November 1893 in Ulm; † 16. Januar 1980 in Icking am Ammersee) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

1893 - 1933

Er war der Sohn des Kunstmalers, Zeichenlehrers und Autors Prof. Karl Kimmich (* 23.03.1850, † 02.05.1915) und seiner Frau Christine, geb. Autenrieth, und hatte einen älteren Bruder (Karl Kimmich, *14.09.1880, †10.09.1945). Letzterer absolvierte eine Banklehre und war ab 1929 bis zu seinem Tode bei der Deutschen Bank beschäftigt, zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender. Max Kimmich selbst besuchte nach dem Abitur Kadettenschulen in Karlsruhe und Berlin und diente im Ersten Weltkrieg als Berufsoffizier. Nach 1918 studierte er zunächst einige Semester Medízin, ehe er dann Anfang der 1920er Jahre zum Film stieß. Er arbeitete anfangs als Dramaturg und Assistent für die Deutsche Lichtspielgesellschaft in verschiedenen Sparten. Danach war er als Produktionsleiter und Produzent für die Rochus-Gliese-Film AG (ab 1923Europäische Lichtbild AG „Eulag“) tätig. In seiner eigenen Produktionsfirma entstand 1924 der Zweiakter Unter heißer Sonne. Zwischen 1924 und 1929 arbeitete Kimmich auch als Drehbuchautor und Regisseur. Während dieser Zeit (1924-1929) stand er bei der Universal Pictures Corporation in Hollywood unter Vertrag, konnte dort aber nicht dauerhaft Fuß fassen. (Filmtitel aus dieser Zeit sind nicht überliefert). Zurück in Europa, drehte er zunächst mit Viktor Brumlik die tschechisch-deutsche Co-Produktion Kennst du das kleine Haus am Michigan-See?, zu der er auch das Drehbuch schrieb. 1930 komponierte er die Musik zu dem Abenteuerstreifen Wellen der Leidenschaft, seinem ersten Tonfilm. Später verfasste er mit wechselnden Partnern Drehbücher zu Spionage-Filmen wie Unter falscher Flagge (1931/1932), Die unsichtbare Front(1932) oder On Secret Service (1933).

1933 - 1945

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfuhr die Karriere Kimmichs einen steilen Aufschwung - erst recht, nachdem er im Februar 1938 Maria, die jüngste Schwester von Propagandaminister Joseph Goebbels, geheiratet hatte. Er verfasste die Drehbücher zu mehreren Abenteuerfilmen (Der Flüchtling aus Chicago, 1933/1934), zum Teil mit nationalistischem Tenor (Henker, Frauen und Soldaten, 1935) und arbeitete für Regisseure wie Harry Piel und Paul Wegener. Nach einigen Kurzspielfilmen und Assistenzen bekam er 1938 bei der Tobis mit dem Kriminalfilm Der Vierte kommt nicht die erste Spielfilmregie anvertraut, das Drehbuch dazu wurde am 18. März 1939 vom Reichssender Breslau als Hörspiel übertragen. In dieser Zeit wurde Kimmich auch zum Spezialisten für anti-englische Propagandafilme wie dem 1940/1941 gedrehten Mein Leben für Irland. 1942 folgte seine fünfte Langfilm-Regie: Der zwar von der zeitgenössischen (nationalsozialistischen) Kritik hoch gelobte, nach Meinung heutiger Filmkritiker aber eher schwächlich inszenierte Afrika-Streifen Germanin, der die Entwicklung eines Bayer-Medikaments gegen die Schlafkrankheit zeigt, mit ebenfalls anti-britischen Tendenzen. Der 1944 bei der Tobis Wien-Film geplante Film Kleinigkeiten konnte aufgrund des Kriegsendes nicht mehr realisiert werden. Auf Grund der Dreharbeiten zu diesem Film hielt sich Max Kimmich im Frühjahr 1945 in Wien auf, wo er vom Einmarsch der Alliierten überrascht wurde.

1945 - 1980

Nach Kriegsende zog Max W. Kimmich mit der Familie - Anfang 1945 war aus seiner Ehe noch ein Kind entstanden - nach Icking in Oberbayern. Er schrieb in den folgenden Jahren gelegentlich für Hörfunk und Fernsehen, arbeitete als Romanautor und war bis Ende der 50er Jahre auch für den Deutschen Filmring (Defir) in München tätig. Seine Filme Germanin - Die Geschichte einer kolonialen Tat, Mein Leben für Irland und Der Fuchs von Glenarvon wurden von der alliierten Militärzensur zwar zunächst aus den Kinoprogrammen entfernt, erhielten Anfang der 50er Jahre aber trotzdem die FSK-Freigabe der deutschen Filmwirtschaft. 1949 kam zudem sein Film Moskau-Shanghai unter dem Titel Der Weg nach Shanghai in die bundesdeutschen Kinos. Am 16. Januar 1980 starb er im Alter von 86 Jahren in Icking.

Filmographie

Stummfilme

Tonfilme

Weblinks

Quellen

  • Cinegraph: Lexikon zum deutschsprachigen Film. Hrsg. von Hans-Michael Bock. Edition Textkritik. Loseblatt-Ausgabe. 1984ff.
  • Wer ist wer? Bd. 13, 1958
  • Weniger, Kay: Das große Personenlexikon des Films. Bd. 4, 2004
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