Das Fotonexus-Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Marrakesch
Aus Fotonexus.
Marrakech (مراكش hocharabisch: marrākuš, im Dialekt: marrakš – Betonung jeweils auf der zweiten Silbe), bekannt als Perle des Südens, ist eine Stadt im Südwesten Marokkos mit 848.000 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004).
Sie liegt am Fuße des Hohen Atlas und zählt neben Meknes, Fes und Rabat zu den Königsstädten.
Marrakesch ist ein Wort aus der Sprache der Berber und bedeutet möglicherweise Das Land Gottes. Marokko als Bezeichnung für das ganze Land ging aus dem Stadtnamen Marrakesch hervor.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Marrakesch wurde 1062 von Yusuf ibn Taschfin (1009-1106), dem Führer der Almoraviden, einer Berberdynastie, deren Heere später Andalusien eroberten, gegründet. Taschfin eroberte das heutige Nordmarokko und Andalusien und ließ Marrakesch zur Hauptstadt seines Reiches ausbauen. Unter seinem Sohn Ali Ben Youssouf wurde die Stadt erheblich erweitert und die bis heute erhaltene Stadtmauer errichtet. Die Almohaden, eine religiöse Bewegung, die sich unter der Führung Ibn Tumarts gegen die Almoraviden gebildet hatte, eroberten unter dessen Nachfolger Abd el Moumen im 12. Jahrhundert Nordmarokko und schließlich im Jahre 1147 Marrakesch. Sie zerstörten religiöse wie Profanbauten als Symbole der Almoraviden. Unter der Regentschaft der Almohaden wurde die Koutoubia-Moschee errichtet.
Nach bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen um die Macht in Marokko nahmen 1269 die Meriniden Marrakesch ein. Der Sieger Abou Youssouff Yakoubb gab schließlich Marrakesch als Hauptstadt zugunsten von Fes auf. Unter den Saaditen wurde Marrakesch von 1554 an vorübergehend erneut marokkanische Hauptstadt. Unter der nachfolgenden Dynastie der Alaouiten, der auch das heutige Herrscherhaus entstammt, wurde erneut Fes Regierungssitz.
Sehenswürdigkeiten
Auf Grund der Vielzahl architektonisch bedeutender Gebäude, unter anderem der Koutoubia-Moschee aus dem Jahre 1162, der Kasbah aus dem 12. Jahrhundert und der Ben-Jusuf-Medersa aus dem 14. Jahrhundert, wurde die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Hauptattraktion der Stadt ist die Djemaa el Fna (wörtl.: Platz der Geköpften), der weltberühmte mittelalterliche Markt- und Henkersplatz, heute ein lebendiger Ort orientalischer Geschichtenerzähler, Schneckenköche, Schlangenbeschwörer und Gaukler.
In der Neustadt befindet sich der Jardin Majorelle, der durch seine Pflanzenvielfalt und eigentümliche Architektur besticht.
MoroccoMarrakech hostel.jpg
Marrakesch Hostel mit typisch bunten Fliesen |
Marrakesch medersa ben youssouf innenhof.jpg
Medersa Ben Youssouf, Innenhof, 16. Jh.; zeitw. die bedeutendste Koranschule des Maghreb |
Marrakesch menaragärten pavillon.jpg
Menaragärten, Pavillon |
Marrakesch koutoubia moschee minarett.jpg
Minarett der Koutoubia-Moschee, 1158 |
Marrakesch djemaa el fna.jpg
Djemaa el Fna (Platz der Gaukler, Erzähler und Saftpresser) |
Marrakesch djemaa el fna quessabine moschee neben soukeingang.jpg
Qessabin Moschee, Platz Djemaa el Fna, neben Soukeingang |
Wirtschaft
Heute ist Marrakesch Provinzhauptstadt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der über eine Eisenbahn mit dem Atlantikhafen Safi am Atlantik verbunden ist. Wirtschaftlich lebt die Stadt neben dem Handel, der Teppichherstellung und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse vor allem vom Tourismus.
Marrakesch färberviertel.jpg
Färbersouk |
Marrakesch kasbah moschee.jpg
Elkasbah-Moschee, 1185-1190, zuletzt 1970 erneuert |
Marrakesch stadtmauer.jpg
Stadtmauer |
|
Marrakesch medersa ben youssouf innenhoffassade.jpg
Medrasat Ben Youssouf, Innenhoffassade |
Marrakesch saaditengräber innenhof.jpg
Saaditengräber, Innenhof |
Marrakesch saaditengräber .jpg
Saaditengräber |
Marrakesch ruine el bahdi palast.jpg
Ruinen des El Badiaa Palastes |
Stadt-garten marakesch.jpg
Garten, Marrakesch, 2003 |
Söhne und Töchter der Stadt
- Hasna Benhassi, marokkanische Leichtathletin und Olympionikin
- Just Fontaine, ehemaliger französischer Fußballspieler
- Élisabeth Guigou, französische Politikerin
- Mounir al Motassadeq, marokkanischer Staatsbürger, der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung für schuldig befunden
- Mordechai Vanunu, israelischer Ingenieur und Nukleartechniker
- Dominique Mamberti, "Außenminister" des Heiligen Stuhls
Literatur
Weblinks
| Wiktionary: Marrakesch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Marrakesch – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
Koordinaten: 31° 38′ 07′′ N, 8° 00′ 01′′ W
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Marrakesch, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
