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Manipulation

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Der Begriff Manipulation (lat. für Handgriff, Kunstgriff) bedeutet im eigentlichen Sinne „Handhabung“ und wird in der Technik auch so verwendet. Die umgangssprachliche Bedeutung ist jedoch die gezielte und verdeckte Einflussnahme - in psychologischer Hinsicht sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen.

Inhaltsverzeichnis

Von Dingen

Mit Manipulation einer Sache bezeichnet man ganz wertneutral deren Handhabung und ggf. Bearbeitung. Eine Manipulation stellt z. B. das Durchtrennen eines Drahtes bei einer Bombe dar; dies kann sowohl zum Entschärfen, als auch zur unkontrollierten Explosion führen. Auch in der Informatik wird der Begriff der Manipulation verwendet, z. B. wird das Verändern von Daten (von Textdateien bis hin zu Datenbankeinträgen) als Datenmanipulation bezeichnet.

Von Daten

Eine Manipulation von Daten und Diagrammen wird nicht nur als Veränderung, sondern vielmehr als absichtliche Verfälschung des Inhalts von Statistiken betrachtet. Dies kann in Form von Auslassungen, Zusätzen und/oder Auswahl geschehen, meist mit der Intention, eine eigene These zu untermauern oder eine andere zu widerlegen. Gegen Wissenschaftler oder wissenschaftlich Arbeitende gab es immer wieder Vorwürfe, Daten seien im Sinne einer bestimmten Hypothese verändert worden. Gelegentlich, aber nicht immer, konnten solche Manipulationen nachgewiesen werden, was für die Betroffenen in der Regel eine existentielle Katastrophe bedeutete.

Von Menschen

Wer Angst hat oder sich leicht täuschen lässt, ist leicht manipulierbar. Zum Beispiel gibt es Manipulation durch Angst vor etwas Eingeredetem, das jemand uns überzeugend vermittelt hat, das aber nicht der Realität entspricht. Manipulation von Menschen verfolgt Ziele und dient dazu, andere Menschen zu beeinflussen, z. B. hinsichtlich ihres Verhaltens.

Der Begriff der Manipulation ist zumeist negativ besetzt, selbst wenn das Ergebnis positiv ist. Manipulierte Menschen handeln nicht aus eigenen Einsichten oder Überzeugungen, sondern fremdbestimmt. Diese Lenkung durch Beeinflussung von außen erzeugt in der Regel negative Emotionen beim Opfer. Spricht man von einer gewollten Veränderung auch seitens der Zielperson, wird eher von Lernen oder Entwicklung gesprochen. Als Mind-Security kann die organisierte Vorbeugung von Menschen oder Organisationen gegenüber Manipulation bezeichnet werden. Auch Aufklärung und Emanzipation sind gegen verschiedene Arten von Manipulation gerichtet.

Manipulation als alltägliches Beeinflussen

Mitunter wird die These vertreten (unter anderem in der neurolinguistischen Programmierung), dass Menschen einander manipulieren, sobald sie miteinander kommunizieren (Wittgenstein: „Sprache ist Verhexung des Geistes“). Es gibt verschiedene Ausprägungen in Form und Stärke, die minimale Manipulation besteht bereits darin, den anderen zum Zuhören zu bewegen. Dies gilt somit nicht nur auf zielgerichtete Kommunikation, sondern auch für einfache Unterhaltungen. Jeder manipuliert somit jederzeit jeden Anderen, mit dem er zu tun hat (vgl. auch Walther G. Pinecoke). Auch im einfachen Kommunikationsmodell hat der Sender ja eine Absicht, die er erreichen oder sogar durchsetzen will.

Selbst der augenscheinlich Manipulierte sorgt eigentlich erst mit seiner Haltung dafür, dass der Manipulierende sich so verhält. Er manipuliert in diesem Sinne den eigentlich (objektiv/subjektiv) als aktiv gesehenen Manipulator (devot/dominant). Wer Manipulation zulässt, ermöglicht und gestaltet sie mit. (rv)

Auch das Schreiben dieser Erklärung sei demnach ein manipulatives Verhalten des Verfassers, wobei wir davon ausgehen wollen, dass es in guter Absicht geschieht.

Manipulation wäre also eine alltägliche Vorgehensweise und stelle lediglich Beeinflussung dar und sei demnach nicht negativ zu bewerten. Erst der Zweck und die Eindringlichkeit der Manipulation könne eine Wertung ermöglichen.

Befürworter manipulativer Praktiken, z. B. aus den Bereichen Vertrieb, Werbung und Propaganda, halten den Vorwurf von Unfairness und die Gefahr von Machtmissbrauch für vernachlässigbar. Es sei ein Vorurteil, gegen das die Manipulation zu kämpfen hat. Manipulation sei ein natürliches menschliches Verhalten.

Warnung vor Verharmlosung

Demgegenüber wird eingewendet, dass die Wahl der Mittel für eine Wertung bedeutsam ist. Eine Manipulation, die auf gezielter Täuschung beruht, sei problematisch. Im negativen Sinn bedeutet Manipulation z. B. die Verminderung der Willensfreiheit bzw. Kontrolle des Opfers bzw. seitens des Täters eine Wahl unfairer, intransparenter oder täuschender Mittel, welche eine Gegenwehr erschweren. Oft wird negativ von Manipulation gesprochen, sobald sich jemand als Opfer einer Manipulation betrachtet.

Aufgeklärtheit und Unmündigkeit stehen in Bezug auf die Manipulierbarkeit in einem Kontrast zueinander. Die alltägliche Anwendung von Manipulation unterscheidet sich dabei nicht sehr von Formen professioneller Beeinflussung von Menschen. Letztere birgt jedoch die Gefahr von Machtmissbrauch.

In der Zauberkunst

Manipulation gilt als eine Sparte der Zauberei. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass meist unter Einsatz von Fingerfertigkeit mit Gegenständen wie Spielkarten, Bällen, Zigaretten u. ä. so umgegangen wird, dass die Illusion des Erscheinens, Verschwindens und Verwandelns entsteht. Für die Manipulation ist sehr viel Übung notwendig, weshalb diese Sparte in Fachkreisen hoch angesehen ist.

Literatur

  • Gerhard Bliersbach: "Schön, daß Sie hier sind!". Die heimlichen Botschaften der TV-Unterhaltung. Weinheim: Beltz 1990. ISBN 3-407-30529-X
  • Hellmuth Benesch und Walther Schmandt: Manipulation und wie man ihr entkommt. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1981 (Fischer-Taschenbücher 3310) ISBN 3-596-23310-0
  • Vance Oakley Packard: Die geheimen Verführer. Der Griff nach dem Unbewussten in Jedermann. Düsseldorf: ECON-Verlag 1992. ISBN 3-430-17325-6
  • Lydia Lange: Einfluss durch Täuschung. Herbolzheim: Centaurus-Verlag 2006. ISBN 3-8255-0630-4
  • Robert Greene: Power. Die 48 Gesetze der Macht. Dtv 2001. ISBN 978-3423362481
  • Dr. Erich Brendl: "Clever manipulieren. Die Kunst, sich geschickt und erfolgreich durchzusetzen". Gabler, 2. Auflage 2004. ISBN 3-409-21716-9

Zitate

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Quellenangaben
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  • "Keine Emotion beraubt den Geist so vollständig von seinen Möglichkeiten zu handeln und zu denken wie die Angst." Edmund Burke

Siehe auch

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