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Aktuelle Nachrichten und Ereignisse im Mai 2006.
Tagesgeschehen
- Irak: Die beiden deutschen Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke werden nach 14 Wochen Geiselhaft freigelassen. In ersten Interviews äußern sie, die Entführer hätten sie relativ anständig behandelt.
- Israel: Das Parlament stimmt über die neue Regierung Ehud Olmert ab, die 24 Minister umfasst. Da die Koalition 67 der 120 Mandate hält, werden Überraschungen ausgeschlossen.
- Italiens Staatspräsident Ciampi (85) verzichtet auf eine zweite Amtszeit. Damit wird erst sein Mitte Mai zu wählender Nachfolger dem designierten Premierminister Romano Prodi den Regierungsauftrag erteilen können.
- EU/Österreich, Russland, USA: Unter österr. EU-Ratsvorsitz findet in Wien erstmals ein Sicherheitsdialog der 3 Regionen statt. Teilnehmer sind u.a. EU-Justizkommissar Franco Frattinin, US-Justizminister Alberto Gonzales, US-Heimatschutzminister Michael Chertoff und der russische Präsidentenberater Viktor Iwanow. Die Hauptthemen des Gipfeltreffens sind die Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität, des Drogen- und Menschenhandels und der illegalen Migration, sowie die Menschenrechts-Lage im US-Gefangenenlager Guantanamo. Die Vorsitzende, Innenministerin Liese Prokop, kündigt an, dass für ca.April 2007 ein erstes formelles Ministertreffen unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft geplant sei, deren Empfehlungen zuvor auf Expertenebene ausgearbeitet werden. [3]
- England: Bei den Kommunalwahlen verliert die regierende Labourparty massiv (- 319 Mandate) und rutscht mit nur noch 26 Prozent auf den dritten Platz ab. Die Tories (Konservative) unter ihrem neuen Parteichef David Cameron erreichen 40 Prozent der Stimmen (+ 316 Mandate), die Liberalen legen leicht auf 27 Prozent zu.
- London: Als Reaktion auf die Wahlniederlage verfügt Premierminister Tony Blair eine radikale Regierungsumbildung. Insgesamt werden 13 Regierungs- und Parteiposten umbesetzt. Innenminister Charles Clarke wird wegen eines Skandals um unterlassene Abschiebungen straffälliger Ausländer entlassen, Außenminister Jack Straw der neue Labour-Fraktionschef im Parlament. Zahlreiche Labour-Abgeordnete fordern von Blair eine baldige "geordnete Machtübergabe". [4]
- Venus: Die ESA-Raumsonde Venus Express erreicht ihre endgültige Umlaufbahn um den Nachbarplaneten der Erde, die zwischen 250 km und 66.000 km Höhe über die Venuspole verläuft. Die im November 2005 gestattete Sonde ist am 11. April in eine sehr exzentrische Umlaufbahn eingeschwenkt (400 km bis 350.000 km) und schrittweise abgesenkt worden. Sie erforscht die Venus erstmals im infraroten Licht [ESA/Sternenbote].
- München: Der Rockmusiker und Produzent Steve Bender, Sänger der Musikgruppe "Dschinghis Khan" stirbt im 59.Lebensjahr.
- Lateinamerika, Wien: In der österreichischen Hauptstadt beginnt der viertägige Alternativengipfel, den zahlreiche NGOs aus Anlass des EU-Lateinamerika-Gipfels am kommenden Wochenende veranstalten. Es geht vor allem um eine menschlichere Entwicklung des Subkontinents. [6]
- Italien: Im vierten Wahlgang wird Giorgio Napolitano zum 11. italienischen Staatspräsidenten gewählt. Bei den vorangegangenen drei Wahlgängen scheiterte die neue Mitte-links-Mehrheit im Parlament an der Zweidrittel-Klausel, ebenso wie der Kandidat der noch amtierenden Mitte-rechts-Regierung. Napolitano ist Parlamentspräsident und langjähriger KP-Abgeordneter; sein Vorgänger Ciampi hatte Ende April auf eine zweite Amtsperiode verzichtet.
- Deutschland: Der Einsturz der Halle von Bad Reichenhall am 2. Januar ist geklärt, doch hält der TÜV sein Gutachten noch zurück. Es wird spätestens Anfang Juni der Staatsanwaltschaft übergeben.
Gleichzeitig teilt der TÜV mit, dass jede zweite deutsche Halle Mängel aufweisen. Er stellt am Donnerstag in München ein zweistufiges Sicherheitskonzept vor, das neben einer umfassenden Bestandsaufnahme aller etwa 40.000 Hallen ein Betriebshandbuch für Wartung und Instandhaltung der Gebäude vorsieht. [7]
- Java, Indonesien: Der Vulkan Merapi unweit der Millionenstadt Yogyakarta steht vor einem großen Ausbruch. Etwa 17.000 Menschen - die Hälfte der umgebenden Bevölkerung - müssen evakuiert werden. Das sagt Vizepräsident Yusuf Kalla, der auch Chef des Katastrophenschutzes ist, nach einem Besuch in der Region und einem Helikopterflug über den brodelnden Krater und die 600m hohen Rauchwolken. Erste Lavaströme ergießen sich bereits 1500 Meter tief die Bergflanken hinab. Der Merapi zählt unter den 130 aktiven Vulkanen der Erde zu jenen, die am häufigsten ausbrechen. Beim letzten großen Ausbruch 1994 kamen 64 Personen ums Leben. [8]
- Bolivien/EU: Am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels in Wien ruft der bolivianische Präsident Evo Morales Europas Politiker auf, "die dunkle Geschichte aufzuarbeiten", die mit der Kolonisierung Amerikas und der Entrechtung der indigenen Völker verknüpft ist. [9]
- Morales verteidigt die Erdgas-Verstaatlichung und beschuldigt ausländische Konzerne, illegale Verträge mit früheren Regierungen abgeschlossen zu haben. Der ehemalige Koka-Bauer spricht sich für eine staatlich kontrollierte Koka-Produktion aus.
- Die derzeitige EU-Ratsvorsitzende, Außenministerin Ursula Plassnik fordert in diesem Zusammenhang Rechtssicherheit für die wirtschaftlichen Investitionen. [http:/|/www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=231302]
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