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Magnum (Kaliber)

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Bild:357 Magnum 01.jpg
.357 Magnummunition
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.357 Magnum Colt Python revolver

Die Zusatzbezeichnung Magnum bei der Benennung von Patronen für Schusswaffen weist auf eine (meist im Vergleich zu einem Normalkaliber) deutlich gesteigerte Leistung durch eine größere Treibladung mit progressivem Abbrandverhalten hin. Bei sogenannten „Magnumpatronen“ oder „Magnumkalibern“ sind deshalb der Gebrauchsgasdruck, die Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses und die Anfangs-Bewegungsenergie höher als bei vergleichbaren Kalibern. Das führt dazu, dass Waffen für derartige Patronen konstruktiv eingerichtet sein müssen (sie sind im allgemeinen größer und schwerer als für Normalkaliber eingerichtete Modelle) und einem entsprechend verstärkten Beschuss (amtlich von Beschussämtern durchgeführte Gewaltprobe mit Überladung) unterworfen werden.

Magnumpatronen sind für Faustfeuerwaffen, Jagdbüchsenpatronen und seit kurzem in Flinten gebräuchlich.

Aus Faustfeuerwaffen wurden und werden sie vorwiegend in schweren Revolvern verschossen, die aus hoch belastbarem Stahl oder neuerdings Titan gefertigt sind. Erst in jüngerer Vergangenheit haben sich auch halbautomatische Selbstladepistolen wie zum Beispiel das Modell Desert Eagle von Israel Military Industries für bekannte Magnum-Kaliber am Markt etabliert, die aber in Größe und Gewicht stark von normalen Pistolen abweichen. Ihr Vorteil ist ein vergleichsweise langer Lauf (6 bis 14 Zoll) und das hohe Waffengewicht, das den enormen Rückschlag abmildert, sowie die hohe Durchschlagskraft des Geschosses (Geschossenergie an der Mündung ca. 950 Joule bei .357 Magnum und bis zu 1650 Joule bei .44 Magnum). Ihre Verwendung beschränkt sich auf das Sportschießen, den militärischen Einsatz sowie - in seltenen Fällen - auf die in manchen Ländern zulässige Jagd mit Faustfeuerwaffen.

Die bekanntesten Magnumkaliber für Revolver sind .357 Magnum, .41 Magnum und .44 Magnum. Sie alle gehen auf Initiativen des bekannten amerikanischen Schützen und Waffenexperten Elmer Keith in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. In letzter Zeit sind noch weitere Magnumkaliber hinzugekommen, wie z. B. .454 Casull, .480 Ruger, .500 S&W Magnum, .500 Wyoming Express, .475 Linebaugh, .500 Linebaugh Maximum und weitere.

Revolver in den Kalibern .357 und .44 bieten den Vorteil, dass aus ihnen auch die weit verbreiteten, leistungsschwächeren Patronen .38 Special bzw. .44 Special (teilweise teurer als .44 Magnum) verschossen werden können. Umgekehrt darf dies keinesfalls passieren: Beim Verschießen einer .357 Magnum-Patrone aus einem .38er Revolver besteht schon beim ersten Schuss die Gefahr einer Waffensprengung mit lebensgefährlichen Verletzungen für den Schützen und Zuschauer, da die Waffenbauteile nicht für den bei .357-Magnum-Patronen entstehenden Gasdruck ausgelegt sind. Um solche Verwechslungen auszuschließen, ist die Patronenhülse von .357-Magnum-Patronen etwa 3 mm länger, was beim Laden eines .38-Special-Revolvers mit .357-Magnum-Patronen bewirkt, dass die Patrone nicht ins Patronenlager passt und um drei Millimeter hervorsteht. Ein Einschwenken und Drehen der fehlgeladenen Trommel ist auf diese Weise wegen der aus ihr herausragenden Patronen nicht möglich.

Bei Gewehrpatronen werden vor allem Spezial-Kaliber für die Hoch- und Großwildjagd mit dem Zusatz Magnum gekennzeichnet, z. B. .300 Winchester Magnum, .375 Holland&Holland Magnum, .458 Winchester Magnum. Der amerikanische Konstrukteur und Unternehmer Roy Weatherby hat eine ganze Waffen- und Patronenfamilie am Markt etabliert, die kompromisslos auf ballistische Höchstleistung – bis hin zur .460 Weatherby Magnum – ausgelegt sind. Ihr Einsatz bei der Polizei von Chicago, die eine Waffe zum Gegenschlag gegen die langsam aufkommenden Maschinenpistolen mit Trommelmagazin der Mafia benötigte, machte sie weltberühmt.

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