Das Fotonexus-Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Maar

Aus Fotonexus.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Maar genannten Kraterseen. Für andere Definitionen siehe Maar (Begriffsklärung)
Bild:Maare.jpg
Drei Dauner Maare

Ein Maar (von lateinisch mare n. „die See“, „das Meer“) ist eine kraterförmige Vertiefung, die durch vulkanische Gasexplosionen, sog. phreatomagmatische Explosionen entstand. Der Trierer Geologe und Gymnasiallehrer Johannes Steininger (17941878) griff diesen Mundartnamen aus dem Dauner Raum als erster auf und wandte ihn entsprechend an (ein mit Wasser gefüllter Vulkantrichter). Später ging dieser Begriff in die internationale Fachsprache ein. Die Ableitung vom lat. mare ist naheliegend.

Maare sind meistens kreisförmig oder oval, die Mulde des Maars kann flach oder trichterförmig (kraterförmig) sein. Man unterscheidet wassergefüllte Maarseen und Trockenmaare. Beide sind typisch für die Vulkaneifel. Daneben weist auch die Schwäbische Alb Maare auf, wie das Trockenmaar Randecker Maar. Weitere Maare außerhalb Europas finden sich in den USA (Alaska, New Mexico).


Inhaltsverzeichnis

Maarseen

Bild:WeinfelderMaar.jpg
Weinfelder Maar
Bild:SchalkenmehrenerMaar.jpg
Schalkenmehrener Maar

Ein Maarsee ist ein mit (Grund-)Wasser gefüllter Maarkessel. Die Maarseen füllen meist die trichterförmige und runde Hohlform der Explosionstrichter aus, die bei einer phreatomagmatischen Explosion entstehen, wenn kaltes Wasser auf heiße Gesteinsschmelze (Magma) trifft. Dies war während des Tertiärs und Quartärs in der Eifel sehr häufig der Fall.

Bekannte (und einzige wassergefüllte) Maare sind:

  • Pulvermaar bei Gillenfeld
    Das Pulvermaar ist kreisrund mit steilen trichterförmigen Wänden. Nach dem Bodensee und den Voralpenseen ist das Pulvermaar der tiefste natürliche See Deutschlands: Man schätzt, dass das Pulvermaar ursprünglich eine Tiefe von 200 m hatte. Sein Ringwall soll eine Höhe von 50 m gehabt haben. Heute ist das Pulvermaar noch 70 m tief und hat einen Durchmesser von 1 km.
  • Laacher See bei Maria Laach
    Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist er kein Maar im eigentlichen Sinne. Es handelt sich hierbei um einen See, der im ehemaligen Einbruchkrater, der Caldera des Laacher Vulkans, entstanden ist. Er ist der einzige Calderasee Mitteleuropas; Krater: 1960 m x 1184 m; 53 m tief.

Trockenmaare

Ein Trockenmaar ist ein mit Sediment aufgefüllter (verlandeter), so zum Beispiel das Eckfelder Maar, ein angelandeter oder trockengelegter Maarsee. Die in diesen Maaren vorgefundenen Sedimente geben mittels der Sedimentologie (Lehre von den Ablagerungen) für die Klimaforschung oft Einblicke in die klimatische Vergangenheit der Erde. Bei Steffeln soll in den nächsten Jahren ein in den letzten Jahrhunderten trockengelegtes Maar (die "Steffelner Laach", auch "Laach Maar" genannt (Laach = See, Teich)) wieder zu einer Seefläche werden.

Nach schneereichen Wintern und starken Regenfällen füllen sich manche Trockenmaare partiell und temporär mit Wasser.

  • Mosbrucher Weiher (4 km südöstlich von Kelberg); Durchmesser der oberen Umrandung: ca. 1500 m); Quellort des Uessbaches;
  • Booser Doppelmaar (westlich von Boos (nahe Kelberg))
  • Dreiser Weiher (westlich von Dreis-Brück (nördlich von Daun); mit 1350 m x 1200 m der zweitgrößte Eifelmaarkrater; Trockenlegung um 1800)
  • Dürres Maar (südwestlich von Gillenfeld)
  • Duppacher Weiher (bei Duppach nordwestlich von Gerolstein)
  • Geeser Maar (östlich von Gerolstein, nördlich des Stadtteils Gees)
  • Eigelbacher Maar (bei Kopp, Kreis Daun); Maarkessel: ca. 1200 m x 1200 m
  • Hitsche Maar (nordwestlich vom Dürren Maar, kleinstes Eifelmaar (Ø = 60 m))
  • Immerather Risch (das; mnd. "risch" = Röhricht), nördlich des Immerather Maares
  • Papenkaule (Trockenkrater), Hagelskaule (Ausbruchstelle) und Gerolsteiner Maar (Trockenmaar), nordöstlich von Gerolstein
  • Schalkenmehrener Maar Ost
  • Steffelner Laach oder Laach Maar bei Steffeln
  • Strohner Maarchen (südlich des Pulvermaares; kein Maar, sondern Schlackenschlot des Römerberges)
  • Walsdorfer Maar (Schilierwiese) im Süden von Walsdorf; Maarkessel: ca. 1150 m x 1000 m

Literatur

  • D´hein: Natur- und Kulturführer Vulkanland Eifel. Mit 26 Stationen der "Deutschen Vulkanstraße". Gaasterland Verlag Düsseldorf 2006, ISBN 3-935873-15-8

Weblinks

[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/fotonexus/w/images/c/ca/Wikipedia_lexikon3e.jpg': No such file or directory.
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Maar, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge