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Münchner Neueste Nachrichten
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Die Zeitung Münchner Neueste Nachrichten war zeitweise eine der auflagenstärksten Tageszeitungen im Deutschen Reich. Sie erschien von 1848 bis 1945. Die Süddeutsche Zeitung setzte nach 1945 ihre Tradition fort.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Zeitung erschien seit 1848. Sie gehörte zum Knorr & Hirth Verlag, der sich im Mehrheitsbesitz der Industriellenfamilie Haniel (Gutehoffnungshütte-Konzern) befand. Während des Kaiserreichs war sie unter der Leitung von Georg Hirth eines der führenden liberalen Blätter der Zeit, seit Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahm sie deutlich konservativere Konturen an.
Seit dem 9. April 1919 war sie für kurze Zeit Organ des Revolutionären Zentralrates der Münchener Räterepublik.[1]
1923 unterstützte sie den diktatorisch regierenden bayerischen Generalstaatskommissar Gustav von Kahr und bekämpfte Reichkanzler Gustav Stresemann.[2] Sie blieb dann bis in die 30er Jahre katholisch-monarchistisch orientiert, obwohl die Bestrebungen der Konzernleitung um Paul Reusch dahin gingen, die Zeitung auf Tolerierungskurs gegenüber der NSDAP zu bringen. Dies scheiterte am harten Widerstand der Redaktion.
Aus diesem Grunde war die Zeitung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sogleich massivem Druck ausgesetzt: Schon im März 1933 kamen der Chefredakteur Fritz Büchner sowie der Ressortleiter Innenpolitik, Erwein Freiherr von Aretin in sogenannte Schutzhaft. Reichsführer SS Heinrich Himmler, der seinerzeit Chef der bayerischen Politischen Polizei war, setzte einen im Verlag angestellten SS-Sturmbannführer, Leo F. Hausleitner, als Geschäftsführer ein, der sogleich etwa 50 „politisch unzuverlässige“ Mitarbeiter entließ, darunter auch Eugen Roth. Weiter wurde auf Hausleitners Intervention Giselher Wirsing zum Ressortleiter für Innenpolitik. 1935 übernahm der von Max Amann geleitete Naziverlag Franz Eher Nachf. den Verlag Knorr & Hirth und damit die Kontrolle über die Zeitung. Zum 1. November 1938 wurde Wirsing Hauptschriftleiter.
Im Februar 1945 stellte sie ihr Erscheinen ein. Die nach Kriegsende am 6. Oktober 1945 unter Lizenz Nr. 1 der Nachrichtenkontrolle der Militärregierung erschienene Süddeutsche Zeitung (SZ) sieht sich selbst in der Nachfolge der Münchner Neuesten Nachrichten. Der Titel wurde von der SZ für ihren Lokalteil übernommen.
Rubrik Schachzeitung
Geschätzt wird diese Zeitung noch heute von Schachhistorikern wegen ihrer Rubrik Schachzeitung.
Bis Oktober 1905 war Rechtsanwalt Straßl verantwortlich für die Schachrubrik. Ihm folgte E. von Parish, und ab September 1910 übernahm Oberstleutnant Kirschner die Redaktion. Bis 1914 lieferte Spielmann sehr viele Beiträge, der auf diese Weise die Schachrubrik faktisch dominierte. Mitte 1915 übernahm Tarrasch die Leitung. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Schachnachrichten eingeschränkt. Von Juli bis November 1914 gab es diese Rubrik überhaupt nicht mehr, danach erschienen bis Mitte 1918 nur regionale Beiträge und Problem- und Studienaufgaben.
Literatur
- Münchner Neueste Nachrichten und Handelszeitung, Alpine und Sport-Zeitung, Theater- und Kunst-Chronik. Jg. 72, Nr 92; Dienstag, 25. Februar 1919. Erscheint unter der Zensur des Zentralrats. München: Knorr & Hirth, 1919, 5 S.
- 75 Jahre Münchner Neueste Nachrichten. Hrsg. von Friedrich Trefz, 1922, 184 S.
- Kurt Koszyk: Paul Reusch und die "Münchner Neuesten Nachrichten". Zum Problem Industrie und Presse in der Endphase der Weimarer Republik, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 20 (1972), 75-103.
Weblinks
Quellen
- ↑ Münchner Neueste Nachrichten. In: Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus
- ↑ Artikel "Münchner Neueste Nachrichten" im Historischen Lexikon Bayerns
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