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Mülheimer Brücke

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Die Mülheimer Brücke ist eine Hängebrücke über den Rhein und verbindet die Kölner Stadtteile Mülheim und Riehl. Sie wurde als erste Brücke im Kölner Brückengrün gestrichen.

Inhaltsverzeichnis

Die erste Mülheimer Brücke (1927–1944)

Mülheim war zuvor durch eine Schiffbrücke - ähnlich der Deutzer Schiffbrücke - mit dem linksrheinischen Ufer verbunden.

Die Stadt Köln hatte sich mit dem Eingemeindungvertrag mit der Stadt Mülheim am 1. April 1914 zum Bau einer festen Brücke verpflichtet. Aufgrund des Ersten Weltkrieges und der Inflationszeit wurden erste Schritte zur Realisierung erst sehr viel später unternommen.

Vorgeschichte

Ein Ausschuss unter dem Vorsitz von Hans Böckler und eine von ihm eingesetzte Jury hatten für das Bauprojekt den Vorschlag der Firma Krupp, eine monumentale Bogenbrücke, ausgewählt. Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer plädierte jedoch für eine schlankere Hängebrücke mit Tragseilen des Köln-Mülheimer Carlswerk von Felten&Guilleaume, deren Direktor wie Adenauer zur Zentrumsfraktion im Stadtparlament von Köln gehörte. Da Adenauer für diesen Vorschlag auf keine ausreichende Unterstützung aus den eigenen Reihen zurückgreifen konnte, überzeugte er die politisch gegnerische KPD-Fraktion von der Qualität des Hängebrückenmodells. Legendär und nicht belegbar ist, dass er den Kommunisten eines ihrer Argumente, in Leningrad gäbe es keine einzige Bogenbrücke, eingeredet habe [1]. Der „Kölner Brückenstreit“ gipfelte am 28. April 1927 in einer 43/36 Ratsmehrheit für die Hängebrücke.

Planung und Bau

Am 19. Mai 1927 wurde mit dem Bau begonnen. Am 20. Juni 1927 wurde die Mülheimer Schiffsbrücke geschlossen und abgebaut.

Die fertiggestellte Brücke eröffnete am 13. Oktober 1929 der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer. Schon damals wurde die Brücke vom öffentlichen Schienennahverkehr genutzt.

Konstruktion

Die Brücke wurde als "unechte" Kabelhängebrücke ausgeführt. Dabei wurden die Zugkräfte der Tragseile vom versteiften Fahrbahnträger als Druckkräfte aufgenommen. Somit konnten schwere Erdanker vermieden werden, die man damals im Kölner Baugrund als nicht ausführbar betrachtete. Auf Bildern ist diese Bauweise der ersten Mülheimer Brücke daran zu erkennen, dass die Flanken stumpf gegen die Pylone laufen.

Im Zweiten Weltkrieg 14. Oktober 1944 mittags wurde diese erste Mülheimer Brücke durch einen Luftangriff zerstört. Dabei wurden durch die inneren Kräfte dieser Bauweise auch die Pylone umgeknickt.

Daten

  • Lage: Stromkilometer 691,9
  • Gewicht: 14.800 Tonnen
  • Spannweite: 315 Meter
  • Länge: 708,29 m
  • Fahrbahnbreite: 17,20 Meter
  • Rad- und Fußwege: 2 x 5 Meter
  • Kosten: rd 10 Mio. RM

Die Nachkriegsbrücke (seit 1951)

Bild:P20060318 172045 001.jpg
Das Kennzeichen der neuen Mülheimer Brücke: Die Fußwege sind um die Pylone geführt

Der Neubau der Mülheimer Brücke wurde nach einem Entwurf des Kölner Architekten Wilhelm Riphahn unter der technischen Beratung von Fritz Leonhardt am 13. Oktober 1949 begonnen. Die Einweihung erfolgte am 8. September 1951 in Anwesenheit von Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Konstruktion

Die neue Brücke nutzt die Pfeiler der Vorgängerbrücke und gleicht der Vorgängerbrücke optisch. Allerdings wurde sie als „Echte“ Hängebrücke konstruiert, d.h. für die neue Brücke wurde die Erdverankerung der Seile gewählt. So konnte der Brückenkörper leichter und schlanker als Orthotrope Platte ausgelegt werden. Im Unterschied zur Vorgängerbrücke stehen jetzt die Pylone neben dem Fahrbahnträger.

Erweiterung

1976/77 erfolgte der Umbau der Brückenfahrbahnen mit separatem Stadtbahn-Gleiskörper.

Daten

  • Lage: Stromkilometer 691,9
  • Gewicht: 5780 Tonnen
  • Spannweite: 315 Meter
  • Länge: 708,29 m
  • Breite: 27,20 Meter
  • Kosten: 12,2 Mio. DM

Literatur

  • Helmut Signon: Brücken in Köln am Rhein. Erste Auflage. Verlag J.P. Bachem, Köln 1966
  • Stadtkonservator Köln: Köln: 85 Jahre Denkmalschutz und Denkmalpflege, 1912-1997. Teil 2: Texte von 1980 bis 1997. J.P. Bachem, Köln 1998, ISBN 3-7616-1388-1

Weblinks

Quellen

  1. Ulrich Borsdorf: Hans Böckler – eine historische Leitfigur der deutschen Gewerkschaften? Vortrag bei einer Veranstaltung des "Gesprächskreises Geschichte" der Friedrich-Ebert-Stiftung am 20. Februar 2001 anlässlich des 50. Todestages von Hans Böckler; [1]

Koordinaten: 50° 57' 51.59" N 6° 59' 43.04" O

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