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Lucas Cranach der Ältere

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Bild:Lucas Cranach d. Ä. 063.jpg
Selbstbildnis von 1550

Lucas Cranach der Ältere (* 1472 in Kronach, Oberfranken; † 16. Oktober 1553 in Weimar) war ein deutscher Maler und Grafiker der Renaissance.

Inhaltsverzeichnis

Cranachs Leben

Bild:Kronach06.jpg
Die oberfränkische Stadt Kronach, in der Lucas Cranach d.Ä. 1472 geboren wurde. (Foto: Stefan Wicklein 2006)

Lucas Cranach war der Sohn des Kronacher Malers Hans Maler. Erst später benannte er sich nach seinem Geburtsort Kronach, das damals Cranach hieß, und seine Nachkommen trugen diesen Namen weiter (heute führen seine Nachfahren die Namen Göpfert und Haussen). Auch erscheinen in verschiedenen Urkunden die Namen Moler, Moller etc.; diese Namensanführung ist jedoch auf seine ausgeführte Tätigkeit als Maler zurückzuführen. Eben als Meister Moler oder auch Maler. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er durch seinen Vater, der als Maler seinen Kindern sein Wissen weitergab.

Mit 29 Jahren ging Cranach 1501 nach Wien und blieb dort bis 1504. 1505 erscheint er in den Urkunden der Stadt Wittenberg erstmals und bekam eine Anstellung als Hofmaler bei Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen. Bereits gegen Ende seines Wiener Aufenthalts signiert Cranach seine Bilder mit Lucas Cranach (= Lucas (aus) Kronach).

Mit Wirkung vom 6. Januar 1508 wurde Cranach durch seinen Dienstherrn ein Emblem mit geflügelter Schlange als Familienwappen verliehen. Wahrscheinlich 1512 heiratete Cranach Barbara Brengebier († 25. Dezember 1540), eine Tochter von Jobst Brengebier, dem Bürgermeister von Gotha.

Sie hatten folgende Kinder:

  • Hans (* um 1512; † 1537)
  • Barbara (Lebensdaten unbekannt), verheiratet mit Christian Brück
  • Ursula (Lebensdaten unbekannt), erste Heirat am 3. Mai 1537 (Ehemann unbekannt) und zweite Heirat 1544 mit Georg Dasch
  • Anna (* unbekannt; † 30. Juni 1577), verheiratet mit Caspar Pfreund
  • Lucas jun. (* 1515; † 1586)

Er gelangte erstmalig in der Amtsperiode 1519/1520 in den Ratsstuhl von Wittenberg als Kämmerer und übte dieses Amt ebenfalls in den Amtsperioden 1522/1523, 1525/1526, 1531/1532 und 1534/1535 aus. Des Weiteren gehörte er dem Rat als Mitglied in der Amtsperiode 1528/1529 an. In den Amtsperioden 1537/1538, 1540/1541 und 1543/1544 stand er als Bürgermeister an der Spitze des Wittenberger Gemeinwesens und übte das Amt des Beisitzers eines Bürgermeisters als Altbürgermeister 1538/1539, 1541/1542 und 1544/1545 aus.

Mit Wirkung vom 6. Dezember 1520 wurde Cranach durch seinen Dienstherrn ein Apothekenprivileg verliehen. Er betrieb in Folge die einzige Apotheke der Stadt. Das Privileg erlaubte ihm einen einträglichen Handel mit wertvollen Waren wie Gewürzen, Zucker, Konfekt, Wein und gefärbtem Wachs. Weiterhin betrieb der geschäftstüchtige Cranach auch eine Druckerei und eine Papierhandlung.

In Wittenberg schloss er Freundschaft mit Philipp Melanchthon und Martin Luther. Bei letzterem fungierte er am 13. Juni 1525 zusammen mit seiner Ehefrau als Trauzeuge bei dessen Heirat mit Katharina von Bora.

1550 folgte Cranach seinem Dienstherrn Herzog Johann Friedrich dem Großmütigen in die Gefangenschaft nach Augsburg.

Im Alter von 81 Jahren starb Lucas Cranach der Ältere am 16. Oktober 1553 in Weimar. Seine letzte Ruhestätte fand er dort auf dem Jakobsfriedhof.

Werke

Zirka 5.000 Gemälde wurden vom Künstler und seiner Werkstatt geschaffen, wovon noch etwa 1.000 existieren. Die Anzahl von Grafiken ist unbekannt, einige von ihnen sind in der Anhaltischen Gemäldegalerie in Dessau zu bewundern. Daher kann auch hier nur ein unvollständiger Überblick des künstlerischen Schaffens erfolgen.

1500-1509

1510-1519

1520-1529

1530-1539

1540-1549

1550-Ende

Gedenkstätten

Bild:Cranachdenkmal-WB.jpg
Einweihung des Cranachdenkmals am 27. November 2005

Literatur

  • Paul Gottlieb Kettner, Das Raths-Collegio der Chur-Stadt Wittenberg, Wolfenbüttel 1734.
  • Nikolaus Müller, Die Funde in den Turmknäufen zu Wittenberg, Magdeburg 1912.
  • Peter Moser, Lucas Cranach – Sein Leben, seine Welt und seine Bilder, Bamberg 2004, ISBN 3-933469-14-7.
  • Werner Schade, Die Malerfamilie Cranach, Dresden 1974.
  • Hans Düfel, Cranach, Lucas der Ältere und der Jüngere, in: Theologische Realenzyklopädie 8 (1981), S. 218-225.
  • Ernst Ullmann, Geschichte der deutschen Kunst 1470-1550, Leipzig 1985.
  • Lexikon der Renaissance, Leipzig 1989, ISBN 3-323-00268-7.
  • Heinrich Kühne, Jutta Strehle, Lucas Cranach der Ältere in Wittenberg, 1993 ISBN 3-9803358-4-4.
  • Claus Grimm, Johannes Erichsen, Evamaria Brockhoff, Lucas Cranach. Ein Maler-Unternehmer aus Franken, Augsburg 1994, ISBN 3-927233-33-1.
  • Edgar Bierende, Lucas Cranach d. Ä. und der deutsche Humanismus. Tafelmalerei im Kontext von Rhetorik, Chroniken und Fürstenspiegeln, München 2002.
  • Richard Muther, Lucas Cranach, ABOD 2006, ISBN 3-8341-0175-3.

Weblinks

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