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Lorenzo Ghiberti

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Lorenzo Ghiberti

Lorenzo Ghiberti (* um 1378 in Pelago; † 1. Dezember 1455 in Florenz) war italienischer Goldschmied, Erzgießer und Bildhauer. Sein berühmtestes Werk ist die von Michelangelo so genannte Paradiespforte am Baptisterium der Kathedrale von Florenz (Dom Santa Maria del Fiore).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ghiberti ging bei einem Stiefvater, dem Goldschmied Bartolo Ghiberti in die Lehre und lernte parallel dazu auch die Malerei. Es ist nachgewiesen, dass Ghiberti 1400 vor der Pest nach Rimini floh und dort u.a. für Pandolfo Malatesta arbeitete.

Im darauffolgenden Jahr ging er nach Florenz und bewarb sich mit einer Probe seines Könnens (Das Opfer Isaaks) um einen Auftrag am Dom Santa Maria del Fiore. Unter fünf Mitbewerbern – u.a. Jacopo della Quercia und Filippo Brunelleschi – wurde er ausgewählt, die nördliche Bronzetür am Baptisterium des Domes zu fertigen. Erst 23 Jahre später war das Kunstwerk fertig, an dessen Ausführung die geschicktesten Bildhauer und Goldschmiede Italiens mitgewirkt hatten. Die 10 Hauptfelder der Türe enthalten Darstellungen aus dem Neuen Testament; neben den vier Evangelisten und vier Kirchenlehrern ist die Türe durch reichhaltiges Ornament geschmückt.

Außerdem schuf Ghiberti um 1414 für Nischen an der Kirche Or San Michele die Bronzestatuen Johannes des Täufers und in den Jahren 1419 bis 1422 die des Matthäus und des heiligen Stephanus. Aus jener Zeit stammen auch die Bronzereliefs für das Taufbecken von San Giovanni in Siena mit der Taufe Christi und Johannes vor Herodes (1427), sowie die Grabmäler des Leonardo Dati in Santa Maria Novella und des Ludovico degli Albizzi in Santa Croce zu Florenz.

Als Architekt wirkte Ghiberti um 1420 zusammen mit Filippo Brunelleschi als zweiter Kuppelbaumeister in Florenz. Bald nach Beendigung der ersten Bronzetür (1424) erhielt er den Auftrag zu einer zweiten. Noch im selben Jahr begann er diese Arbeit; nach seinem Tod führte sein Sohn Vittorio sie weiter und vollendete sie 1452. Dieses Kunstwerk lobte Michelangelo mit den Worten „... sie sei würdig, die Pforte des Paradieses zu schmücken“. In zehn Feldern werden Szenen aus dem Alten Testament dargestellt, eingerahmt von reicher Ornamentik mit zahlreichen Figuren und Köpfen. Unten hat Ghiberti neben seinem Sohn auch sich selbst dargestellt.

Als Bronzegießer fertigte Ghiberti 1428 u.a. den Reliquienschrein des heiligen Hyazinth und um 1440 den mit Reliefs verzierten Sarkophag des heiligen Zenobius für den Dom Santa Maria del Fiore zu Florenz. Neben zwei kleinen Glocken für die Sakristei, welche Ghiberti 1445 fertigte, zeichnete er auch Entwürfe für dessen Glasfenster. Für den Dom von Arezzo schuf er ebenfalls mehrere Glasfenster.

Im Alter von fast 70 Jahren starb Lorenzo Ghiberti am 1. Dezember 1455 in Florenz.

Lorenzo Ghibertis Werk

Das Frühwerk Ghibertis steht noch stark im Schatten Pisanis, was sehr deutlich am Faltenwurf seiner Figuren zu sehen ist. Je mehr Ghiberti jedoch seinen eigenen Stil fand, desto mehr lehnte er sich an die Antike an. Die Florentiner Realisten, u.a. Donatello werden nachgeahmt, doch allein schon durch die Komposition seiner Werke, eingebunden in lange unübertroffene Ornamentik, sehr bald übertroffen. In seinem Streben, das Relief von andeutender Darstellung zu befreien, ging Ghiberti über die Grenzen des plastischen Stils hinaus und wandte sich zu vollkommen malerischer Behandlung und Wirkung hin.

Ghiberti war auch schriftstellerisch tätig; die meisten Manuskripte finden sich heute im Nationalarchiv in Rom. Heute noch teilweise interessant sind seine Bemerkungen über seine Künstlerkollegen und sich selbst.

Literatur

  • Lorenzo Ghiberti: Commentarii. Giunti, Florenz 1998. ISBN 88-09-21280-0
  • Ernst A. Hagen: Künstler-Geschichten. Roman. 4 Bde. Brockhaus, Leipzig 1833, 1840, 1861 (ein Roman, auf dem das Werk Vasaris aufbaut)
  • Julius von Schlosser: Leben und Meinungen des florentinischen Bildners Lorenzo Ghiberti. Holbein, Basel 1941, Prestel, München 1941.
  • Julius Schlosser (1866-1938): Künstlerproblem der Frührenaissance. Bd. 2. Hölder-Pichler-Tempsky, Wien - Leipzig 1934.
  • Amy R. Bloch: The sculpture of Lorenzo Ghiberti and ritual performance in Renaissance. University Press, New Brunswick N.J. 2003, University Microfiche 2004.
  • Alexander Perrig: Lorenzo Ghiberti, die Paradiestür. Warum ein Künstler den Rahmen sprengt. Fischer, Frankfurt/M. 1990. ISBN 3-596-23925-7

Weblinks

Bild:Meyerskonvlexikon.jpg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel soweit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.


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