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Lomonossow

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die russische Stadt Lomonossow. Für weitere Bedeutungen siehe Lomonossow (Begriffsklärung).

Lomonossow (russisch Ломоносов), bis 1948 Oranienbaum ist eine Stadt in Russland. Im Wappen führt die Stadt einen Orangenbaum.

Oranienbaum wurden die Stadtrechte im Jahr 1780 verliehen. Bis zum Jahr 1998 war sie eine selbständige Stadt, wurde dann aber zusammen mit anderen Vororten unter die städtische Verwaltung von Sankt Petersburg gestellt. Im Jahr 1992 hatte Lomonossow 42.000 Einwohner, Anfang 2004 gab es 37.300 Einwohner im städtischen Rajon von Sankt Petersburg.

Das Ensemble aus Schlössern, Pavillons, einem Schlosspark sowie der historischen Altstadt wurde 1990 von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Oranienbaum entstand 1710 mit der Errichtung des Palastes und Parkkomplexes für Fürst Menschikow, einen engen Berater Peters des Großen und ersten Generalgouverneur von Sankt Petersburg. Es heißt, dass Menschikow die Ansiedlung nach den in der Orangerie des Schlosses gezüchteten Orangenbäumen benannte.

Die zahlreichen Paläste und Parks von Oranienbaum dienten bis 1917 als Sommerresidenzen der königlichen Familie und des Adels. Zuletzt gehörte es den Herzögen von Mecklenburg-Strelitz. Auch Kaiserin Katharina II. (die Große), die aus Deutschland stammte, hatte dort eine Sommerresidenz, den Chinesischen Palast. Das Innere und das Äußere sind von ausgesuchter Schönheit. Die Palastgebäude bieten eine sehr seltene Sammlung handwerklicher Kunst des 18. Jahrhunderts, darunter russisches Porzellan und Meißner Porzellan, erlesenes Mobiliar und Emaillearbeiten. Katharina die Große holte zahlreiche Deutsche, auch aus Hessen, als Kolonisten in ihr neues Heimatland. Sie wurden zunächst in Oranienbaum in Kasernen untergebracht und dann auf ganz Russland verteilt. Einige durften im Sankt Petersburger Gebiet bleiben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lomonossow von den sowjetischen Truppen gegen die deutsche Wehrmacht gehalten und die Kunstschätze der Stadt blieben vor der Zer­störung bewahrt. 1948 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen nach dem Gelehrten Michail Wassiljewitsch Lomonossow.

Nach dem Kriege war Lomonossow durch seine maritimen Militäranlagen bis zur Perestroika von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 500 Kleinbetriebe und einige wenige größere haben sich angesiedelt.

Städtepartnerschaften

Lomonossow unterhält mehrere offizielle Partnerschaften, unter anderem mit Oberursel, zwei amerika­nischen Städten (Framingham im Bundesstaat Massachusetts und Anacortes im Bundesstaat Washington), sowie Mariehamn in Finnland. Die Städtepartnerschaften mit Deutschland und USA wurden auf private Initiative durch den Verein "Kalinka" aufgebaut, der sich 1993 offiziell formierte. Die Partnerschaftsarbeit mit den Menschen findet vorwiegend zwischen den Vereinen statt. Das besondere Interesse aber gilt Deutschland. Viele Bürger lernen Deutsch und an den Schulen ist Deutsch nach Englisch die wichtigste Fremd­sprache. Zwischen den Partnerstädten Oberursel und Lomonossow finden regelmäßig Bürgerfahrten statt. Es existiert seit 2004 eine und im Juni 2005 mit einem Ehrenpreis der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnete private Praktikumsinitiative, die jungen russischen Studenten einen Praktikumaufenthalt in Oberursel und Umgebung ermöglicht.

Transport

Nach Sankt Petersburg gibt es direkte Flugverbindungen zum internationalen Teil des Flughafens Pulkowo (Пулково) von mehreren europäischen Flughäfen. Lomonossow selbst kann dann mit der Eisenbahn aus Sankt Petersburg heraus vom Baltischen Bahnhof (Балтийский вокзал) Richtung Oranienbaum (Ораниенбаум) oder mit den Kleinbussen (маршрутка) 300 und 424-A von der Metro-Station Awtowо (Автово) erreicht werden. Die Fahrzeit beträgt ca. 45-60 Minuten, je nach Tageszeit.

Söhne und Töchter der Stadt

Berühmtester Sohn der Stadt ist der Komponist Igor Strawinski. Berühmte Künstler, Schriftsteller und Komponisten wie Nekrassow, Schischkin und Mussorgski wohnten und arbeiteten hier. Häufige Besucher waren Djuma, Puschkin, Saltykow-Schtschedrin und Turgenew.

Literatur

  • Juri Kalinin: Deutsche in Oranienbaum, St. Petersburg, 2006.
  • Н.Н. Пивнева: Прогулки по Ораниенбауму. Сборник работ участников конкурса "Мир красочный, поющий и звенящий...". Вып. 1. - СПб.: ВВМ, 2004. - 87 с. (N. N. Piwnewa: Spaziergänge durch Oranienbaum. Eine Auswahl von Arbeiten aus dem Wettbewerb "...". St.-Petersburg: 2004. - 87 S.)
  • Natalja Popova, Abram Raskin: Vororte Sankt Petersburgs. St.-Petersburg, 2003.

Weblinks

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Koordinaten: 59° 55′ 3" n. Br., 29° 46′ 7" ö. L.

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