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Lockheed L-1011 TriStar

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Die L-1011 TriStar (ausgesprochen "ten-eleven") ist ein Großraumflugzeug, gebaut von den Lockheed-Werken in den Jahren 1970 bis 1983. Ausgestattet ist die TriStar mit drei Turbofan-Triebwerken (zwei unter den Tragflächen und einem im Heck am Ansatz der Schwanzflosse) des Typs RB.211 des britischen Herstellers Rolls Royce. Dreistrahler wurden vor der Entwicklung von ETOPS-Strahltriebwerken auf Strecken eingesetzt, die für vierstrahlige Maschinen unrentabel waren. Für die TriStar in ihren Erstversionen waren dies Mittelstreckenflüge, besonders innerhalb der USA. Ihre Hauptabnehmer waren große US-Fluggesellschaften wie Eastern Airlines, TWA, Pan Am oder Delta Airlines, außerhalb der USA vor allem Air Canada und British Airways. In Deutschland setzte die Düsseldorfer LTU jahrelang ausschließlich auf die TriStar. Ihr einziger direkter Konkurrent war die McDonnell Douglas DC-10, die als Langstreckenversion DC-10-30 eher auf dem Markt war und daher mehr Kunden für sich gewinnen konnte als der Langstrecken-TriStar 1011-500.</br> Die TriStar war das erste kommerzielle Verkehrsflugzeug, das mit einem automatischen Startsystem (Auto-Takeoff) ausgerüstet war und das Erste, dessen automatische Landefunktion (Auto-land) bei jedem Wetter einsetzbar war.

Bild:Lockheed L-1011 Tristar.jpg
Startende Lockheed L-1011 TriStar der Orbital Sciences Corp. im NASA-Test

Ein großer kommerzieller Erfolg war der TriStar jedoch nicht beschert: Lediglich 250 Exemplare wurden gebaut, von denen 33 bis heute fliegen. Manche Maschinen wurden für militärische Zwecke (Transporter, Tanker) umgebaut. Eine TriStar diente dem privaten US-Raumfahrtunternehmen Orbital Sciences als Abschussplattform für seine Pegasus-Raketen (siehe Bild rechts). Seit dem Baustopp der TriStar widmet sich Lockheed-Martin ausschließlich der militärischen Luftfahrt sowie der Raumfahrt.

Inhaltsverzeichnis

Militärische Nutzung

Nach dem Falklandkrieg erkannte die britische Royal Air Force, dass sie für zukünftige Einsätze neue Tankflugzeuge benötigte, die auch für Langstrecken geeignet waren. Sie kaufte daher sechs Tristar 500 von British Airways und drei von Pan Am. Die sechs British-Airways-Maschinen wurden zwischen 1982 und 1984 zu Tankflugzeugen umgebaut, als Ergänzung zur Vickers VC10. Die Pan Am Tristars blieben weitgehend unverändert und werden für den Transport von Soldaten eingesetzt. Insgesamt besitzt die Royal Air Force drei Varianten der Tristar 500:

Bild:RAF Tristar Hannover.jpg
Tristar C2 der Royal Air Force in Hannover
  • Zwei K1 sind Tankflugzeuge die bis zu 136 Tonnen Treibstoff transportieren können. Alternativ können sie im Einsatz als Transportflugzeug 187 Soldaten befördern. Sie können auch selber in der Luft betankt werden.
  • Vier KC1 entsprechen der K1, verfügen jedoch über einen zusätzliche große Ladeluke an der linken Seite, durch die Frachtpaletten verladen werden können.
  • Drei C2/C2A entsprechen weitgehend den zivilen Maschinen und können 260 Soldaten befördern.

Alle Maschinen wurden 2003/04 mit zusätzlichen Kommunikationseinrichtungen ausgestattet und dienen nun auch als Plattform für den Datenaustausch britischer Truppen bei Kriegseinsätzen. Zusätzlich wurden die Flugzeuge mit Flares und Chaffs zur Verteidigung gegen Raketen ausgestattet. Die Tristars der Royal Air Force sind zur Zeit die weltweit größten Tankflugzeuge. Aufgrund ihres Alters ist dennoch geplant, sie gemeinsam mit den VC10 ab 2010 durch den Airbus A330 FTSA zu ersetzen. Die RAF hält jedoch weiterhin an Planungen fest, wonach zusätzlich sechs neue Tristars als reine Transporter beschafft werden sollen.

Werksmodelle

  • TriStar 1: Grundversion mit einem Abfluggewicht von 195.045 kg und für max. 400 Passagiere. Unter anderem von Eastern Airlines, Trans World Airlines, Delta Airlines, Air Canada, British Airways, LTU und All Nippon Airways bestellt.
  • TriStar 100: Weiterentwicklung der L-1011-1 mit höheren Betriebsmassen (u.a. 211.374 oder 215.003 kg Abflugsmasse) und größerer Reichweite, bestellt von Cathay Pacific, Gulf Air, Saudia und TWA.
  • TriStar 200: Verbesserte Version der L-1011-100 mit einer neuen Variante des RB211-Triebwerks und einer optimierten Reichweite. Kunden waren u.a. Saudia, British Airways und British Airtours.
  • TriStar 500: Erste 'echte' Langstreckenversion der L-1011 mit einem um 4,11 Meter verkürzten Rumpf für bis zu 315 Passagiere. Sie wurde u.a. von Pan Am, British Airways, Air Canada, Air Lanka, TAP Air Portugal, LTU , BWIA International und Royal Jordanien bestellt.

Modifikationen

Bild:EuroAtlantic Airways L101 CS-TEB.jpg
EuroAtlantic Airways TriStar 500
  • TriStar 40: Modifizierte L-1011-1 mit einer auf 199.581 kg erhöhten Abflugsmasse.
  • TriStar 50: Modifizierte L-1011-1 mit einer auf 204.117 kg erhöhten Abflugsmasse.
  • TriStar 150: Modifizierte L-1011-1 mit einer Abflugsmasse von 213.189 oder 215.003 kg sowie höherem Lande- und Leertankgewicht für eine verbesserte Reichweite.
  • TriStar 250: Modifizierte L-1011-1 mit umfangreichen strukturellen Modifikationen, einer auf 224.982 oder 231.332 kg gesteigerten Abflugsmasse, einem erhöhten Lande- und Leertankgewicht sowie RB.211-524B4 zum Antrieb und einer wahlweise gesteigerten Tankkapazität.
  • TriStar 1(F) und TriStar 200(F): Frachtermodifikationen der 'Long Body'-Varianten. Mitte der 1980er Jahre wurde eine L-1011-1 von Aeronautical Engineers Inc. zum einzigen Frachter der Grundversion umgebaut. Mitte der 1990er Jahre bot Marshall Aerospace aus Cambridge/GB die Umrüstung von sämtlichen TriStar-Varianten zum Frachter an. Die L-1011-200 erwies sich dabei als optimale Basis, insgesamt wurden aber nur zehn Aufträge für die in den USA ansässigen Frachtgesellschaften American International Airways, Arrow Air und Millonair erteilt.
  • TriStar K1 und KC1: Mitte der 1980er Jahre von Marshall Aerospace im Auftrag der britischen Royal Air Force umgebaute TriStar 500.

Technische Daten (L-1011-1)

Technische Daten (L-1011-500)

  • Länge: 50,04 m
  • Spannweite: 50,09 m
  • Höhe: 16,87 m
  • Geschwindigkeit: 970 km/h
  • Dienstgipfelhöhe: 13.100 m
  • Reichweite mit max. Nutzlast 9.900 km
  • Reichweite mit vollen Tanks und 250 Passagieren: 10.800 km
  • Jungfernflug: 16. Oktober 1978
  • Antrieb: 3× Turbofans Rolls Royce RB211-524B
  • Startstrecke bei 20°, Meereshöhe und Höchstgewicht: 2.640 m

Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen

Weblinks

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