Stilfiguren, die (fast) nur in Reden, nicht aber in literarischen Texten verwendet werden können, sind mit einem R gekennzeichnet.
| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Adynaton
| Betonung durch Vergleich mit Unmöglichem
| Eher geht die Welt unter, als dass ...
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| Akkumulation
| Anhäufung thematisch zusammengehörender Wörter (siehe auch Hendiadyoin, Pleonasmus, Tautologie)
| Feld, Wald und Wiesen
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| Akrostichon
| Die Anfänge (häufig: Initialen der Verse eines Gedichtes oder Spruches) ergeben hintereinander gelesen einen Sinn (Thema des Gedichtes, Name des Autors oder Adressaten, Botschaft, Eselsbrücke o.ä.)
| „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ (Anfangsbuchstaben der Planeten in unserem Sonnensystem)
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| Allegorie
| Verbildlichung, ausgeführte Metapher; eine Allegorie ist im Allgemeinen ein Gleichnis. Häufig wird hierbei eine abstrakte Idee durch etwas Gegenständliches ausgedrückt.
| Auf dem Theater der Welt sind alle Menschen Spieler: mancher bekommt die Rolle eines Königs, mancher die eines Bettlers ...
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| Alliteration
| Stabreim; Anfangsbuchstabe wiederholt
| Kind und Kegel, Mensch Meier, Veni vidi vici
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| Allusion
| Anspielung
| Sie wissen, was ich meine.
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| Ambiguität
| Von Ambiguität (lat. ambiguitas – Doppelsinn) spricht man, wenn Ausdrücken natürlicher Sprache (menschlicher Sprache) mehrere Interpretationen zugeordnet werden können. Man unterscheidet zwischen lexikalischer und syntaktischer/struktureller Ambiguität.
| lexikalische Ambiguität: Schloss - Gebäude oder Abschliessvorrichtung
syntaktische/strukturelle Ambiguität: An der Bar sitzen alte Frauen und Männer. - Sitzen in dieser Bar nun alte Frauen und Männer jeden Alters oder ist das gesamte Publikum alt?
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| Anachronismus
| Sonderfall des Hysteron-Proteron, falsche zeitliche Abfolge, das Frühere kommt nach dem Späteren.
| Asterix-Comics: Szenen im Kolosseum um 50 vor Christus, obwohl dieses erst 70 nach Christus erbaut wurde
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| Anadiplose
| Sonderfall der Repetitio, Wiederholung eines (satz-)versschließenden Wortes am Beginn des nächsten Satzes/Verses (Schema: ... x / x ...) (siehe auch Anapher, Epipher, Geminatio, Kyklos, Symploke)
| Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen, Wind und Wellen spielen nicht mit seinem Herzen. (Johann Wolfgang von Goethe)
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| Anagramm
| Ein Wort oder Satz wird durch die Umstellung (Permutation) seiner Buchstaben so verschlüsselt, dass sich daraus ein neuer Sinn ergibt.
| Aus Pamela Anderson wird Das Paar Melonen, Damen Po Arsenal, Promenaden Saal. Aus Adolf Hitler wird Folterhilda.
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| Anakoluth
| Satzbruch; eine plötzliche Änderung in der grammatischen Konstruktion, dem Aufbau eines Satzes.
| „Korf erfindet eine Mittagszeitung, welche, wenn man sie gelesen hat, ist man satt.“ (Christian Morgenstern)
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| Anapher
| Sonderfall der Repetitio, Wiederholung am Satz-/Versanfang, häufig auch mit Parallelismus; (Schema: x ... / x ...) (siehe auch Anadiplose, Epipher, Geminatio, Kyklos, Symploke)
| Ich fordere Moral. Ich fordere Verständnis.
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| Anastrophe
| Vertauschung zweier zusammengehörender Wörter (siehe auch Inversion)
| „des Glaubens wegen“ (anstelle von „wegen des Glaubens“)
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| Anthropomorphismus (auch Personifikation)
| Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf unbelebte Gegenstände (siehe auch: Verdinglichung)
| Vater Staat, Mutter Erde
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| Antiklimax
| abfallende Steigerung, Gegenteil zur Klimax
| „Urahne, Großmutter, Mutter und Kind“ (Gustav Schwab: Das Gewitter)
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| Antilabe
| Text einer (vom Rhythmus her zusammengehörenden) Zeile wird auf mehrere Sprecher verteilt
| DER HERR: Kennst du den Faust? / MEPHISTOPHELES: Den Doktor? / DER HERR: Meinen Knecht! (Johann Wolfgang von Goethe: Faust I)
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| Antiphrasis (auch Antiphrase)
| Es soll das Gegenteil des eigentlich Gesagten ausgedrückt werden. Diese Figur kann sich auf ein einzelnes Wort, einen Satz oder eine Passage beziehen.
Die Antiphrase ist eine der häufigsten Formen der Ironie.
| Mann, hast du heute wieder gute Laune.
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| Antithese
| Polarität (Gedanklicher Gegensatz) (siehe auch Antitheton)
| Er konnte alles, aber er konnte dies nicht. Sein Blut ist heiß, sein Blut ist kalt.
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| Antitheton
| Gegenüberstellung zweier entgegengesetzter Gedanken (kein Widerspruch) (siehe auch Antithese)
| Das wird Schaden, nicht Nutzen bringen.
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| Antonomasie
| Sonderfall der Synekdoche, Eigenname als Gattungsbegriff (oder umgekehrt)
| Herkules als Bezeichnung für einen starken Menschen, Kritikerpapst für Marcel Reich-Ranicki
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| Aphärese
| Wegfall eines Vokales, eines Doppellautes oder einer Silbe am Anfang eines Wortes. (siehe auch Apokope, Elision)
| 'S ist vollbracht!. 'ne ganze Menge; raus anstelle von heraus
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| Apokoinu
| Ein Teil (Wort oder Satzteil) eines Satzes wird gleichmäßig auf zwei andere Teile bezogen.
| „Was sein Pfeil erreicht, das ist seine Beute, was da kreucht und fleucht.“
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| Apokope
| Wegfall eines Vokales, eines Doppellautes oder einer Silbe am Ende eines Wortes. (siehe auch Aphärese, Elision)
| „ich hab“ anstelle von ich habe; „dem Freund“ anstelle von dem Freunde; in der französischen Poesie häufig: encor anstelle von encore
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| Aposiopese
| Abbruch mitten im Satz
| Seht mal, was ich...
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| Apostrophe
| Abwendung vom anwesenden Publikum, (feierliche) Anrufung von visionären Gestalten
| Alter Freund! Immer getreuer Schlaf, fliehst du mich?
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| Archaismus
| Veralteter sprachlicher Ausdruck
| Wams für Jacke; gülden für golden
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| Assonanz
| vokalischer Halbreim
| „Ottos Mops trotzt.“ (Ernst Jandl), „Unterpfand - wunderbar“
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| Asyndeton
| Unverbundene Reihung gleichwertiger Elemente; Bindungswörter und Konjunktionen werden weggelassen. (siehe auch Polysyndeton)
| Wasser, Feuer, Erde, Luft – ewig werden sie bestehen.
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Bathos
| Gegenüberstellung eines höheren Wertes mit einem niedrigeren
| Die Explosion zerstörte alle Häuser auf der anderen Straßenseite und meinen Briefkasten.
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| Binnenmajuskel
| Großschreibung innerhalb eines Wortes; oft verwendet bei Inflektiven
| SonnenStudio, SparAktion, ColorSync, TeilnehmerInnen
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| Brachylogie
| (griech.: Schnelle,Kürze) Auslassung von Satzgliedern (siehe auch Ellipse, Zeugma)
| Das Gras verdorrt in der Sonne, das Hähnchen im Grill.
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| Buchstabendreher
| (meist) Vertauschung der anlautenden Konsonanten, seltener der Vokale, zweier zusammengehöriger Wörter, so dass sich ein neuer, meist alberner Sinn oder Klang ergibt, Sonderfall: Schüttelreim (siehe auch Paronomasie, Polysemie, Wortspiel)
| Hauptpreis sind ein Paar kopflose Schnurhörer (schnurlose Kopfhörer), Bechstaben verwuchseln (Buchstaben verwechseln), Manche meinen, lechts und rinks kann man nicht velwechsern, werch ein Illtum (Ernst Jandl)
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Captatio benevolentiae r
| Eine Rede wird gleich mit Komplimenten für das Gegenüber begonnen
| Meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, heute Abend hier zu Ihnen sprechen zu dürfen ...
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| Chiasmus
| Überkreuzstellung von syntaktisch oder semantisch entsprechenden Satzteilen (siehe auch Epanodos, Parallelismus)
| Ich bin groß, klein bist du., Wie viel schneller man die Welt mit einem Könige versorge, als Könige mit einer Welt.
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| Chiffre
| Zeichen, dessen Inhalt rätselhaft und letztlich nicht (oder nur vom Autor/im Gesamtzusammenhang) zu erfassen ist
| Erkanntes Leben, Stadt als Chiffre der Hoffnungslosigkeit in der expressionistischen Lyrik
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| Chrie
| Spruchweisheit, Merkspruch, ethische Maxime
| Den Freunden Gutes tun, den Feinden Böses tun.
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| Constructio ad sensum
| siehe Synese
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| Conversio
| lateinisch: Wiederkehr, nämlich eines Wortes am Satzende (Cicero; griechisch epiphorà [„Epipher“])
| Er hatte am Ende nur noch Schmerzen, nur Schmerzen.
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| Contradictio in adjecto
| (lat.: Widerspruch in sich selbst) Spezialfall des Oxymoron, widersprüchliche Kombination von Adjektiv und Substantiv
| fünfeckiger Kreis, geschliffener Rohdiamant, gerade Kurve
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| Correctio
| (lat.: Verbesserung)
| Es war ein Erfolg, was sage ich, ein Triumph.
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Elision
| Auslassung eines unbetonten Vokales, entweder am Ende eines Wortes, wenn das nächste Wort mit einem Vokal beginnt (1) oder Auslassung eines unbetonten Vokales innerhalb eines Wortes (2). (siehe auch Aphärese, Apokope)
| (1) Da steh’ ich nun ich armer Tor! (Johann Wolfgang von Goethe: Faust I)
(2)„Mut’ger Augen lichter Schein“
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| Ellipse
| Auslassung von Satzteilen (siehe auch Brachylogie, Zeugma)
| Na und? / Wer? Ich! Aber auch: Ich kann dies, du nicht
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| Emphase
| Nachdrückliche Hervorhebung eines Wortes zur Gefühlsverstärkung
| Menschen! Menschen! Falsche heuchlerische Krokodilsbrut!
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| Enallage
| siehe Hypallage
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| Enjambement
| Fortführung eines Satzes über das Vers-/Zeilenende hinaus
| Die Wellen schaukeln Den lustigen Kahn (Heinrich Heine)
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| Enumeration
| Aufzählung
| die grünen, die blauen, die roten und die gelben Bälle
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| Epanalepse
| Wiederholung eines Wortes/einer Wortgruppe am Satzanfang (siehe auch Repetitio)
| „Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an.“ (Johann Wolfgang von Goethe: Erlkönig)
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| Epanodos
| Sonderfall des Chiasmus, Wiederholung von Worten in umgekehrter Reihenfolge
| Wer nicht kann, was er will, der wolle, was er kann.
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| Epipher
| Sonderfall der Repetitio, (lateinisch: conversio) Wiederholung am Satz/Versende, (Schema: ...x/ ...x) (siehe auch Anadiplose, Anapher, Geminatio, Kyklos, Symploke)
| Ich fordere Moral, ich lebe Moral.
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| Epiphrase
| syntaktisch scheinbar beendeter Satz erhält Nachtrag zur Abrundung
| Mein Retter seid ihr und mein Engel.
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| Epitheton (ornans)
| stehendes Beiwort, das eigentlich nicht notwendig ist
| der listenreiche Odysseus, die rosenfingrige Eos
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| Eristik
| Eristische Dialektik
| 38 Kunstgriffe nach Arthur Schopenhauer (im Nachlaß 1831)
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| Etymologische Figur (figura etymologica)
| Verb verbunden mit einem stammverwandten Substantiv
| einen Kampf kämpfen; eine Schlacht schlagen
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| Euphemismus
| beschönigende Umschreibung
| kräftig, vollschlank (anstelle von dick), das Zeitliche segnen (anstelle von sterben), Seniorenresidenz (anstelle von Altersheim)
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| Exclamatio
| Ausruf
| Stirb!
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| Exemplum
| Ein Beispiel verdeutlicht einen konkreten Sachverhalt. Typischerweise werden dabei sowohl Beispiele aus der Gegenwart, als auch solche aus der Vergangenheit eingesetzt.
| Hierzu werfen wir einen Blick in unsere Geschichte. Die Zeit der Weimarer Republik zeigt beispielhaft auf, warum das Recht des Parlaments auf Selbstauflösung in unserem Grundgesetz nicht vorhanden ist.
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Hiatus
| zwei Vokale folgen aufeinander, entweder innerhalb eines Wortes, wenn die beiden Vokale auf zwei Silben verteilt sind (1) oder „zwischen“ zwei Wörtern (2).
| (1) Kooperation; liiert; beanstanden
(2) sagte er; schwarze Erde
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| Hendiadyoin
| Zwei Wörter mit gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung werden zur Verstärkung der Gesamtaussage verwandt.
| Mord und Totschlag; klammheimlich (lat. clam=heimlich)
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| Homöoteleuton
| Endungsgleichheit, (End-)Reim nahe aufeinanderfolgender Wörter
| „und er fraß die fade Made ohne Gnade Schade ....“ Heinz Erhardt: Die Made
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| Hypallage (auch Enallage)
| Zuordnung eines Attributs zum falschen Substantiv
| das blaue Lächeln seiner Augen, Dunkel gingen sie durch die schweigende Nacht. (Vergil)
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| Hyperbaton (auch Sperrung, Sperrstellung)
| Einschub durch Umstellung; zwei Wörter, die syntaktisch (und inhaltlich) zusammengehören, werden künstlich durch einen Einschub voneinander getrennt
| „Hier“, rief er, „bin ich“.
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| Hyperbel
| Übertreibung (siehe auch Untertreibung)
| todmüde, fuchsteufelswild, Schneckentempo
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| Hypotaxe
| Gefüge aus Haupt- und Nebensätzen (siehe auch Parataxe)
| Weil sie ihren Vater besuchen wollte, fuhr sie, als das Wochenende herangerückt war, mit dem Zug nach Bonn.
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| Hysteron-Proteron
| Nachholtechnik; Das logisch/zeitlich nachfolgende wird an den Anfang gestellt (Sonderfall: Anachronismus)
| Pompeji ging unter, der Vesuv brach aus.
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Katachrese (1.)
| Metapher/Metonymie als Ersatz für fehlendes Wort (vor allem bei technischen Neuerungen)
| der Arm eines Flusses, eines Gerätes usw.
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| Katachrese (2.)
| Bildbruch, Bildmissbrauch, Falsche Verbindung zweier Bilder
| Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Der Zahn der Zeit, der schon so viele Tränen getrocknet hat, wird auch Gras über diese Wunde wachsen lassen.
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| Klimax
| stufenweise Steigerung von Wörtern, Gegenteil zur Antiklimax
| Sie arbeiten zehn, zwölf, ja vierzehn Stunden täglich am Erfolg ...
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| Komposita / Kompositum
| Wortzusammensetzung
| Windlicht, Bergrücken, Talsohle (zum Teil auch Metapher)
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| Konzinnität
| klanglich-rhythmische Ebenmäßigkeit, syntaktische Eleganz (siehe auch Inkonzinnität)
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| Kyklos
| Sonderfall der Repetitio, Wiederholung des Satz/Versanfangs am Ende (Schema: x ... x) (siehe auch Anadiplose, Anapher, Epipher, Geminatio, Symploke)
| Entbehren sollst du, sollst entbehren. (Johann Wolfgang von Goethe)
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Palindrom
| Wörter/Sätze, die man sowohl vorwärts als auch rückwärts lesen kann.
| Vitaler Nebel mit Sinn ist im Leben relativ.
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| Parabel
| Veranschaulichung einer allgemeinen Lebensweisheit durch Vergleich aus einem anderen Vorstellungsbereich
| Ringparabel: Nathan der Weise (Gotthold Ephraim Lessing)
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| Paradoxon
| scheinbare Widersprüchlichkeit; Formulierung einer Idee, die der üblichen/gemeinläufigen Meinung widerspricht (zum Beispiel, um die Leser/das Publikum/ die Adressaten zu schockieren)
| Der Entwurf ist teuflisch, aber wahrlich - göttlich (zugleich Antithese), „Die Verbrechen bringen unermessliche Wohltaten hervor und die größten Tugenden entwickeln unheilvolle Konsequenzen“ (Paul Valéry)
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| Parallelismus
| Gleichlauf
| Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft. (Emil Zátopek)
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| Paraphrase
| erklärende Umschreibung (als Zusatz) (siehe auch Periphrase)
| Fische, die stummen Meeresbewohner
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| Parataxe
| Nebeneinanderstellen gleichwertiger Hauptsätze bzw. beigeordneter Nebensätze (siehe auch Hypotaxe)
| Es war ein schöner Morgen. Hans ging zum Blumenladen. Er wollte seine Frau überraschen.
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| Parenthese
| Einschub
| Das ist - wie gesagt - unwichtig.
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| Paronomasie (auch Annominatio)
| Sonderfall eines Wortspiels, Verbindung zweier von der Bedeutung her unterschiedlicher, aber ähnlich klingender Begriffe (siehe auch Buchstabendreher, Polysemie, Schüttelreim)
| Wer rastet, der rostet. Lieber arm dran als Arm ab. Lärche - Lerche
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| Pars pro toto
| Sonderfall der Synekdoche: Etwas wird durch einen Teil benannt
| Köpfe für Personen. Ich sah seine Augen. Ein Dach über dem Kopf haben. Seine Füße trugen ihn.
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| Pejoration
| Eine Bedeutungsverschlechterung, die ein Wort oder einen Begriff bewusst negativer erscheinen lässt. Sie ist das Gegenteil des Euphemismus.
| Weib statt Frau; Ungeziefer statt Insekten; zusammenrotten statt sich versammeln
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| Periphrase
| Umschreibung eines Begriffs durch Einzelmerkmale (siehe auch: Paraphrase)
| Der den Tod auf Hiroshima warf; der Vater des Wirtschaftswunders (Ludwig Erhard)
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| Personifikation
| siehe Anthropomorphismus: Zuweisung menschlicher Eigenschaften an Tiere, Gegenstände oder ähnliches.
| Die Sonne lacht. , Stimme der Gewissens
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| Pleonasmus
| Häufung sinngleicher, der Wortart nach verschiedener Wörter, wobei beide Worte schon die Bedeutung des Gesamtbegriffs beinhalten (siehe auch Akkumulation, Hendiadyoin, Tautologie)
| weißer Schimmel, großer Riese, kleiner Zwerg
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| Pluralis auctoris
| Verwendung des Plurals durch den Autor auf sich selbst, um Einverständnis mit dem Leser zu signalisieren (siehe auch Pluralis maiestatis, Pluralis modestiae)
| Das haben wir wirklich gut gemacht.
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| Pluralis maiestatis
| Bezeichnung der eigenen Person im Plural zum Ausdruck von Macht/Überlegenheit (siehe auch Pluralis auctoris, Pluralis modestiae)
| Wir, Papst Benedictus PP. XVI im 1. Jahr Unseres Pontifikates
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| Pluralis modestiae
| Benutzung des Plurals als Ausdruck von Höflichkeit/Bescheidenheit/zur Vermeidung von „Ich“ (siehe auch Pluralis auctoris, Pluralis maiestatis)
| Das haben wir wirklich gut gemacht.
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| Pointe
| Zuspitzung
| Als schwarze Lesbe in Bayern zu wohnen ist eigentlich gar nicht so schwer, man muss nur ...
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| Polyptoton
| Wiederholung eines Wortes in verschiedenen Beugungsformen (siehe auch Repetitio)
| Auge um Auge
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| Polysyndeton
| Mehrfach verbundene Reihung, häufige Bindewörter sind und, oder. (siehe auch Asyndeton)
| Einigkeit und Recht und Freiheit (Deutsche Nationalhymne)
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| Praeteritio
| Vorgebliche(!) Übergehung/Auslassung; bei dieser rhetorischen Figur täuscht der Autor vor, etwas auszulassen, auf das er in Wirklichkeit fest besteht.
| Ganz zu schweigen davon, dass Caesar auch in Gallien ... Ich werde Ihnen nicht die Schande bereiten, Sie daran zu erinnern, dass ... (woran man den jenigen also sehr wohl erinnert)
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| Prolepsis R
| Vorwegnahme (z.B. eines möglichen Einwandes)
| Natürlich könnte man hier einwenden, dass ...
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| Bezeichnung
| Beschreibung oder deutsche Bezeichnung
| Beispiel
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| Sarkasmus
| beißender, bitterer und verletzender Spott und Hohn, auch boshafte, manchmal bittere Art der Ironie als Reaktion auf einen Angriff (siehe auch Ironie, Zynismus)
| Sarkastisch ist es, wenn der Geschlagene, anstelle zu weinen, sagt: „Natürlich! Gleich noch mal!!“
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| Scheindefinition
| Gibt vor etwas zu erklären, ist aber nur die Meinung des Sprechers
| Purex ist Geschmack.
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| Sentenz
| knapper, treffend formulierter Sinnspruch, der einen Satz zusammenfasst und zu allgemeiner Bedeutung erhebt
| „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ (Friedrich Schiller: Wilhelm Tell)
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| Solözismus
| Grober sprachlicher Fehler, bes. in der syntaktischen Verbindung der Wörter
| Wo Du wolle?
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| Stabreim
| siehe Alliteration
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| Stichomythie
| Schlagabtausch mit wenigen Worten, Rednerwechsel von Vers zu Vers
| Dialog zwischen Haimon und Kreon in Sophokles' Antigone
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| Sustentio
| Überraschung
| Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung.
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| Symbol
| Feststehendes Bild, das auf eine abstrakte Vorstellung verweist
| weiße Taube (Frieden), rotes Herz (Liebe)
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| Symploke
| Verbindung von Anapher und Epipher (siehe auch Anadiplose, Geminatio, Kyklos)
| Was ist der Toren höchstes Gut? Geld! Was verlockt selbst die Weisen? Geld!
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| Synästhesie
| Verbindung verschiedener Sinneseindrücke
| „Das nasse Gras klang wie ein Liebeslied“, „Süßer die Glocken nie klingen ...“
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| Synekdoche
| Ersetzung durch numerisch verwandten Begriff: Teil/Ganzes, Gattung/Art, Singular/Plural, früheres/späteres (siehe auch Antonomasie, Metapher, Metonymie, Pars pro toto, Totum pro parte)
| Dach für Haus, Kopf für Mensch, der Deutsche für viele Deutsche
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| Synese (auch Constructio ad sensum)
| nicht nach grammatikalischen Erfordernissen, sondern nach dem Sinn oder der inhaltlichen Bedeutung formuliert
| Eine Menge (Singular) Menschen liefen (Plural) zusammen, Der Worte sind genug gewechselt
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| Synonymie
| Gleichnamigkeit; sinnverwandte Wörter, deren Bedeutung sich weitgehend deckt.
| Haus und Hof, Das ist mein Grund und Boden!
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