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Lillian Gish
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Lillian Gish (bürgerlicher Name: Lillian Diana Gish;* 14. Oktober 1893, nach anderen Angaben 1896, in Springfield, Ohio; † 27. Februar 1993 in New York City) war eine US-amerikanische Schauspielerin.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Es kursieren widersprüchliche Angaben zu ihrem Geburtsjahr, doch wenn man ihren ersten Film An Unseen Enemy von 1912 betrachtet, ist das Geburtsjahr 1896 wahrscheinlicher. Sie tritt dort gemeinsam mit ihrer Schwester Dorothy Gish (1898–1968) auf und ein Altersunterschied der beiden Schwestern von 5 Jahren ist nicht auszumachen.
Lillian Gish stand zum ersten Mal im Alter von sechs Jahren im Theater auf der Bühne. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Dorothy ging sie auf Amerika-Tournee und landete 1905 in New York. Um der ständigen Armut zu entrinnen, versuchten sie als Teenager, unterstützt von der Mutter, im noch jungen Filmgeschäft Fuß zu fassen. 1912 sprachen sie bei der Biograph Company bei D W. Griffith vor, der von ihrem intensiven Spiel derart beeindruckt war, dass er sie sogleich für seinen nächsten Film besetzte. Lillian Gish wurde mit ihren zarten, noch kindlichen Gesichtszügen zum neuen Star der Biograph und sie drehte in den folgenden zwei Jahren 25 Filme, die sie neben Mary Pickford zum einer der größten weiblichen Stummfilmstars machten. Ihre wichtigsten Rollen unter der Regie Griffiths waren die der Elsie Stoneman in Die Geburt einer Nation (1915), der ewigen Mutter an der Wiege in Intolerance (1916) sowie Broken Blossoms (1919), Way Down East (1920) und Orphans of the Storm (1921).
Gish produzierte danach zunächst selbst zwei Filme und wechselte 1925 zur neu formierten MGM. Sie galt als der wichtigste Star des Studios, noch vor Marion Davies. Das Prestige zeigte sich auch in dem großen finanziellen Aufwand, mit dem ihre Filme produziert wurden. Sie wirkte 1926 unter King Vidor mit John Gilbert in La Boheme mit und drehte später im Jahr The Scarlett Letter. Beide Streifen waren finanziell erfolgreich. Das Aufkommen von Greta Garbo und Norma Shearer änderte jedoch ihr Gewicht in der Studiohierarchie. Ihren letzten künstlerischen, wenn auch nicht finanziellen Erfolg hatte sie unter der Regie von Victor Seastrom in den Streifen The Wind aus dem Jahr 1928. Mit Beginn des Tonfilms änderte sich auch der Publikumsgeschmack sehr rasch. Lillian Gish wurde nun im Auge der Zuschauer zu einer Repräsentantin einer vergangenen Zeit und sie trat daher nur noch sporadisch in Filmen auf. Um so mehr arbeitete sie wieder am Theater. Politisch war Gish Republikanerin und unterstützte u. a. Harding, Coolidge und Hoover, außerdem unterstützte sie das America First Committee, eine isolationistischen Bewegung, die 1940/41 die Teilnahme der USA am Zweiten Weltkrieg zu verhindern suchte.
Sehr früh begann sie auch für das neu aufkommende Medium Fernsehen zu arbeiten. 1947 wurde sie für Duell in der Sonne von King Vidor für einen Oscar für die beste Nebenrolle nominiert. 1955 hatte sie eine brillante Nebenrolle als Gegenspielerin von Robert Mitchum in Charles Laughtons The Night of the Hunter. Sie spielte u.a. 1960 mit Burt Lancaster und Audrey Hepburn in John Hustons The Unforgiven. Ihre letzte Filmrolle hatte sie 1987 neben Bette Davis in The Whales of August.
1971 erhielt Lillian Gish den Oscar für ihr Lebenswerk. In den 1970er trat sie zunehmend für Bewahrung des filmischen Erbes und die Stummfilmrestauration ein. Sie hielt hierzu Vorträge in Universitäten und Filmklubs. Lillian Gish hat mehrere Bücher mit Lebenserinnerungen veröffentlicht.
Filme
Stummfilme (Auswahl)
- 1912 - An Unseen Enemy - Regie: D. W. Griffith (mit Dorothy Gish)
- 1912 - A Cry for Help - Regie: D. W. Griffith (mit Lionel Barrymore)
- 1913 - Madonna of the Storm - Regie: D. W. Griffith
- 1913 - The Battle of Elderbush Gulch - Regie: D. W. Griffith
- 1913 - The Mothering Heart - Regie D. W. Griffith
- 1914 - Judith of Bethulia - Regie: D. W. Griffith (mit Blanche Sweet, Dorothy Gish und Harry Carey)
- 1914 - The Battle of the Sexes - Regie: D. W. Griffith (mit Donald Crisp)
- 1914 - Home, Sweet Home - Regie: D. W. Griffith
- 1914 - Lord Chumley - Regie: James Kirkwood
- 1915 - Die Geburt einer Nation - Regie: D. W. Griffith
- 1916 - Sold for Marriage - Regie: Christy Cabanne
- 1916 - Intolerance - Regie: D. W. Griffith
- 1916 - Diane of the Follies - Regie: Christy Cabanne
- 1918 - The Great Love - Regie: D. W. Griffith
- 1918 - The Greatest Thing in Life - Regie: D. W. Griffith
- 1919 - A Romance of Happy Valley - Regie: D. W. Griffith
- 1919 - Broken Blossoms - Regie: D. W. Griffith (mit Richard Barthelmess und Donald Crisp)
- 1919 - True Heart Susie - Regie: D. W. Griffith
- 1919 - The Greatest Question - Regie: D. W. Griffith
- 1920 - Way Down East - Regie: D. W. Griffith (mit Richard Barthelmess)
- 1921 - Orphans of the Storm - Regie: D. W. Griffith (mit Dorothy Gish)
- 1923 - The White Sister - Regie: Henry King
- 1924 - Romola - Regie: Henry King (mit Dorothy Gish und William Powell)
- 1926 - La Boheme - Regie: King Vidor (mit John Gilbert)
- 1926 - The Scarlett Letter - Regie: Victor Sjöström
- 1927 - Annie Laurie - Regie: John S. Robertson
- 1927 - The Enemy - Regie: Fred Niblo
- 1928 - The Wind - Regie: Victor Sjöström
Tonfilme
- 1930 - One Romantic Night - Regie: Paul L. Stein
- 1933 - His Double Life - Regie: Arthur Hopkins
- 1942 - Commandos Strike at Dawn - Regie: John Farrow (mit Paul Muni)
- 1946 - Miss Susie Slagle's - Regie: John Berry (mit Veronica Lake)
- 1946 - Duell in der Sonne (Duell in the Sun - Regie: King Vidor (mit Jennifer Jones, Joseph Cotten, Gregory Peck, Walter Huston und Lionel Barrymore)
- 1948 - Portrait of Jenny - Regie: William Dieterle (mit Jennifer Jones und Joseph Cotten)
- 1955 - Die Nacht des Jägers (The Night of the Hunter) - Regie: Charles Laughton (mit Robert Mitchum und Shelley Winters)
- 1955 - The Cobweb - Regie: Vincente Minnelli (mit Richard Widmark, Lauren Bacall und Charles Boyer)
- 1960 - Denen man nicht vergibt (The Unforgiven= - Regie: John Huston (mit Burt Lancaster, Audrey Hepburn und Audie Murphy)
- 1966 - Follow Me, Boys - Regie: Norman Tokar (mit Fred MacMurray und Vera Miles)
- 1967 - The Warning Shot - Regie: Buzz Kulik (mit David Janssen)
- 1967 - The Comedians - Regie: Peter Glenville (mit Elizabeth Taylor, Richard Burton, Alec Guinness und Peter Ustinov)
- 1978 - Eine Hochzeit (A Wedding) - Regie: Robert Altman (mit Geraldine Chaplin und Mia Farrow)
- 1984 - Hambone and Hillie - Regie: Roy Watts (mit O. J. Simpson und Timothy Bottoms)
- 1986 - Sweet Liberty - Regie: Alan Alda (mit Michael Caine, Michelle Pfeiffer und Bob Hoskins)
- 1987 - Wale im August (The Whales of August - Regie: Lindsay Anderson (mit Bette Davis und Vincent Price und Ann Sothern)
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gish, Lillian |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 14. Oktober 1893 oder 1896 |
| GEBURTSORT | Springfield, Ohio |
| STERBEDATUM | 27. Februar 1993 |
| STERBEORT | New York City |
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