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Kulmerland

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Das Kulmerland, auch Kulmer Land, Culmerland oder Culmer Land (poln. Ziemia chełmińska), ist eine historische Region in Polen. Die Hauptstadt war Culm oder Kulm (poln. Chełmno nad Wisłą). Das Kulmerland liegt östlich der Weichsel und wird begrenzt von den beiden Flüssen Drewenz (polnisch Drwęca) im Süden, und Osa im Norden. Der Name leitet sich vom prußischen "chelmo" ab, was die Sumpfpflanze Kalmus bezeichnet. Das Kulmerland war ein historischer Teil Preußens (siehe Geschichte).

Geschichte

Die ersten slawischen Siedlungen im Gebiet des heutigen Kulmerlandes werden aufgrund archäologischer Funde ins 8. Jahrhundert datiert, und wurden von sog. lechischen Stämmen errichtet. Es handelt sich um befestigte Wallanlagen mit zugehörigen frei stehenden Behausungen. Im 10. Jahrhundert wurde das Kulmerland durch den polnischen Herzog Mieszko I erobert, und somit in den polnischen Staat integriert. Dies führte im Rahmen der sogenannte Taufe Polens 966 zur Christianisierung der bis dahin heidnischen Stämme, die in diesem Gebiet lebten.

Zu Anfang des 13. Jahrhundert fielen prußische Stämme in das Kulmer Land ein und plünderten die dortigen Siedlungen. Da der damalige polnische Herzog Konrad von Masowien selbst nicht Herr dieser Überfälle werden konnte, und die Prußen auch andere Regionen seines Reiches bedrohten, holte er den Deutschen Ritterorden zu Hilfe. Der Orden erhielt 1231 das Kulmerland, von wo aus er begann die Prußen zu unterwerfen. In einem Dokument vom 28. Juli 1243 wurde der Landstrich vom päpstlichen Legaten Wilhelm von Modena in vier Bistümer aufgeteilt. Diese waren Kulmerland, Pomesanien, Ermland und Samland, welche dem Erzbistum Riga unterstellt wurden. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass 2/3 der durch den Deutschen Ritteorden eroberten prußischen Gebiete dem Deutschen Ritterorden, 1/3 den Kulmer Bischöfen gehören sollte. Der Deutsche Orden erhielt 1308 auch vom Kaiser die Regierung Pomerellens und Danzigs, an Stelle Brandenburgs. Nach dem Dreizehnjährigen Krieg (1454-1466) zwischen Polen und dem Deutschen Ritterorden kam das Kulmerland im 2. Thorner Frieden als Preußen königlichen Anteils wieder zu Polen.

Im 18. Jahrhundert siedelten im (zur damaligen Zeit polnischen) Kulmerland zahlreiche protestantische Exulanten (Glaubensflüchtlinge) aus dem Salzburger und Berchtesgadener Land, aus Norddeutschland und dem heutigen Holland. Sie erhielten Länderreien nach dem sog. Holländerrecht, welches sie vom Frondienst und vom Zehnten befreite, ihnene Glaubensfreiheit und eine Reihe weiterer Privilegien einräumte. Sie prägten noch bis vor dem Zweiten Weltkrieg auch die hier gesprochene Mundart.

Nach der Ersten Teilung Polens 1772 wurde das Kulmerland in die Provinz Westpreußen eingegliedert, und blieb dort mit kurzen Unterbrechungen bis 1920. Am 20. Januar 1920 wurde das Kulmerland wieder Teil des neu geschaffenen polnischen Staates. Zwischen 1939 und 1945 gehörte das Kulmerland wieder zum Deutschen Reich und kam 1945 zu Polen. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben.

Das Kulmerland wechselte in seiner Geschichte mehrfach die politische Zugehörigkeit. Hier eine kurze Zusammenfassung;

Das Kulmer Recht (culmer recht) oder die Kulmer Handfeste galten für das ganze Preußenland.

Literatur

  • Dr. Franz Schulz: Geschichte der Stadt und des Kreises Kulm, Danzig 1876
  • Brauns: Geschichte des Culmerlandes bis zum Thorner Frieden. Thorn: 1881
  • Hans Maerker: Geschichte der ländlichen Orte und der drei kleinen Städte des Kreises Thorn, Danzig 1899/1900
  • Lęga: Das Kulmerland z.Z. des Übergangs von der Bronze- zur Eisenzeit, in: Rocznik Grudziądzki, 1960
  • Albrecht Duwe: Damerau, Essen 1986

Weblink

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