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Koptische Sprache
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Die koptische Sprache ist die jüngste Form der ägyptischen Sprache.
| Koptisch | ||
|---|---|---|
| Gesprochen in | Ägypten | |
| Linguistische Klassifikation |
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Die ägyptische Sprache bildet einen eigenständigen Zweig der afro-asiatischen Sprachfamilie, zu der das Koptische damit auch gehört.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Das Koptische ging nach der Christianisierung Ägyptens im 3. und 4. Jahrhundert aus dem Demotischen hervor. Die koptische Sprache blieb auch nach der arabischen Eroberung noch einige Jahrhunderte lang Alltagssprache Ägyptens, wurde aber zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert aufgrund der massiv propagierten Arabisierung weitgehend verdrängt und starb als Verkehrssprache im 17. Jahrhundert aus, hielt sich in Oberägypten vereinzelt aber möglicherweise bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Koptische war dabei nie Verwaltungssprache in Ägypten. In christlich-byzantinischer Zeit war dies weiterhin griechisch und in islamischer Zeit arabisch. Koptisch wurde meist im privaten und christlichen Bereich benutzt.
Koptisch wird heute noch im Gottesdienst der koptischen Christen als Sakralsprache verwendet. In den letzten Jahrzehnten erfreut sich die Sprache unter jungen Kopten wieder zunehmender Beliebtheit als Zeichen ihrer besonderen Identität innerhalb der ägyptischen Gesellschaft, so dass heute wieder mehr Kopten zumindest rudimentäre Kenntnisse der Sprache haben. Im Alltag sprechen sie allerdings weiterhin Arabisch.
Die alte koptische Sprache bestand aus fünf Dialekten. Die wichtigsten sind Sahidisch in Oberägypten und Bohairisch in Unterägypten. Diese dienten auch als Literatursprachen. Achmimisch, Subachmimisch und Fayyumisch sind lokal begrenzte Dialekte. Die heutige Liturgiesprache basiert auf dem Bohairischen.
Der Jesuit Athanasius Kircher veröffentlichte 1636 die erste koptische Grammatik.
Struktur
Das Koptische ist die aufgrund seiner transparenten Schrift (die insbesondere auch die Vokale notiert) am genauesten erschlossene Stufe der ägyptischen Sprache und daher für die Erschließung des älteren Ägyptisch wesentlich gewesen. Auf der phonetischen Ebene zeichnet sich das Koptische durch komplizierte Silbenstrukturen aus (viele syllabische Sonoranten; komplizierte Konsonantencluster im Silbenan- und auslaut). Lexikalisch gesehen ist das Koptische eine ausgesprochene Mischsprache, da ein Großteil des Wortschatzes aus dem Griechischen entlehnt ist. Dabei werden auch zahlreiche griechische Verben verwendet, allerdings in einer unflektierbaren Form, die meistens wie der griechische Imperativ aussieht und mit den gewöhnlichen koptischen Verbalpräformativen zusammen finite Formen bilden kann.
Das Koptische besitzt Reste einer komplizierten Ablautmorphologie von afroasiatischem / semitischem Typus, und zwar bei der nominalen Pluralbildung (z.B. son "Bruder", snew "Brüder"), wo sie jedoch eher auf den Schwund der unbetonten Vokale zurückzuführen ist, und bei dem Gegensatz von Infinitiv vs. Qualitativ des Verbums (z.B. "erheben" Infinitiv cise, Qualitativ cose). Dazu kommen sehr zahlreiche Präfixe bei der Verbalkonjugation, die historisch durchsichtig aus agglutinierten Hilfsverben entstanden sind (z.B. afsotm "er hörte" aus demotisch jrj-f sdm "er(-f) tat(jrj) hören(sdm)"). Insbesondere durch diese agglutinierten Hilfsverben ergibt sich im Koptischen ein reiches Verbalsystem mit einer zweistelligen Zahl von Tempora.
Die Syntax bietet einige Komplexitäten, die man in den Sprachen der Welt sonst eher selten findet. So unterscheidet sich die Anbindung des direkten Objekts je nach dem Tempus des regierenden Verbs (direkt bei Ereigniszeiten, präpositional bei Dauerzeiten). Die sogenannten "Zweiten Tempora" dienen dazu, eine spezielle Fokusposition im Satz zu markieren, die man in europäischen Sprachen meist nur durch eine spezielle Intonation ausdrücken würde. Das Nomen besitzt ein grammatisches Genus (maskulin vs. feminin), das aber unter bestimmten Umständen neutralisiert wird; so muss auf ein Nomen, selbst wenn es feminin ist, mit dem maskulinen Pronomen rückverwiesen werden, wenn das Nomen keinen (bestimmten oder unbestimmten) Artikel bei sich hat. Der bohairische Dialekt des Koptischen unterscheidet nicht nur einen unbestimmten und einen bestimmten Artikel, sondern kennt zwei Subtypen des bestimmten Artikels mit verschiedener Funktion [1].
Schrift
Koptisch wird mit einer eigenen Schrift, dem Koptischen Alphabet, geschrieben, die aus dem griechischen Alphabet hergeleitet und um 8 Zeichen demotischen Ursprungs erweitert worden ist. Im Gegensatz zum Demotischen konnten so erstmals auch Vokale geschrieben werden, was heute für die Erforschung der Aussprache der ägyptischen Vorgängersprachen von Bedeutung ist.
Literatur
- J. Vergote: Grammaire Copte. Bd Ia, Ib, IIa, IIb. Leuven 1992. ISBN 9068314254.
- James Edward Quibell: When did Coptic become extinct? in: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde, 39 (1901), S. 87.
- Thomas O. Lambdin: Introduction to Sahidic Coptic. 1982. ISBN 0-86554-048-9
- J. Martin Plumley: An indroductory Coptic Grammar. London 1948.
- Walter Ewing Crum: A Coptic Dictionary. Oxford: Clarendon Press 1939.
Weblinks
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