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Kolberg (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel: Kolberg
Originaltitel: Kolberg
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1945
Länge (PAL-DVD): 111 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 16 (Neufassung)
Stab
Regie: Veit Harlan
Drehbuch: Veit Harlan
Alfred Braun
Produktion: Wilhelm Sperber
Musik: Norbert Schultze
Kamera: Bruno Mondi
Schnitt: Wolfgang Schleif
Besetzung

Der Film Kolberg des Regisseurs Veit Harlan wurde am 30. Januar 1945, dem 12. Jahrestag der nationalsozialistischen 'Machtergreifung', gleichzeitig in Berlin und in der umkämpften Atlantikfestung La Rochelle (U-Boot-Hafen) vor der Festungsbesatzung und einigen hundert Beamten und Parteifunktionären uraufgeführt.

Es ist ein Film der UFA in Agfacolor.

Der Film basiert auf der Autobiografie von Joachim Nettelbeck. Er sollte als Propagandafilm in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges an den Durchhaltewillen der Deutschen appellieren.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In der Binnenhandlung belagern Napoleons Truppen nach einem erfolgreichen Feldzug in Deutschland die zur Festung ausgebaute Stadt Kolberg. Die Bevölkerung von Kolberg weigert sich zu kapitulieren. Daher beschießt die französische Armee die Festung mit Artillerie. Doch die Bevölkerung gibt nicht auf, und so geht diese schließlich als Sieger aus dem Kampf hervor.

Um den Film als historisches Beispiel für einen erfolgreichen Endkampf zu deuten, wurde die Rahmenhandlung (zu Beginn und am Ende des Films) von 1807 in das Jahr 1813 gelegt. In Wahrheit nämlich wurde Kolberg 1807 nach der preußischen Niederlage und dem Frieden von Tilsit von den Franzosen besetzt, was der Film wissentlich verschweigt. Durch die Verlegung in das Jahr 1813 wird „Kolberg“ in die Nähe des preußischen Siegs von 1813 gelegt.

Besonderheiten

Der von Reichspropagandaminister Goebbels 1943 angeordnete Farbfilm wurde mit 8,8 Millionen Reichsmark Produktionskosten der teuerste Film in der Zeit des Nationalsozialismus. Es wirkten nach Angaben Harlans insgesamt 187.000 Wehrmachtssoldaten als Statisten sowie mehr als 6.000 Pferde mit, was weit übertrieben ist. Tatsächlich dürften es maximal 4.000 bis 5.000 Soldaten und 2.000 bis 3.000 Pferde gewesen sein, was angesichts der fortgeschrittenen Kriegslage immer noch einen gewaltigen Aufwand bedeutete[1][2]. Um das Drehen von Schneeszenen im Sommer zu ermöglichen, wurden einmal 100 Eisenbahnwaggons mit Salz an den Drehort in Pommern gebracht.

Trotz des Aufwands sieht man dem Film die Umstände seiner Herstellung an. So wurde der Chefcutter von einer Splitterbombe zerrissen, und Goebbels hat den Film nach Fertigstellung erheblich gekürzt, weil er in Anbetracht der verheerenden Kriegslage die aufwändigen Schlachtszenen, in denen Kolberger Bürger von einer übermächtigen Armee Napoleons dahingemetzelt werden, dem deutschen Zuschauer nicht zumuten wollte.

Die Premiere fand am 30. Januar 1945 statt, zu der eine Kopie mit dem Fallschirm über dem von den Alliierten bereits eingeschlossenen La Rochelle abgeworfen wurde. Daneben wurde der Film im zu der Zeit schon völlig zerbombten Berlin aufgeführt. Hierzu wurde auf Anordnung des Reichsfilmintendanten eigens ein Kino wieder notdürftig aufgebaut. Der Film lief nur wenige Tage bis zur Eroberung Berlins, und dies unter der ständigen Bedrohung von Luftangriffen, sodass nur eine Handvoll Einwohner eine Vorführung besuchen konnten. Der Film kam viel zu spät, um die erhoffte Propagandawirkung zu erzielen.

1965 kam der Film mit dem Titel Kolberg - Der 30. Januar 1945 neu in die Kinos. Die Neufassung war mit dokumentarischen Einschüben versehen, die dem Publikum an den entsprechenden Stellen die Parallelen zur nationalsozialistischen Propaganda deutlich machen sollten. Mittlerweile wird das deutsche Publikum aber als hinreichend politisch aufgeklärt angesehen. Der Film war deshalb bei seiner Fernsehausstrahlung auf ARTE in seiner originalen Form zu sehen. Bislang kann dieser Film in Deutschland nicht direkt käuflich erworben werden, allerdings ist bei einem US-amerikanischen Versand (Internet) eine deutschsprachige DVD-Version erhältlich.

Literatur

  • Rolf Giesen, Manfred Hobsch: Hitlerjunge Quex, Jud Süss und Kolberg. Die Propagandafilme des Dritten Reiches; Dokumente und Materialien zum NS-Film. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-471-X
  • Klaus Kreimeier: Die Ufa-Story. Geschichte eines Filmkonzerns, München - Wien: Carl Hanser Verlag 1992.

Weblinks

Quellen

  1. Filmhistoriker Gert Koshofer in der Dokumentation Münchhausen – Ein Mythos in Agfacolor, enthalten auf der DVD Münchhausen. Transit Classics – Deluxe Edition
  2. Auch Artikel auf www.dhm.de und www.preussen-chronik.de sprechen von nur 5.000 Soldaten.
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