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Kodak Kodachrome

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Kodak Kodachrome ist

  1. ein Zweifarbenfilm,
  2. ein Umkehr- bzw. Diafilm,
  3. ein eingetragener Markenname der Firma Kodak,
  4. ein Musikstück von Paul Simon.

Seit seinem Erscheinen im Jahr 1935 als erster kommerziell erfolgreicher Dreifarbenfilm mit natürlicher Farbwiedergabe war der Kodachromefilm bis in die 90er Jahre gerade aufgrund seiner im Farbfilmbereich über ein halbes Jahrhundert lang unerreichten Schärfe und Feinkörnigkeit zusammen mit den lebendigen Farben und der von anderen Filmen bis heute nicht erreichten Haltbarkeit das bevorzugte Diafilmmaterial für Berufsfotografen und anspruchsvolle Fotoamateure. Daher kann die Bedeutung dieses Filmmaterials für die Entwicklung der Farbfotografie nicht hoch genug bewertet werden; erst die Velvia-Reihe von Fuji kam in den 1990ern annähernd an die Schärfe von Kodachrome heran.

Ein bezüglich der Farbwiedergabe qualitativ vergleichbarer Vorgänger, das 1907 von den Gebrüdern Lumiere auf den Markt gebrachte Autochrom, war für einen vergleichbaren kommerziellen Massenerfolg noch zu teuer und technisch zu umständlich gewesen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Entwicklung

Vorgänger Zweifarbenfilm

Der technisch wie qualitativ nicht vergleichbare Vorgänger, der Kodachrome-Zweifarbenfilm, wurde zwischen 1916 und 1930 produziert und als Kinofilm genutzt. Die Aufnahmen wurden mit einer Spezialkamera mit Zwillingsobjektiv aufgenommen und dann auf Dipo-Film kopiert; für Details siehe Kodachrome-Verfahren (Zweifarbenfilm).

Das klassische Kodachrome

Das dem klassischen Kodachrome-Dreifarbenfilm zugrundeliegende Verfahren wurde von 1920 bis 1935 von den zwei Musikern und begeisterten Hobbyphotographen Leopold Godowsky und Leopold Mannes im Auftrag Kodaks entwickelt; diese erste Kodachrome-Emulsion wies eine Filmempfindlichkeit von 10 ASA auf. Es heißt, Godowsky und Mannes hätten bei ihren zu Kodachrome führenden Versuchsreihen in der eigenen Küche mangels korrekt genug laufender Uhren die exakte Entwicklungszeit stets durch das gemeinsame Pfeifen einer Beethovensymphonie bestimmt. Man spricht aufgrund der Namen der beiden Erfinder im Englischen auch scherzhaft davon, Kodachrome sei gemeinsam von God and Man ("Gott und dem Menschen") erschaffen worden.

Der Kodachrome-Umkehrfilm wurde erstmals im April 1935 als 16-mm-Schmalfilm vorgestellt; es handelte sich dabei um den ersten nach einem chromogenen Verfahren arbeitenden Farbfilm überhaupt sowie den „dienstältesten“ derzeit noch am Markt erhältlichen fotografischen Film.

Eigenschaften

Der Schichtträger der Kodachrome-Farbumkehrfilme besteht aus 0,135 mm dickem Celluloseacetat.

Die aufeinander abgestimmte Filmreihe bestand überwiegend aus dem K25, K64 und dem K200 mit den Filmempfindlichkeiten von 25, 64 und 200 ASA), für Super8 und 16 mm besaß darüberhinaus der K40 bis zu seinem Produktionsende 2005 eine besondere Bedeutung; Jahrzehnte zuvor war in beiden letzteren Formaten bereits die Fertigung des K25 eingestellt worden. Mittlerweile sind nur noch der K64 und K200 und das auch nur für 35mm erhältlich, die Produktion des K25 wurde von Kodak 2002 auch für 35mm eingestellt.

Der Kodachrome 25 besitzt eine Körnigkeit von 8 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Meßblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Angaben laut Kodak-Datenblatt von 1998).

Der Kodachrome 64 besitzt eine Körnigkeit von 10 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Meßblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm bzw. bei einem Testobjektkontrast 1000:1 bei 100 Linien/mm (Angaben laut Kodak-Datenblatt von 2002).

Der Kodachrome 200 besitzt eine Körnigkeit von 16 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Meßblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 50 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Angaben laut Kodak-Datenblatt 2002).

Kodachrome-Song

1973 komponierte Paul Simon das Lied Kodachrome, das aus seiner Jugend erzählt und bei dem Kodachrome eine wichtige Rolle spielt. Er widmet es dem Hersteller Kodak. Im Refrain kommen die Zeilen: "Kodachrome, They give us those nice bright colors, They give us the greens of summers, Makes you think all the worlds a sunny day I got a Nikon camera, I love to take a photograph, So mama dont take my Kodachrome away" Er sang das Lied auch 1981 bei der Wiedervereinigung von Simon & Garfunkel im Central Park. Das Video gibt es bei youtube.com [1]

Vor- und Nachteile

Die Kodachrome-Filme zeichnen sich allgemein aus durch ihre sehr hohe Schärfe, ihre äußerst natürliche und nuancenreiche Farbwiedergabe – vor allem von Hauttönen – und die hohe Farbbeständigkeit. Letztere Eigenschaft machte ihn lange Zeit zur "Nummer 1" wenn es um Archivfestigkeit (Museen, Kunstarchive) geht.

Tests haben gezeigt, dass die hohe Haltbarkeit der Kodachrome-Farbstoffe nur für den Fall der Aufbewahrung im Dunkeln gilt, hier ist Kodachrome allen anderen Diafilmen für die bildmäßige Fotografie, die heute (Anfang 2005) sämtlich nach dem E-6-Verfahren arbeiten, überlegen. Anders verhält es sich mit der Stabilität der Farbstoffe bei der Projektion: Der enorme Lichtdurchsatz während der Projektion führte bei Tests schon nach einer Stunde zu einem merklichen Ausbleichen (Dichteverlust von 0,1) von Kodachrome-Dias, E-6-Diamaterialien (z.B. Kodak Ektachrome, Agfachrome, Fujichrome) zeigten sich hier stabiler. Kodachrome-Dias sollten deshalb unbedingt in vollkommener Dunkelheit aufbewahrt werden!

Funktionsweise

Der Kodachrome ist eigentlich ein dreischichtiger Schwarz-Weiß-Film. Die Schichten sind durch Farbfilter voneinander getrennt und zeichnen so die drei Grundfarben auf. Anders als bei "normalen" Farbfilmen, die i. d. R. nach dem E-6-Prozess verarbeitet werden, fehlen dem Kodachrome aber die Farbkuppler zur Farbwiedergabe; diese werden erst während der Entwicklung zugegeben. Daher ist der Kodachrome unempfindlicher gegenüber falscher Lagerung (zu lange, zu heiß, zu feucht) als andere Farbfilme. Es soll schon originalverpackte Kodachrome-Filme gegeben haben, die (ohne tiefgekühlte Lagerung) mehr als 15 Jahre über das angegebene Haltbarkeitsdatum hinaus aufbewahrt wurden und dann nach Belichtung und Entwicklung trotzdem noch mittelmäßige Ergebnisse zeigten. Obwohl die Farbe erst während der Entwicklung zugeführt wird, gilt der Kodachrome als chromogener Film.

Aufgrund des Fehlens der in die Emulsion eingebetteten Farbkuppler können die einzelnen Schichten sehr dünn gehalten werden, was die enorme Schärfeleistung erklärt. Der Film ist daher für Großvergrößerungen optimal geeignet.

Die Entwicklung im K14-Prozess ist daher auch sehr aufwändig und muss in mehreren Schritten erfolgen. Sie wird nur von Kodak selbst durchgeführt und ist bereits im Filmpreis enthalten (nur Europa).

Kodachrome-Filme hatten immer nur Bedeutung als Film im professionellen bzw. semiprofessionellen Bereich. Diafilme auf der Basis des wesentlich einfacher zu handhabenden E-6-Entwicklungsprinzips sind marktbeherrschend.

Zukunft

2004 gab Kodak die Einstellung der Produktion analoger Kameras, sowie die Einstellung der Weiterentwicklung analogen Filmmaterials bekannt. Das Angebot an analogen Filmen wurde reduziert. Abzusehen ist, dass langfristig durch die Verbreitung der Digitalfotografie (Digitalkamera) analoge Filme nur noch im Spezialhandel verfügbar sein werden.

Siehe auch

Weblinks

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