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Koberg (Lübeck)
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Der Koberg ist der zweite große Lübecker Platz nach dem Markt.
Der Umstand, das der Koberg nicht ganz am Puls der Hansestadt, also nicht in der Fußgängerzone liegt, macht ihn nicht weniger bedeutend, eher charmanter. Dennoch haben die Lübecker offenbar ein Problem mit ihrem mittelalterlichen Koberg, wollen sie ihn doch, wenn es nach den Kommunalpolitikern geht, ständig beleben. Der Platz als solcher wirkt zunächst einmal durch seine leere Größe und seine Umgebung, die backsteingotische St. Jakobikirche mit dem davorgesetzten Pastorat im Stil der Backsteinrenaissance, den kleinen Geibel-Platz mit dem Denkmal des Dichters Emanuel Geibel an der Einmündung der Königstraße, dem gotischen Heiligen-Geist-Hospital und den klassizistischen Fassaden der umgebenden Bürgerhäuser. Da stört es den Platz wenig, ob die Lübecker ihn beparken wollen oder nicht, er hat in seiner Geschichte schon viel an Gestaltungswillen überlebt, ohne seinen Charakter zu verlieren. Das macht ihn unter Lübecks Plätzen so einmalig. Richtung Norden führt die Große Burgstraße durch das Burgtor aus der Altstadt heraus und die Kleine Burgstraße direkt in das Burgkloster.
Zur Weihnachtszeit ergänzen sich hier der Weihnachtsmarkt auf dem Platz und der kunsthandwerkliche Weihnachtsmarkt im Heiligen-Geist-Hospital mit den Adventsmusiken von St. Jakobi.
Die Schiffergesellschaft am Anfang der Breiten Straße mit ihren Beischlägen aus gotländischem Kalkstein bildet gemeinsam mit St. Jacobi das Tor zum lebhafteren Teil der Stadt, daran wird auch Politik nichts ändern können und der Koberg dankt es. Selbst die Postmoderne ist so an dem Platz schneller vorbei gegangen, als manch ein Lübecker gedacht hätte, einzig Burrecht und Brunnen zeugen noch vom Zeitgeschmack der vergangenen Epoche.
Der gute Zustand - im Gegensatz zu anderen Lübecker Plätzen - ist dem finanziellen Engagement der Possehl-Stiftung zu verdanken.
Koordinaten: 53° 52' N, 10° 41' O
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