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Knick

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Als Knick, Mehrzahl Knicke oder Knicks, bezeichnet man in Norddeutschland, insbesondere in Schleswig-Holstein, wallartige Baum- und Strauchhecken, die im 18. Jahrhundert im Rahmen der Verkoppelung als „lebende Zäune“ angelegt wurden. Ein typischer Knick bildet eine bis zu fünf Meter breite (meist jedoch schmalere) relativ dichte grüne „Wand“ aus Gestrüpp und Gebüsch.

Ursprünglich dienten die Knicks als Feldbegrenzung, Brennholzlieferanten und Schutz gegen äolische Erosion (Abtrag durch Wind). Auf dem Wall (heutzutage auch einfach nur Streifen) aus Steinen und Erde findet man meist Haselnusssträucher, Hainbuchen, Eschen, vereinzelt eingestreut auch große Buchen und – in Ostfriesland als Hauptbaumart – Eichen. Als Schutz gegen Viehverbiss wurden vielfach auch Dornensträucher wie Heckenrosen, Sanddorn, Brombeeren und Schlehdorn gepflanzt.

Wird eine Trasse beiderseitig von Knicks begrenzt, so ist dafür der Begriff Redder verbreitet. Redder schützen die angrenzenden Felder gegen Verbiss oder Vertritt durch Vieh. In ländlichen oder auch vormals ländlichen Gegenden Norddeutschland tragen vielerorts Straßen diesen Namen.

Bild:Knick.jpg
Auf den Stock gesetzter Knick, nur noch Wall und Überhälter

Der Name Knick leitet sich aus dem regelmäßigen „Abknicken“ der Büsche ab. Alle zehn bis fünfzehn Jahre wird das Buschwerk knapp oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten („abgeknickt“), um einen starken Neuaustrieb zu fördern. Dabei werden größere Bäume („Überhälter“) stehen gelassen, die Strauchgehölze jedoch zurückgeschnitten („auf den Stock gesetzt“). Durch diese Maßnahme verhindert man das Aufkahlen der Pflanzen, das den Windschutz beeinträchtigt. Der arbeitsintensive Rückschnitt stellte lange ein Problem für die Landwirte da, zumal das anfallende Holz und Strauchwerk auf dem Markt nicht gefragt war. Der Rückschnitt muss aber erfolgen, da es seit dem 30. August 1996 eine so genannte „Knickverordnung“ des Landes Schleswig-Holstein gibt, die die Pflege der Knicks regelt. In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Rückschnitts durch die Entwicklung von so genannten „Hackschnitzel-Heizungen“ wieder verbessert.

Knicklandschaft mit Überhältern
Knicklandschaft mit Überhältern

Der Knick ist in Schleswig-Holstein ein landschaftsprägendes Element. Heute gibt es noch rund 46.000 Kilometer Knick. Schätzungen gehen davon aus, dass nach dem Zweiten Weltkrieg über 80.000 Kilometer Knicks vorhanden waren. Im Zuge der Flurbereinigung gingen Knicks verloren, da die Äcker aufgrund der neuen Anforderungen durch die maschinelle Bearbeitung vergrößert wurden. Besonders deutlich wird dies bei der Betrachtung der Knicks in Mecklenburg-Vorpommern. Hier prägen Knicks nicht mehr das Landschaftsbild, da für die LPG-Betriebe ohne Rücksichtnahme riesige Ackerflächen angelegt wurden. Heute werden die Knicks durch § 15 b des Schleswig-Holsteinischen Landesnaturschutzgesetzes geschützt. Ziel ist es, eine Knickdichte von 60 laufenden Metern je Hektar in landwirtschaftlich geprägten Gegenden zu erhalten.

Die Knicks bilden einen wichtigen zusammenhängenden Lebensraum für viele Tierarten. Insgesamt wurden ca. 7000 Tierarten gezählt, darunter viele Singvogelarten. Sie sind aber auch (je nach Anlage) beliebte Ziele für Beerensammeler.

  • Wallheckentypen

Je nach Mundarten werden die Wallhecken unterschiedlich bezeichnet: Knick, Hecke, Graben, Öwer, Över, Einfriedigung, Fredung, Hagen und Kampwall. Das Wort Knick ist relativ neu und ca. erst 400 bis 500 Jahre alt. Dieses Wort bezieht sich ausschließlich auf eine bestimmte Anlage-, oder Pflegeweise, nämlich das Knicken bzw. Beugen von Zweigen dünnen Ästen oder sehr jungen Bäumen (siehe auch Seite). Der Name Gebückbaum ist hiermit ebenfalls erklärt.

Siehe auch

Hecke, Wallhecke, Gebück, Landwehr, Landgraben

Literatur

  • Jürgen Eigner, Unsere Knicks im Natur- und Landschaftshaushalt, in: Schleswig-Holstein, Band X, 1975, Seiten 172 bis 176.
  • Jürgen Eigner, Ökologische Knickbewertung in Schleswig-Holstein, in: Die Heimat, Band 85, 1978, Seiten 241 bis 249
  • Georg Müller, „Eine Landschaft im Wandel“ 2003 / Georg Müller „Kleine Namenserklärung aus dem Niederdeutschen“ 2002 / Georg Müller „Wallhecken, Entstehung-Pflege-Neuanlage am Beispiel der Gemeinde Ganderkesee“ 1989 ISBN 3-923788-16-9

Weblinks

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