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Kirgisistandeutsche

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Der Begriff Kirgisistandeutsche ist ein Sammelbegriff für deutschstämmige Menschen in Kirgisistan. Die meisten von ihnen sind nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Kirgisistans im Jahre 1991 nach Deutschland ausgewandert, da mit dem Zusammenbruch der Kolchosen und staatlichen Industriebetriebe ein Großteil ihrer Arbeitsplätze verloren ging. Im Jahre 1989 waren es noch etwa 110.000; heute stellt der verbliebene Rest von etwa 20.000 nur noch eine Minderheit von ungefähr 0,4% in dem zentralasiatischen Land.

Geschichte

Erste deutsche Spuren in Kirgisistan gehen auf die Jahre um 1860 zurück. Damals ließen sich vereinzelt einige wenige Deutsche nieder. 1880 bekamen die strenggläubigen Russlandmennoniten aus dem Wolgatal die Erlaubnis des Zaren, nach Kirgisistan auszuwandern. Größtenteil konnten sie aus religiösen Motiven nicht mehr im europäischen Russland wohnen, da ihnen dort die Wehrpflicht drohte. Zwei Jahre Wanderung nahmen sie auf sich und kamen dann endlich in das „Heilige Land“, wie sie es selbst nannten. Im Talas-Tal gründeten sie die Dörfer Köppental, Nikolaital, Gnadental, Gnadenfeld, Orlow und Nonnendorf. Im Kreis Kant in der Tschüi-Ebene wurden die Ortschaften Luxemburg, Friedenfeld und Bergtal gegründet. Außerdem gründeten sie im Süden des Landes die Bergarbeiterstadt Mailuusuu.

1920 lebten schon 4.000 Deutsche in Kirgisistan, und in den 30er Jahren wurden es nochmals mehr wegen der Hungersnot in Russland (Zentralasien blieb davon verschont). Zum größten Teil waren die dort ansässigen Deutschen Ackerbauern. Die Kirgisistandeutschen litten weniger unter dem Stalinismus als ihre Verwandten im europäischen Teil der Sowjetunion.

Die zweite große Auswanderungswelle fand von Kasachstan aus statt. Viele Deutsche, die von Josef Stalin aufgrund der Auflösung der Wolgadeutschen Republik im Jahre 1941 nach Kasachstan deportiert wurden, zogen nach dessen Tod in die südlichere Gegend, also nach Kirgisistan, da das Klima dort erträglicher war als in der kasachischen Steppe.

Nach dem Untergang der Sowjetunion wanderten die meisten Deutschen in die Heimat ihrer Vorfahren aus. Manche gingen auch nach Sibirien in die dort wiedergegründeten Nationalkreise Asowo und Halbstadt in der Republik Altai. Der weitaus größte Teil der Kirgisistandeutschen entschloss sich jedoch zur Aussiedlung nach Deutschland.

Die Kirgisistandeutschen sind zumeist Evangeliumschristen-Baptisten und Mennoniten, zum Teil auch Protestanten, weniger Siebenten-Tags-Adventisten und ferner Katholiken.

Die wohl bekannteste Kirgisistandeutsche ist die Leichtathletin Lilli Schwarzkopf.

Siehe auch:

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