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Kfz-Kennzeichen (Schweden)
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Bild:License plate Sweden.jpg Schwedisches Euro-Kennzeichen |
Inhaltsverzeichnis |
Aktuelles Kennzeichensystem (seit 1972)
Allgemeines
Seit 1972 verfügt Schweden über ein überregionales Kennzeichensystem. Die Kennzeichen bestehen aus drei Buchstaben und drei Ziffern, die von AAA 001 bis ZZZ 999 fortlaufend, vom Vägverket vergeben werden. Sie sind, anders als etwa in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, nicht an die Person des Eigentümers und dessen Wohnsitz, sondern an das Fahrzeug gebunden. Seit April 2003 werden nur noch Euro-Kennzeichen vergeben.
Wer in Schweden einen Neuwagen erwirbt, muss dem Fahrzeug ein Kennzeichen zuteilen lassen, welches dann stets am Fahrzeug verbleibt; bei einem Weiterverkauf muss lediglich der neue Eigentümer bekanntgegeben werden. Aus diesem Grund werden auch Gebrauchtfahrzeuge immer bereits mit den Kennzeichenschildern erworben. Auch ein Wohnortwechsel des Eigentümers oder der Verkauf des Fahrzeuges in einen anderen Verwaltungsbezirk zieht keine Änderung des Kennzeichens nach sich, lediglich die geänderten Eigentümerdaten müssen ordnungsgemäß gemeldet werden. Erst wenn das Fahrzeug verschrottet wird und damit endgültig abgemeldet wird, werden die Schilder eingezogen. Es ist daher möglich, die gesamte Eigentümergeschichte eines Fahrzeuges genau zurückzuverfolgen. Es besteht sogar die Möglichkeit, alle Daten zu einem Fahrzeug über das Internet, telefonisch, als Faxabruf oder mittels SMS (nur die wichtigsten Daten) abzurufen.
Derzeit werden bereits Kennzeichen mit dem Anfangsbuchstaben X vergeben. Ein Grund zur Einführung eines neuen Kennzeichensystems besteht dennoch nicht, da nach Erreichen des Kennzeichens ZZZ 999 einfach wieder freigewordene Kennzeichen, die früher bereits auf anderen Fahrzeugen verwendet wurden, vergeben werden. Im Laufe der 1980er Jahre wurde für die interne Datenverarbeitung versuchsweise eine gewisse Systematik entwickelt - so wurden etwa die Kennzeichen PAA 001 bis PDZ 999 für eigenimportierte Fahrzeuge verwendet oder das Monat der Erstzulassung konnte eine gewisse Zeit lang am letzten Buchstaben abgelesen werden. Diese Systematik wurde nach einiger Zeit wieder aufgegeben.
Abgesehen von den weiter unten beschriebenen Kennzeichen für Taxis, Händler-, Diplomaten- und Militärkennzeichen gibt es keine weiteren Sonderkennzeichen in Schweden. Auch Mitglieder der Königsfamilie, der Regierung, die Polizei, Einsatzkräfte und andere besondere Personengruppen und Behörden fahren Fahrzeuge mit unauffälligen normalen Kennzeichen.
Es wird immer geprüft, ob die drei Buchstaben möglicherweise ein anstößiges oder Aufsehen erregendes Wort oder Abkürzung ergeben. So werden etwa Kombinationen wie FAN (schwedisch für Teufel), GAY, GUD (schwedisch für Gott), NEJ (schwedisch für nein), SEX, WTC (Abkürzung für World-Trade-Center) usw. nicht vergeben. Insgesamt umfasst die Liste der zurückgehaltenen Buchstabenkombinationen über 100 Kombinationen und wurde von vornherein so umfangreich ausgelegt, um den zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, der entstehen würde, wenn viele Fahrzeughalter ihre unbeliebten Kennzeichen austauschen ließen. Diese "schwarze Liste" wird immer wieder akutalisiert, so wurde etwa die genannte Kombination WTC erst nach dem 11. September 2001 hinzugefügt; andere Kombinationen, etwa Abkürzungen bestimmter Parteien, die bei Einführung des neuen Systems zu Beginn der 1970er Jahre als unpassend empfunden wurden, wurden mittlerweile wieder von der Liste entfernt, wenn die Partei nicht mehr existiert und die Abkürzung und deren Bedeutung in Vergessenheit geraten ist. Weiters werden die Buchstaben I, Q, V, Å, Ä und Ö aufgrund der Verwechlungsgefahr mit A, J, O und W nicht verwendet.
Charakteristisch für die schwedischen Kennzeichen ist auch die Prüfplakette, die am hinteren Schild zwischen den Buchstaben und den Ziffern angebracht wird. Das Vorhandensein einer gültigen Prüfplakette zeigt an, dass das Fahrzeug auf einen Fahrzeughalter angemeldet ist, die letzte technische Überprüfung bestanden hat, über eine gültige Versicherung verfügt und die regelmäßig anfallende Kraftfahrzeugsteuer entrichtet wurde.
Im Laufe der Zeit wurden die Kennzeichen aus verschiedenen Materialien hergestellt und es wurden unterschiedliche Schriftarten bzw. Herstellungsmethoden verwendet:
- 1972-1983: Aluminiumschilder mit geprägten Zeichen
- 1984-1993: Kunststoffschilder mit geprägten Zeichen (zahlreiche derartige Kennzeichen verfärbten sich unter Sonneneinstrahlung schwarz und mussten ausgetauscht werden)
- 1994-2001: Kunststoffschilder mit gedruckten Zeichen (glatte Oberfläche, fette Schrift)
- seit 2001: Aluminiumschilder mit geprägten Zeichen, seit 2003 als EU-Kennzeichen
Wie praktisch in allen anderen europäischen Staaten üblich, gibt es überwiegend längliche einzeilige Kennzeichen sowie zweizeilige Kennzeichen (etwa für Motorräder) und kleinere Mopedkennzeichen. Daneben werden in Schweden für amerikanische Autos Kennzeichen im US-Format sowie Kennzeichen auf selbstklebender Folie (z. B. für Schneescooter in Nordschweden, die auch einer Registrierungspflicht unterliegen) ausgegeben.
Bei allen Kennzeichen wird die Fahrgestellnummer (VIN-Code) sowie das Datum der Erstzulassung in kleiner Schrift am Rand des Schildes geprägt.
Seit einiger Zeit werden von mehr oder weniger dubiosen Firmen im Internet Kennzeichen zur Bestellung angeboten, deren Hintergrund derartig hell reflektiert, sodass auf Fotos von Radarkameras das Kennzeichen nur als helle weiße Fläche erscheint und die Schrift nicht lesbar ist. Die Verwendung solcher Kennzeichen ist natürlich verboten, jedoch entspricht das Aussehen dieser Schilder bis in kleinste Detail den offiziellen Schildern, sodass diese mit freiem Auge nicht zu unterscheiden sind und eine Untersuchung der reflektierenden Folie notwendig wäre.
Wunschkennzeichen
Seit 1988 besteht die Möglichkeit, für 6000 SEK (etwa 650 Euro) ein persönliches Kennzeichen zu erwerben. Dabei muss das Fahrzeug zuerst mit dem standardmäßigen Kennzeichen auf den Eigentümer angemeldet werden, danach kann dem Eigentümer ein Wunschkennzeichen zugteilt werden. Im Prinzip kann jeder beliebige Wortlaut gewählt werden, nicht jedoch Kombinationen, die den normalen Kennzeichen entsprechen (drei Buchstaben und drei Ziffern) oder anstößige Ausdrücke. Bei Wunschkennzeichen können auch die Buchstaben I, Q, V, Å, Ä und Ö verwendet werden. Es sind maximal sieben Stellen zulässig und Buchstaben, Ziffern und Leerstellen können frei angeordnet werden. Bei Wunschkennzeichen wird die Prüfplakette am rechten Rand des hinteren Kennzeichens angebracht.
Kennzeichen für Taxis
Für Taxis werden Kennzeichen mit gelben Hintergrund vergeben, dabei folgt nach der normalen Buchstaben-Ziffern-Kombination der Buchstabe T (z. B. ABC 123 T). Bei Ihnen fehlen aus Platzgründen das Europaabzeichen und die Prüfplakette. Statt dessen muss ein besonderer Kontrollaufkleber links unten auf der Windschutzscheibe angebracht werden. Wird das Fahrzeug später als Gebrauchtwagen an einen privaten Eigentümer weiterverkauft, müssen natürlich die Taxischilder zurückgegeben werden und das Fahrzeug erhält die normalen Kennzeichen (im obigen Beispiel statt ABC 123 T schließlich ABC 123).
Händlerkennzeichen
Eingetragene Fahrzeughändler können Händlerkennzeichen beantragen. Diese sind grün mit schwarzer Schrift und nicht an das Fahrzeug, sondern an das Unternehmen des Händlers gebunden. Solche Kennzeichen können kurze Zeit für Probefahrten mit noch nicht angemeldeten Fahrzeugen verwendet werden. Während der Probefahrt ist das Fahrzeug von der Versicherung des Händlers geschützt. Derartige Kennzeichen können naturgemäß auf verschiedenen Fahrzeugen nach Bedarf angebracht werden und bleiben nicht am Fahrzeug.
Ersatzkennzeichen
Geht ein Kennzeichenschild verloren oder wird es gestohlen, darf mit dem Fahrzeug in Schweden nur mehr der Weg zur nächsten Polizeiwache am kürzest möglichen Weg zurückgelegt werden. Dort ist Anzeige über den Verlust bzw. den Diebstahl zu erstatten und ein Ersatzkennzeichen wird ausgestellt. Diese sind aus gelbem Plastik gefertigt, worauf einfach mit wasserfestem dicken Filzstift das Kennzeichen des Fahrzeuges sowie ein Stempel der Polizeiwache aufgetragen werden. Der Fahrzeughalter darf das Fahrzeug dann für eine gewisse Zeit wieder verwenden, muss jedoch ohne Verzögerung neue Kennzeichenschilder beantragen. Dabei werden jedoch einfach nur Schilder mit dem ursprünglichen Kennzeichen des Fahrzeuges nachgefertigt, eine Neuzuteilung eines anderen Kennzeichens erfolgt nicht. Allerdings wird natürlich bei den Fahrzeugdaten vermerkt, dass das betreffende Kennzeichen bereits einmal als verloren oder gestohlen gemeldet wurde.
Diplomatenkennzeichen
Diplomatenkennzeichen sind blau und bestehen aus zwei Buchstaben, drei Ziffern und noch einem Buchstaben. Der letzte Buchstabe zeigt den diplomatischen Status des Fahrzeughalters an (Diplomat, Konsul, technischer Mitarbeiter usw.) Die ersten beiden Buchstaben kennzeichnen den vertretenen Staat, wobei diese nach den französischsprachigen Namen der Staaten alphabetisch geordnet werden und daher auf den ersten Blick nicht durchschaubar sind.
Militärkennzeichen
Militärfahrzeuge führen noch heute Kennzeichen, deren Schrift und Aufmachung dem alten Kennzeichensystem von vor 1972 entspricht. Sie zeigen gelbe Schrift auf schwarzem Grund und bestehen nur aus fünf bis sechs Ziffern.
Altes System (1916-1972)
Bei den alten Kennzeichen, die seit der Einführung der Registrierungspflicht für Kraftfahrzeuge im Jahr 1916 bis zur Einführung des neuen Systems 1972 ausgegeben wurden, stand am Anfang ein Buchstabe, der den Verwaltungsbezirk (Län) angab, in dem der Fahrzeuginhaber seinen Wohnsitz hatte (siehe untenstehende Liste). Danach folgten bis zu fünf Ziffern, die von 1 bis 99999 fortlaufend vergeben wurden (z. B. A12345 für ein Kennzeichen aus der Stadt Stockholm).
In den Verwaltungsbezirken Stockholm Stadt (Buchstabe A), Malmöhus Län (Buchstabe M) und Göteborgs och Bohus Län (Buchstabe O) wurden schon früh alle möglichen Nummernkombination vergeben, sodass nach dem Kennbuchstaben noch ein weiterer Buchstabe eingefügt wurde (z. B. OA12345 für ein Kennzeichen aus dem Verwaltungsbezirk Göteborgs och Bohus län).
Die Kennzeichen mit der Ziffer 1 waren in allen Verwaltungsbezirken dem Landshövding, dem obersten Verwaltungsbeamten im jeweiligen Bezirk, vorbehalten. Lediglich in Stockholm wurde das Kennzeichen A1 an den jeweils amtierenden König vergeben.
Die alten Kennzeichen wurden mit 1. Mai 1973 für ungültig erklärt und mussten daher 1972-73 innerhalb weniger Monate gegen neue ausgetauscht werden. Derartige Kennzeichen sind daher selbst bei sehr alten Fahrzeugen nicht mehr anzutreffen.
- A - Stockholm (Stadt) - später erweitert AA und AB
- AC - Västerbottens län
- B - Stockholms län
- BD - Norrbottens län
- C - Uppsala län
- D - Södermanlands län
- E - Östergötlands län
- F - Jönköpings län
- G - Kronobergs län
- H - Kalmar län
- I - Gotlands län
- K - Blekinge län
- L - Kristianstads län (heute Skåne län)
- M - Malmöhus län (heute Skåne län) - später erweitert MA
- N - Hallands län
- O - Göteborgs och Bohus län (heute Västra Götalands län) - später erweitert OA
- P - Älvsborgs län (heute Västra Götalands län)
- R - Skaraborgs län (heute Västra Götalands län)
- S - Värmlands län
- T - Örebro län
- U - Västmanlands län
- W - Kopparbergs län (heute Dalarnas län)
- X - Gävleborgs län
- Y - Västernorrlands län
- Z - Jämtlands län
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