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Kerr-Effekt
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Der elektrooptische Kerr-Effekt ist ein Effekt der nichtlinearen Optik. Das Anlegen eines elektrischen Feldes E an ein Medium verändert unter anderem seine optischen Eigenschaften, da dieses eine nichtlineare Neuausrichtung bzw. Neuorientierung der verschiedenen Ladungsträger im Material verursacht. Dieser Prozess zieht auch eine Veränderung der Brechzahl n(E) des Materials nach sich, welche mathematisch durch eine Taylor-Reihe entwickelt werden kann:
Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): n(E) = n_0+S_1 \cdot E + S_2 \cdot E^{2} + \dots
Die höheren Ordnungen der nichtlinearen Brechzahl können mit Hilfe der Kramers-Kronig-Relation aus der frequenzabhängigen Absorption des Mediums ermittelt werden. Der Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): S_2
-Term verursacht den elektrischen Kerr-Effekt,
wohingegen der optische Kerr-Effekt den Fall beschreibt, bei dem alle Parameter Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): S_{1,3,\dots}
gegenüber dem Parameter Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): S_2 vernachlässigbar sind: Das Material zeigt eine Änderung der Brechzahl n(E) proportional zum Quadrat der angelegten elektrischen Feldstärke. Die Folge ist, dass das Material eine Doppelbrechung erzeugen kann. Im Fall des Kerr-Effektes ist die Differenz der Brechzahlen von ordentlicher (o) und außerordentlicher (e) Achse proportional zum Quadrat der elektrischen Feldstärke: Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): |n_{\rm o}-n_{\rm e}|\propto E^{2}
.
Die 'Stärke' des Kerr-Effektes hängt von den Materialeigenschaften ab. Er ist in einigen transparenten Medien wie z. B. einigen Kristallen und Flüssigkeiten besonders stark ausgeprägt und damit gut zu beobachten. Weiterhin hängt der Kerr-Effekt von der Ausbreitungsrichtung und Polarisation des Lichtes im Material und von der Richtung und Feldstärke des elektrischen Feldes im Verhältnis zu den Kristallachsen ab. In den meisten Fällen ist die durch den Kerr-Effekt verursachte Änderung der Brechzahl minimal: In Kristallen in der Größenordnung von Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): 10^{-4}
und in Flüssigkeiten Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): 10^{-9}
. Wenn sich Licht jedoch im Material über eine längere Distanz (sprich: ein paar tausend Wellenlängen) fortbewegt, kumuliert sich der Effekt und man kann durch Anlegen des elektrischen Feldes E eine Phasenverschiebung von 0 bis Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): 2\pi
erreichen.
Andere Herangehensweise
Der Kerr-Effekt beschreibt die Beeinflussbarkeit des Polarisationszustandes von Licht durch äußere elektrische Felder.
- Wir betrachten dabei optisch isotrope Medien (z.B. Flüssigkeiten). In diesen Medien befinden sich anisotrop polarisierbare, also längliche Moleküle.
- Legt man nun ein äußeres Feld Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): E_K
an, wird dadurch ein Dipolmoment induziert, was zu einer Ausrichtung der länglichen Moleküle führt. (Es werden jedoch auf Grund der thermischen Aktivität der Flüssigkeiten (z.B. Wasser) nicht alle Moleküle ausgerichtet, dennoch reicht die Anzahl der ausgerichteten Moleküle bereits aus, um eine Doppelbrechung zu bewirken)
==> dabei erhält das parallel zu Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): E_K
polarisierte Licht eine andere Brechzahl -nämlich Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): n_p = n_{ao} mit Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): n_{ao} ist außerordentliche Brechzahl und Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): n_s = n_o mit Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): n_o ist ordentliche Brechzahl.
==> Parser-Fehler (Das temporäre Verzeichnis für mathematische Formeln kann nicht angelegt oder beschrieben werden.): \Delta n= n_{ao} - n_o = \lambda \cdot K \cdot E_K^2
Geschichtliches
Der Kerr-Effekt ist nach dem schottischen Theologen und Physiker John Kerr (1824-1907) benannt, der ihn 1875 entdeckte. Der oben beschriebene Kerr-Effekt wird auch als quadratischer elektrooptischer Effekt bezeichnet, im Unterschied zum 1876 entdeckten magnetooptischen Kerr-Effekt.
siehe auch
Selbstphasenmodulation, Pockels-Effekt
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