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Karl Rüb

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Karl Rüb (* 1896 in Lichtental, Bessarabien; † 1970) war ein Diplom-Ingenieur aus Bessarabien. 1945 schuf er auf eigene Initiative in Stuttgart ein Hilfswerk für Bessarabiendeutsche in Deutschland, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlinge mittel- und heimatlos geworden waren.

Leben

Karl Rüb wurde als Kind eines Gemeinde-Notärs in Bessarabien geboren. Er stammt aus der deutschen Gemeinde Lichtental, die Auswanderer 1834 gegründet hatten. Er besuchte die Wernerschule in Sarata und das Gymnasium in Odessa. 1918 schloss er sich im Alter von 22 Jahren einem in Odessa stationierten Truppenteil der deutschen Armee an und kam auf diese Weise nach Stuttgart. Dort studierte er an der Technischen Hochschule Maschinenbau. Nach dem Abschluss 1926 gründete er ein technisches Handelsunternehmen und übernahm in Süd-Bessarabien, dem Budschak, mehrere Generalvertretungen deutscher Firmen für Landmaschinen. Gleichzeitig betätigte er sich als Konstruktionsingenieur. 1935 brachte er als mitarbeitender Ingenieur im größten rumänischen Industrieunternehmen eines seiner Patente zur Serienreife. Zwischen 1939-1944 betrieb er eine eigene Firma mit Sitz in der rumänischen Hafenstadt Constanţa, die 6 Filialen unterhielt. 1945 kehrte er nach Deutschland nach Oberstetten, heute Ortsteil von Hohenstein, zurück. Von dort waren seine Vorfahren über 100 Jahre zuvor nach Bessarabien ausgewandert.

Werk

1945 gründete Karl Rüb das Hilfswerk für evangelische Umsiedler aus Bessarabien mit Sitz in Stuttgart. Er wurde zum Leiter des sog. Hilfswerks Rüb mit zeitweise 50 Mitarbeitern ernannt, das die Evangelische Landeskirche Württemberg unterstützte. Das Hilfswerk diente als Anlaufstelle für heimatlose Bessarabiendeutsche, u. a. durch eine Suchkartei, Beratung, Unterkunft, Ansiedlung. Da viele der etwa 92.000 Bessarabiendeutschen nach Ende des Zweiten Weltkriegs in anderen alliierten Besatzungszonen gestrandet waren, organisierte Rüb für etwa 20.000 Personen den Zuzug in ihre Urheimat in Württemberg. 1946 integrierte sich sein Hilfswerk in das neu gegründete Hilfskomitee der Ev.-luth. Kirche aus Bessarabien. Rüb wurde allmählich aus den landsmannschaftlichen Aktivitäten gedrängt und gab 1951 alle Ämter auf. Nach seinem Rückzug ins Privatleben verstarb er 1970.

Literatur

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