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Kalenderstreit
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Als Kalenderstreit wird die Ablehnung der von Papst Gregor XIII. 1582 durch eine Päpstliche Bulle angeordneten Reform des Julianischen Kalenders durch die Protestanten bezeichnet.
Diese Kalenderreform, die zum nach dem Papst benannten Gregorianischen Kalender führte, war sachlich berechtigt und durch Fachgelehrte begründet, hatte also keinen theologischen Hintergrund. Die evangelischen Christen, insbesondere viele Geistliche waren jedoch nicht bereit, die von einem Papst ausgehende Bestimmung anzuerkennen und zu übernehmen. In katholischen Ländern wurde der neue Kalender sofort, in evangelischen nur zögernd, zum Teil erst im 18. Jahrhundert eingeführt.
Kuriose Situationen waren die Folge. So feierten die Konfessionen das Osterfest an unterschiedlichen Tagen oder der katholische Landesherr musste par ordre de mufti bei seinen evangelischen Untertanen (die beispielsweise durch einen Erbfall zu ihm gekommen waren) das Feiern am „evangelischen“ Ostertermin untersagen.
Literatur
Carl Weitbrecht: Der Kalenderstreit in Sindringen. Eine Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert. Verlag von Adolf Bonz & Comp., Stuttgart 1885
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