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Köln-Lindenthal (Stadtteil)
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Lindenthal ist ein westlicher Stadtteil von Köln im gleichnamigen Stadtbezirk Lindenthal.
| Stadtteile im Bezirk Lindenthal | ||
|---|---|---|
| Stadtteil: | Lindenthal | |
| Fläche: | 7,7 km² | |
| Einwohner: | 30.231 (31. Dez. 2005) | |
| Bevölkerungsdichte: | 3.914 Einwohner/ km² | |
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Lindenthal grenzt im Osten an den Stadtteil Neustadt Süd, im Süden an Sülz, im Westen an Junkersdorf und im Norden an Müngersdorf, Braunsfeld und Ehrenfeld.
Geschichte des Stadtteils
Das Viertel gehört seit 1888 zur Stadt Köln. Seine Geschichte indes ist wie die kaum eines anderen Stadtteils von Köln von der Vielzahl der sich einst auf seinem Gebiet befindlichen Hofgüter und Dörfer geprägt.
Die Gründung
Kölner Bürger, die Herren Thelen und Fühling, entwerfen 1843 einen Plan zur Gründung einer Wohnkolonie, interessanter Weise jedoch nicht aus reiner Profitgier, sondern tatsächlich wie der Kölner so schön sagt, „aus Spaß an der Freud“. Die Aussicht, als Gründerväter eines Stadtviertels in die Geschichte Kölns einzugehen, war ihnen genug.
Einwohner – Bürgermeisterei Efferen – Für das Jahr 1831 verteilen sie sich wie folgt:
| Pfarre | Orte | Kath. | Evgl. | Jüd. | Insg. | Feuerstellen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kriel | Deckstein – (Haus, Hof/Wassermühle) | 27 | 27 | 2 | ||
| Kitschburg – (Landhaus) | 11 | 11 | 2 | |||
| Kriel – (Hof, Pfarrer/Küster) | 19 | 19 | 3 | |||
| Lind – (Weiler/Wassermühle) | 125 | 125 | 17 | |||
| Lindenburg – (Landhaus/Hof) | 10 | 10 | 2 | |||
| St. Mauritius in Köln | Neuenhof – (Hof) | 13 | 13 | 1 | ||
| insgesamt | 205 | 205 | 27 |
* Quelle s. Literatur
An der Landstraße nach Düren, im Bereich der heutigen Dürener, Falkenburg-, Herder- und Theresienstraße erwerben sie etwa zehn ha Land, unterteilen es in Parzellen und legen Wege an.(nach Gröbe/Adenauer) Die einzelnen Grundstücke verkaufen sie zu erschwinglichen Preisen an Angestellte und Beamte. Mit der gewählten Ortsbezeichnung nimmt man Bezug auf die mit Linden bestandene Landstraße nach Düren, und die Tallage der Neugründung, zwischen der Linder Höhe und Hohenlind.
Die offizielle Gründung Lindenthals fand 1846 statt. In der folgenden Zeit wurde der neu geschaffene Vorort schnell zu einem der begehrtesten Wohnviertel Kölns. Zwar entwickelten sich auch andere Vororte überall jenseits der Ringmauern im neu zur Verfügung stehenden Umland, jedoch anders als diese blieben neben den rechtsrheinischen Orten Thielenbruch, Refrath und Frankenforst, linksrheinisch nur Marienburg und Lindenthal industriefreie mit viel Grün durchzogene reine Wohnviertel.
Schon wenige Jahre nach der Gründung sind in Lindenthal 2662 Personen, ein vielfaches der Einwohner des benachbarten Kriel, gemeldet. Der beliebte Vorort wuchs weiter, 1864 wurde sogar das Bürgermeisteramt in die an der Ecke Krieler Straße / Falkenburgstraße stehende Falkenburg verlegt. Dennoch gehörte der aufstrebende Vorort bis zur Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 ebenso zu der Landgemeinde Kriel wie Lind, Lindenburg, Linderhöhe, Deckstein, Neuenhof und Kitschburg.
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Denkmal, Morsdorfer Straße |
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Postsiedlung, Dürener Straße |
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Marienbildchen um 1870, Falkenburgstraße |
Mobilität der Bürger
Individualverkehr und Transportmöglichkeiten zur damaligen Zeit waren denkbar schlecht. Zwar bestand die Lindenthaler Bevölkerung zum großen Teil aus in der Innenstadt tätigen Angestellten und Beamten, doch hatte die Stadt bis zur Eingemeindung 1888 kein Interesse an der Einrichtung öffentlicher Verkehrslinien in die nichtstädtischen Außenbezirke. Erst die 1877 errichteten privaten Pferdebahnlinien (die Lizenzen hierzu wurden vom preußischen Staat, nicht von der Stadt erteilt) brachten Lindenthal erneut größere Bevölkerungszuwächse. Um die Jahrhundertwende können in Köln 63 km Strecke befahren werden. Die Pferdebahn verfügt mittlerweile über 1000 Bedienstete, 834 Pferde und annähernd 350 Wagen. Pro Jahr werden etwa 30 Mio. Fahrgäste befördert.
Etwa ab 1901 beginnt das Zeitalter der „Elektrischen“.
In der Zeit zwischen 1890 und 1895 kommt ergänzend durch die Notwendigkeit des Abtransportes der Frechener Braunkohle schließlich die Dampfeisenbahn ins Spiel. Auch hiervon profitiert Lindenthal, 1904 geht die Personenbahn der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn in Kölner Besitz über. Die Linie F, von den Kölnern liebevoll „Finchen“ genannt, wird später zur Linie 20, dann zur 2 und heute ist es die Linie 7.
Die Eingemeindung April 1888
Im Zuge der Eingemeindungsverhandlungen zwischen der Bürgermeisterei Efferen und der Stadt Köln im Jahr 1888, werden die Orte der Landgemeinde Kriel und Teile der Bürgermeisterei Müngersdorf (Melaten, Weyertal und Linder Höhe) zum neuen Vorort Köln- Lindenthal zusammengefasst.
Um eine einheitliche Verwaltung auch in den neuen Stadtgebieten zu gewährleisten, folgt Lindenthal dem Beispiel der anderen Ortsteile, wird auch gegliedert und erhält die Bezirke 60, 61 und 62.
Anlage des Stadtwaldes
Viele der im Umfeld Kriels und Lindenthals vorhandenen Güter und Höfe hatten sich wie auch die Kitschburg im Besitz geistlicher Korporationen befunden und wurden in französischer Zeit Staatsbesitz. 1894 erwarb die Stadt Köln zwischen Dürener- und Aachener Straße 412 Morgen Land (einschließlich der Kitschburg und deren Ländereien).
Am 4. Juli 1895 beschloss der Rat der Stadt Köln auf der Basis des von Gartenbaudirektor Adolf Kowallek vorgelegten Entwurfes, das riesige Gelände (damals 150 ha) in ein vom Stil des Historismus geprägtes Naherholungsgebiet „Stadtwald“ mit Sport und Spielplätzen, dichtem Baumbestand, Teichen und Kanälen nebst angemessener Gastronomie („Cöln Lindenthal Waldschenke“, und Stadtwaldrestaurant) umzuwandeln.
Um die Jahrhundertwende war das kostspielige Vorhaben (2,5 Millionen Goldmark) verwirklicht, jedoch wurden noch bis 1910 Umgestaltungen und Erweiterungen vorgenommen. Die heutige Fläche des Stadtwaldes beläuft sich auf 205,3 ha.
Zu dieser Zeit hatten sich die ehemaligen Freiräume zwischen den Ortschaften verdichtet, Kriel, Lindenthal, Linderhöhe und Weyertal waren mehr oder weniger zu einem geschlossenen Siedlungsbereich verwachsen. Lediglich Lind und Hohenlind waren durch Parkanlagen und den landwirtschaftlichen Komplex der Kitschburg vom neuen Siedlungsbereich getrennt. Die Besiedlung weiter Teile Decksteins wurde jedoch bis ins 20. Jahrhundert hinein durch die dort befindlichen Anlagen des Festungsrayons verhindert.
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Kanalende |
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Blickrichtung Dürener Straße |
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Mitte Kitschburger Straße |
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Am Lindenthaler Kanal |
Gärten/Kleingartenanlagen
Eine Kleingartenanlage in Deckstein entstand in den Jahren 1927/28 nach einem Entwurf des Gartenarchitekten Theodor Nußbaum im äußeren Grüngürtel (Höhe der Decksteiner Mühle, Aquarienweg).
Sie entsprach in ihrer städtebaulichen Einbindung ganz der Idee Fritz Schumachers, dieser begleitete von 1920 bis 1923 als Stadtplaner unter Oberbürgermeister Konrad Adenauer auch die Schleifung der Festungsringe von Köln, dessen Planung Pachtgärten als Bindeglied zwischen Wohnbebauung und landschaftlich gestaltetem Grün vorsah. Die gesamte bis heute erhaltene Anlage umfasst 578 Einzelgärten und steht unter Denkmalschutz.
Weitere Gartenanlagen, zumeist im Lindenthaler Gartenverein von 1920 e.V. organisiert, so an der Freiligrathstraße (6.678 m²), Decksteiner Straße (6.366 m²), Schlegelstraße (2.829 m²) Werthmannstraße (1.140 m²), Dorf- Dürener Straße (3.000 m²) wurden bis 1957, spätestens 1965 stillgelegt und als Bauland freigegeben.
Hofgut Kitschburg
1969 wackelten im Stadtwald-Restaurant im wahrsten Sinne des Wortes die Wände. Der Grund war die Sprengung des ehrwürdigen Gebäudes. Das Fischessen einer Karnevalsgesellschaft am Aschermittwoch war die letzte Veranstaltung im Stadtwald-Restaurant. 1971 wurde das neu errichtete „Esso-Motor-Hotel“ eröffnet.
Bis zum Bau dieser modernen Hotelanlage Ende der Sechziger Jahre stand an dessen Stelle das hochherrschaftliche klassizistische Landhaus des Hofgutes Kitschburg. Errichtet wurde es in den Jahren 1814/15 und diente später als Stadtwaldrestaurant. Zum Komplex der Kitschburg gehörte auch ein kleines Gehöft (heute Dürener Straße 285), dessen barockes 1759 erbautes Wohnhaus als einzig verbliebenes Relikt des damaligen Hofgutes erhalten ist.
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Holiday-Inn Hotel, derzeitiger Nachfolger des Hofgutes Kitschburg am Stadtwald |
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Stadtwald-Weiher, Blick vom Hotel |
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Haus Kitschburger Straße 1, um 1900 erbaut |
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Rest der Kitschburg (1759) |
Architektur und Bebauung
Städtebauliche Entwicklung in der Oberbürgermeisterzeit Konrad Adenauers 1917–1933
Der öffentlich geförderte Wohnungsbau in Köln, war ein 1913 unter dem Namen GAG geschaffener Verbund von Stadt, Unternehmen, Genossenschaften und Einzelpersonen. An dieser Gesellschaft war die Stadt mit etwa der Hälfte am Gründungskapital beteiligt, Vorsitzender des Aufsichtsrats war der Oberbürgermeister der Stadt Konrad Adenauer. So richtig aufwärts ging es mit dieser Neugründung jedoch erst zum Ende der Inflationszeit um 1924.
Der Siedlungsbau erlebte im Köln der Zwanziger Jahre einen regelrechten Boom: Ganze Stadtteile wurden von Wohnungsgenossenschaften zumeist nach den städtebaulichen Idealen der Zeit und oft nach den Prinzipien der Gartenstadt errichtet.
Adenauers Konzeption als GAG Vorsitzender sorgte dafür, dass Köln die wohl effizienteste Wohnungsbaupolitik aller Städte in der Weimarer Republik betrieb. Relativ zur Zahl der Einwohner wurden besonders viele qualitativ hochwertige Wohnungen gebaut, was auch dazu führte, dass man dem Kölner sozialen Wohnungsbau die Kennzeichen „Lich, Luft un Böhmcher“ zuschrieb. Adenauer gelang es auf die Ihm eigene Art, dafür besonders viele Kräfte zu mobilisieren. Erst im Rückblick der Zeit gelangt man zu der Erkenntnis, dass auch Köln unter den Städten mit herausragender Wohnungsbauleistung der Weimarer Jahre, einzureihen ist.
Charakteristisch für den Baustil der Dreißiger Jahre sind die noch weitgehend erhaltenen Bauten Wilhelm Riphans in der Birresborner und Bitburger Straße anzusehen. Mit planmäßigem Ausbau noch vorhandener Freiflächen wurden nach dem Geschmack der Baugesellschaften typische Häuserzeilen errichtet. So zum Beispiel in der Kerpener, der Mommsen- und Krieler Straße. Auch mehrstöckige Drei- und Vierfensterhäuser wie in der Kölner Innenstadt oder ganz typisch für Ehrenfeld, entstanden (Bachemer, Theresien- oder Wittgensteinstraße) in Lindenthal. Überwiegend blieb man aber der Vorliebe zum Wohnen im Grünen treu. Schöne Vorgärten, prachtvolle in Parks eingebettete Villen, Weiher und künstlich geschaffene Kanäle, all das mochte man und konnte es sich leisten.
1925 wurde entlang der Rautenstrauch- und Klarenbachstraße mit Wasserflächen und Spielplätzen eine Verbindung vom inneren Grüngürtel am Aachener Weiher zum Stadtwaldgelände im äußeren Kölner Grüngürtel geschaffen. Darüber hinaus hatte und hat Lindenthal eine Fülle von Grünanlagen durch die Parks der Klöster, die teilweise recht großen Gärten entstandener Krankenhäuser, und eine Vielzahl von Kleingartenanlagen im Bereich Militärringstraße Decksteiner und Gleueler Straße. Unter dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer entstanden in den zwanziger Jahren in Köln einige bedeutende Bauwerke.
Ein Beispiel für den Baustil der Neuen Sachlichkeit war auch die neue Universität, sie wurde im Stil des Werkbundes errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte 1929, im November 1934 konnte die Universität in einen vom Architekten und Stadtbaudirektor in Köln Adolf Jason Abel errichteten funktional schlichten Neubau im Inneren Grüngürtel nahe bei der Medizinischen Fakultät einziehen. Bis zum Jahr 1953 blieb sie eine städtische Universität, ging dann aber in die Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen über. Heute ist sie mit über 62.000 Studenten nach der Universität München zweitgrößte Universität in der Bundesrepublik Deutschland.
Der Vorort Lindenthal war bis zum Zweiten Weltkrieg geradezu charakterisiert durch eine dichte Villenbebauung. Diese Entwicklung wurde noch weiter begünstigt durch den angelegten Stadtwald.
Schulwesen
Nach der ersten eigenen Schule auf Lindenthaler Gebiet, der einräumigen Zwergschule für 22 Kinder am Krieler Dom, bezog man ein 1865 Ecke Gleueler- und Schlegelstraße errichtetes neues Schulgebäude. Auch diese, anfangs mit zwei Parallelklassen für Jungen und Mädchen konzipierte Schule, wurde schon nach wenigen Jahren trotz eines Anbaues, einer schnell anwachsenden Schülerzahl nicht mehr gerecht. Der damalige Eigentümer des Hofgutes Kitschburg stiftete 1875/76 für eine weitere Schule des neuen Lindenthal Bauland in der Hillerstraße. Ob der ansteigenden Kinderzahlen musste nach kurzer Zeit (auch Kinder aus dem nahen Braunsfeld wurden in dieser Schule angemeldet) ebenfalls erweitert werden.
In rotem Backstein, dem Geschmack der Jahrhundertwende, wurde 1905 die von Stadtbaumeister Busse errichtete nächste größere Schule in der Lindenburger Allee eingeweiht. Schon im ersten Jahr wurde diese moderne Volkschule, auf welche die Lindenthaler Bürger recht stolz waren, von 750 Kindern besucht. Ab dem Frühjahr 1915 wurde die Schule jedoch für die Dauer des ersten Weltkrieges zum Lazarett. Die spätere Einführung von Bekenntnisschulen führte im Jahr 1960 zur Errichtung der evangelischen Schule Ecke Bachemer- und Schallstraße. Älteste weiterführende Schule war das Stein Hardenberg Gymnasium in der Gyrhofstraße. Der Bau des im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörten Gebäudes wurde für nahezu eine dreiviertel Million Mark errichtet, und 1913 von Oberbürgermeister Max Wallraf eingeweiht. Im benachbarten Weyertal befand sich ein Gymnasium für Mädchen, das städtische Lyzeum III.
Klöster, Kirchen, Krankenhäuser
Der Krieler Dom mit seinen Anwesen und das Leprosenhaus auf dem Gelände des heutigen Friedhof Melaten, beide gehen auf das 13. und 14. Jahrhundert zurück, sind die ältesten belegten Vorläufer späterer Vielfalt der Kirchen und Klöster, sowie Einrichtungen der Wohlfahrtspflege und Hospitäler auf Lindenthaler Gebiet. Die Kirche Christi Auferstehung von Gottfried Böhm, 1968, ist ein viel beachtetes Bauwerk aus neuerer Zeit.
So wird die Sankt-Anna-Kapelle in der Herderstraße 1696 erstmals erwähnt. Das Anna-Haus, ursprünglich eine Einrichtung der Cellitinnen aus der Kupfergasse, besitzt noch heute eine neugotische Kapelle als Anbau auf der Gartenseite.
Das St.-Anna-Haus
Ursprünglich als Noviziat gegründet, betrieben die Cellitinnen für altersschwache weibliche Personen ambulante Pflegedienste. Nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges am 1. August 1914 wurde Köln wegen der direkten Eisenbahnverbindungen vom westlichen Kriegsschauplatz ein wichtiger Stützpunkt zur Versorgung von verletzten Soldaten. Ab dem Zweiten Weltkrieg erfüllte man nach Durchführung einiger baulicher Anpassungen jahrzehntelang normale Aufgaben als allgemeines Krankenhaus. 1980 wurde im Sankt-Anna-Haus in der Herderstraße der reguläre Krankenhausbetrieb eingestellt.
Hildegardis Krankenhaus
Eine ähnliche Kapelle, welche zum früheren Kloster der Alexianer gehörte, findet sich im aus dem Konvent der Alexianerbrüder hervorgegangenen, jetzigen Sankt Hildegardis Krankenhaus, Bachemer Straße.
Rote Kirche
Um 1900 wird Höhe Gleueler Straße und Lindenthalgürtel die erste evangelische Kirche, ein neugotischer Backsteinbau, die Paul-Gerhard-Kirche, erbaut. Da sie zu Anfang noch nicht namentlich benannt ist, gab ihr der Volksmund den noch heute geläufigen Namen „Rote Kirche“.
Forum Paul-Gerhardt-Kirche
Ein 1995 gegründeter Förderverein e. V. verfolgt drei Ziele: er will Geld zum Aus- und Umbau der Paul-Gerhardt-Kirche sammeln, er will die Durchführung kultureller Veranstaltungen aller Art in den Räumen der Kirchengemeinde fördern, um auf diese Weise den Dialog zwischen Kirchen- und Bürgergemeinde zu intensivieren, er will zur Finanzierung des Orgelbauprojektes der Paul-Gerhardt-Kirche beitragen.
Mäzene in Köln
Mäzenatentum war für die schnelle Entwicklung Lindenthals von großer Bedeutung. Neben dem Beispiel des gestifteten Baulandes in der Hillerstraße (1875/76) für eine weitere Schule des neuen Vorortes finden sich in der Geschichte Lindenthals noch weitere Gönner.
Der Geusenfriedhof
Ursula von Gohr zu Kaldenbroek stiftete schon 1576 vor dem Weyertore für den Friedhof ein Grundstück. Das rund 7200 Quadratmeter große Grundstück war bis 1829, als der Friedhof der Geusen in Köln, die einzige Ruhestätte für evangelische Tote.
Evangelisches Kranken- und Waisenhaus
Im Herbst 1902 werden im Weyertal das evangelische Krankenhaus und das evangelische Waisenhaus zeitgleich eingeweiht. Ermöglicht wurden die Neubauten durch bedeutende Spenden angesehener evangelischer Kölner Familien. Dies weitere Krankenhaus auf Lindenthaler Gebiet, von dem Leipziger Architekten Alfred Ludwig entworfen, war ein Backsteinbau mit Pavillonelementen und riesigem Garten auf einem 32.000 m² großen Areal.
Lindenburg
Johann Heinrich Richartz stiftete nicht nur das Geld (232.000 Taler) für den ersten Museumsbau Kölns im Jahr 1861, er hinterließ der Stadt auch 100.000 Taler für den Bau einer „Heil- und Pflegeanstalt“, für die er zur Bedingung machte, dass sie nur Kölner Bürgern dienen sollte. Diese Anstalt wurde die „Lindenburg“ – die spätere Universitätsklinik.
Als Lindenburg bezeichnete man in früherer Zeit ein zwischen Bachemer- und Gleueler Straße gelegenes Landgut des Ordens der Antonitermönche. Auf diesem ca. 120.000 m² großen Gelände wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die städtische Krankenanstalt Lindenburg – Coeln gegründet. In einer Bauzeit von knapp drei Jahren wurden unter der Leitung von Bauinspector Kleefisch, 35 Gebäude errichtet. Auf dem Areal der Lindenburg (heutige Universitätskliniken) gab es schon vor Errichtung der Neubauten von 1905 bis 1910, Kapelle und Konvent der Cellitinnen. Auch heute hat die Krankenanstalt ihr eigenes, vom Architekten Gottfried Böhm entworfenes Gotteshaus in der Josef-Stelzmannstraße, welches Johannes dem Täufer geweiht ist.
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Lindenburg Coeln, erbaut 1905 bis 1909 |
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Kirche Johannes der Täufer |
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der Lindenhof, an der Josef Stelzmann Straße |
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Bettenhaus, der Universitätsklinik |
Hohenlind
Das Sankt Elisabeth Krankenhaus (Krankenhaus Hohenlind, früher Caritas genannt). Es wurde auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Hohenlind errichtet, und ging im Oktober 1932 als Ausbildungskrankenhaus in Trägerschaft der Caritas in Betrieb. Das Gut, Namensgeber des Ortsteils, umfasste 1867 mit einer Fläche von 684 Morgen Land auch den dortigen Mönchhof, den Platzhof und eine Wassermühle.
Das neue Krankenhaus an der jetzigen Werthmann / Prälat van Acken Straße, wie es nun am alten, 16 Morgen großen Park des ehemaligen Gutes lag, ließ die Betrachter damaliger Zeit zu Superlativen greifen: „das größte Krankenhaus Westdeutschlands“, „ein Werk, das in Deutschland nicht seinesgleichen hat“, „Stadt für sich“, „Krankenhaus, wie es sein soll“.
Das St.-Elisabeth-Krankenhaus – den Kölnern nach wie vor unter dem Begriff „Hohenlind“ geläufig, ist damals wie heute ein modernes, leistungsfähiges und im Handeln kirchlich geprägtes Krankenhaus, das die optimale Versorgung und Betreuung seiner Patienten in den Mittelpunkt des Handelns stellt.
Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln und mit eigenen Ausbildungseinrichtungen hat es sich seitdem stets dem Wissensstand der Zeit, insbesondere der Weiterentwicklung in Medizin und Pflege angepasst.
Der Zweite Weltkrieg
Lindenthal wurde vom Bombenkrieg des zweiten Weltkrieges zu 85 % zerstört.
Edith Stein und der Orden der Karmelitinnen
Eine Gedenktafel hält die Erinnerung an die im Konzentrationslager Auschwitz ermordete heilige Edith Stein wach, Mitglied des Kölner Karmels hier in dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Haus Dürener Straße 89.
Nachkriegszeit
Die besonders starken Zerstörungen des letzten Weltkrieges in Lindenthal trafen natürlich auch den Einzelhandel. Da und dort, bevorzugt an Kreuzungen, zeigte sich Neubeginn und Wiederanfang. Bäcker- und Metzgerladen gesellte sich zum kleinen Kolonialwarengeschäft an der Ecke, ein paar Häuser daneben versuchte es ein Schneider mit einer geretteten Nähmaschine. Es dauerte bis in die 1970er Jahre bis zum Beispiel die Dürener Straße, von der Hans Sachs Straße (Bäckerei Jean Dick), bis zum Lindenthalgürtel wieder ein geschlossenes Bild bot. Ein eröffnetes Kino, das Corso auf der Dürener Straße, hat sich jedoch ähnlich wie in anderen Vororten (z.B. Roland Kino in Sülz) nicht in die heutige Zeit retten können.
Das Viertel hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt sich aber gleichzeitig zu einem modernen Standort weiterentwickelt. Lindenthal präsentiert heute ein gesundes Miteinander aus bester Wohnlage, Ansiedlung vieler Verbände und Firmen, sowie einen der attraktivsten Einkaufsstandorte Kölner Vororte.
Dürener Straße und Lindenthalgürtel
Hier kann man in direkter Nähe zum Stadtwald und dem Kölner Grüngürtel ohne die Hektik der Innenstadt auf ein facettenreiches Angebot des individuellen ansässigen Facheinzelhandels zurückgreifen. Diverse Banken, sowie eine Vielzahl guter Hotels sind zu finden. Speziell die Dürener Straße bietet eine Reihe Geschäfte für gehobene Ansprüche. Etwa zwei Dutzend Gaststätten bzw. Restaurants mit Ambiente oder echt kölschem Flair, Cafes, Bistros und Kneipen laden zum Verweilen ein. Die Phase des Wirtschaftswunders und Wiederaufbaus hat so gut wie keine Spuren des letzten Krieges übrig gelassen.
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Die Dürener Straße, Lebensader Lindenthals |
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Universität zu Köln, Albertus Magnus |
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Blickrichtung Sülz |
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Nachkriegs-Restaurierungsbeispiel: Jugendstil in der Scheffelstraße |
Kulturelles
Das Dorf der Bandkeramischen Kultur von Köln-Lindenthal stammt aus der Zeit um 5000 v. Ch.
Funde aus römischer Zeit gab es 1930 in der Max Bruch Straße am Stadtwald (zwei Bronze Kannen und eine Stielpfanne, im Römisch-Germanisches Museum zu bestaunen), in der Robert Koch Straße 1984, in der Classen Kappelmann Straße Ende der 60er (Hildegardis Krankenhaus).
Die „Galerie der Universität“ befindet sich im Eingangsbereich des Universitäts-Hauptgebäudes. Dort werden in unregelmäßigen Abständen Fotografien, Bilder oder Kunstgegenstände präsentiert.
Studiobühne köln + Filmwerkstatt • Universität • 50923 Köln
Die Studiobühne ist heute eines der führenden Freien Theater in Köln. Neben zahlreichen Eigenproduktionen ist sie Theaterhaus für Koproduktionen mit vielen professionellen Kölner Freien Gruppen (Residenzgruppen).
Die Kunsthalle Lindenthal, Aachener Str. 220, 50931 Köln bietet zu wechselnder Thematik interessante Ausstellungen
Eines der bekanntesten Aushängeschilder des Stadtteils Lindenthal ist der Kölner Jugendchor St. Stephan, der 1984 in der Pfarrgemeinde St. Stephan gegründet wurde und mittlerweile zu den größten und erfolgreichsten kirchlichen Jugendchören Deutschlands zählt.
Einen Einblick in fernöstliche Kultur bieten das Museum für Ostasiatische Kunst (Köln) und das Japanische Kulturinstitut an der Universitätsstraße.
Wer Interesse an Messen und Gottesdiensten „op Kölsch“ hat, findet dies in der. Katholischen Kirche der Universitätsklinik Köln-Lindenthal, St. Johannes der Täufer, Joseph-Stelzmann-Straße/Ecke Kerpener Straße. Diese Predigten hält P. David M. Kammler O.P.
Das über die Grenzen Kölns hinaus bekannte Lindenthaler Straßenfest, neben dem Ringfest eines der renommiertesten Straßenfeste Kölns, jährte sich schon zum 18. Male.
Öffentliche Einrichtungen – Museen
- Bezirksrathaus Lindenthal
- Melatenfriedhof – Decksteiner Friedhof – Geusenfriedhof – Jüdischer Friedhof.
- Museum für Ostasiatische Kunst (Kunst und Kunsthandwerk aus Japan, China und Korea)
- Japanisches Kulturinstitut, Köln, Bundesrepublik Deutschland
- Generalkonsulat Italien, Universitätsstraße 81, 50931 Köln
- Generalkonsulat Griechenland, Universitätsstraße 45, 50931 Köln
Kirchen – Soziale Einrichtungen
- Christi Auferstehung, Bruckner Straße
- Krieler Dömchen,
- St. Albertus Magnus in Kriel
- St. Laurentius, Kringsweg
- Johannes der Täufer (St.-Elisabeth-Kh.),
- Paul-Gerhard-Kirche, Lindenthalgürtel
- Sankt Stephan, Bachemer Straße
- Sankt Thomas Morus, Decksteiner Straße
- Kapelle im Sankt-Anna-Haus, Herderstraße und Hildegardis Kh. Bachemer Straße,
- Freie evangelische Gemeinde Köln-Lindenthal, Clarenbachstr.180, 50931 Köln
Hochschulen, Schulen Heute
| Schüler/-innen an allgemeinbildenden Schulen 2005 (1) | |
|---|---|
| Total | 3.444 |
| Grundschulen | 1.085 |
| Gymnasien | 1.845 |
| Förderschulen | 514 |
- Universität zu Köln Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
- Rheinische Schule für Schwerhörige, Biggestraße 3-5, 50931 Köln
- Liebfrauenschule Köln, Brucknerstr. 15, 50931 Köln, Deutschland
- Apostelgymnasium – Biggestr. 2, Köln-Lindenthal.
Das schulische Leben an diesem Katholischen Gymnasium an der Apostelkirche begann mit dem 9. Oktober 1860. Das Gymnasium, ehemals gegenüber der Basilika St. Aposteln am Apostelmarkt in der Innenstadt gelegen, wurde dort im Jahr 1939 wegen städtebaulicher Maßnahmen (Bau der heutigen Hahnenstraße) aufgelöst und abgerissen.
Nach den schlimmen Jahren des Zweiten Weltkrieges begann ein provisorischer Unterricht im Gebäude einer alten Hutfabrik in der Lotharstraße (Köln-Sülz). 1959 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen heutigen Gebäudes in Lindenthal, 1961 der feierliche Einzug und Aufnahme des Schulbetriebes.
Im Apostelgymnasium machte Konrad Adenauer am 5. März 1894 sein Abitur.
Sehenswürdigkeiten
- Aachener Straße als historische Ausfallstraße – Melaten-Friedhof
- Aachener Weiher – Lindenthaler Kanal – Lortzingplatz – Karl-Schwering-Platz mit Rosengarten
- Stadtwald – Tennisanlage, Tierpark, Weiher, Kitschburg, Wohnhäuser Konrad Adenauer
- Bezirkssportanlage Deckstein – Felsengarten Fort VI (Deckstein) – Decksteiner Weiher
- Krieler Dömchen und Kirchhof – Alte Zwergschule Kriel – Decksteiner Friedhof – Geusenfriedhof
- Theresienstr. 36 – 40 (Villenbebauung) – Siedlung Frechener Platz – Postsiedlung Dürener Straße
Verkehr
Durch die zentrumsnahe Lage weist Lindenthal eine gute bis sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr auf. Die den Stadtteil flankierende Aachener- und die Zülpicher Straße führt direkt in die Innenstadt. Als Ausfallstraßen haben die Dürener- und Aachener Straße noch innerhalb des Bezirks Lindenthal direkten Autobahnanschluss.
- Stadtbahn-Linien:1, 7, 8, und 13 Bus-Linien: 136 und 146.
Literatur
- Die Chronik Kölns / Chronik Verlag ISBN 3-611-00193-7
- Konrad Adenauer / Volker Gröbe – Lindenthal, Die Entwicklung eines Kölner Vorortes ISBN 3-7616-1603-1
- Günther Schulz, Bonn – Oberbürgermeister Adenauer und die Kölner Wirtschaft 1917–1933
- Peter Fuchs – Köln so wie es war – Droste Verlag Düsseldorf 1963
- Einwohnerzahlen Bürgermeisterei Efferen 1831 – Clemens Klug, Hürth wie es war, wie es wurde – Heimatverein der Gemeinde Hürth, 1961
Weblinks
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Braunsfeld | Junkersdorf | Klettenberg | Lindenthal | Lövenich | Müngersdorf | Sülz | Weiden | Widdersdorf
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Koordinaten: 50° 55' 34" N 6° 54' 36" O
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