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Julierpass
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| Julierpass | |
| | |
| Kanton/Land: | Graubünden |
| von - nach: | Tiefencastel - Silvaplana |
| Passhöhe: | Expression error: Unrecognised punctuation character "{"'Expression error: Unrecognised punctuation character "{"Expression error: Unrecognised punctuation character "{" m ü. M. |
| Passstrasse erbaut: | 1820 - 1840 |
| Max. Steigung: | 10 % |
| Länge: | 42 km |
| Ausbau: | Strasse |
| Wintersperre: | |
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Der Julierpass (rätoromanisch Pass dal Güglia, italienisch Passo del Giulia) ist ein Alpenpass im Kanton Graubünden in der Schweiz. Mit einer Scheitelhöhe von Expression error: Unrecognised punctuation character "{"'Expression error: Unrecognised punctuation character "{"Expression error: Unrecognised punctuation character "{" m ü. M. verbindet er die Täler Oberhalbstein und Engadin. Auf der Passhöhe verläuft die Europäische Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Donau.
Die Route der zwischen 1820 und 1826 erbauten Strasse führt von Tiefencastel (851 m) entlang des Flusses Julia (Gelgia) über Savognin, Marmorera, Bivio - wo der Weg zum Septimerpass abzweigt - zur auf 46° 28' 21" N und 009° 43' 41" O (WGS84) gelegenen Passhöhe und weiter nach Silvaplana (1815 m).
Die heute ausgebaute und ganzjährig geöffnete Verbindung überwindet eine Höhendifferenz von 1433 m, die maximale Steigung beträgt 10 %.
Die Fahrbahn ist durchgängig breiter als 5 m und relativ einfach zu befahren.
Typisch für den landschaftlich sehr reizvollen Streckenverlauf besonders auf der wesentlich längeren Nordrampe (36 km) von Tiefencastel zum Pass hinauf sind relativ flache Teilstücke, die immer wieder von kurzen «Treppen» mit einigen steileren Kehren unterbrochen werden. Die Steigung beträgt hier durchschnittlich 4 % und maximal 10 %. Viel kürzer (7 km) mit einer durchschnittlichen Steigung von 6.7 % und einer maximalen von unter 10 % ist die Südrampe von Silvaplana aus, allerdings beträgt der Höhenunterschied hier auch nur 469 m.
Erstaunlich und erhebend ist besonders die Erscheinung eines kleinen kalten stillen Sees zwischen kahlen Wänden knapp unterhalb der Passhöhe am nördlichen Abhang, an dem weiter unten seit 1954 auch noch der etwa 1.4 km² große Marmorera-Stausee (Lai da Marmorera) liegt. Der Wasserspiegel des Stausees pendelt um durchschnittlich 1680 m ü.M. Von Savognin kommend überwindet man die fast 100 Meter Höhe der Staumauer in mehreren spitzen Kehren, entlang des Sees verläuft die Strecke dann fast eben.
Inhaltsverzeichnis |
Streckenprofil
| Ort | Meter über Meer | Entfernung | Höhen- differenz | kumulierte Entfernung | kumulierte Höhendifferenz |
|---|---|---|---|---|---|
| Tiefencastel | 851 m | - | - | - | - |
| Savognin | 1207 m | 9 km | 356 m | 9 km | 356 m |
| Rona | 1408 m | 5 km | 201 m | 14 km | 557 m |
| Mulegns-Sur | 1538 m | 4,5 km | 130 m | 18,5 km | 687 m |
| Marmorera | 1680 m | 2,5 km | 142 m | 21 km | 829 m |
| Bivio | 1769 m | 5 km | 89 m | 27 km | 918 m |
| Passhöhe | 2284 m | 9 km | 515 m | 36 km | 1'433 m |
| Silvaplana | 1815 m | 7 km | 469 m | 43 km | - 469 m |
Geschichte
Die bei Grabungen auf der Passhöhe entdeckten Säulenfragmente - heute an der Strasse aufgestellt - belegen die grosse Bedeutung des Julierpasses zur Römerzeit. An mehreren Stellen nachgewiesene Radspuren zeigen, dass der Pass damals mit hochrädrigen Karren befahren wurde.
Den Hauptvorteil des Julierpasses bildet seine günstige Topographie. Das einzige grössere Hindernis stellt die Schlucht des Crap Ses zwischen Tiefencastel und Savognin dar, die von den Römern mit einer Gegensteigung über Mon und Salouf umgangen wurde. Die erwähnten, auf prähistorische Bergstürze zurückgehenden «Treppenstufen» waren zwar mühsam zu überwinden, aber an keiner Stelle gefährlich. Auch auf der eigentlichen Passstrecke zwischen Bivio und Silvaplana fehlen Geländeschwierigkeiten, ausserdem ist sie weitgehend lawinensicher.
Im Hoch- und Spätmittelalter verlor der Julier Verkehrsanteile an den benachbarten Septimerpass, welcher in direkter Nord-Süd-Richtung verläuft und somit den nach Osten ausgreifenden Umweg der Julier-Malojapass-Route vermeidet. Die zusätzlich aufkommende Konkurrenz durch Gotthard- und Splügenpass wies dem Julier eine untergeordnete Rolle im europäischen Transitverkehr zu; als Regionalverbindung von Mittelbünden ins Engadin blieb er jedoch zu allen Zeiten wichtig. Nachdem der im Crap Ses seit dem Mittelalter nahe der Julia verlaufende Weg immer wieder durch Hochwasser und Hangrutschungen Schaden genommen hatte, wurde 1777 ein neuer Weg durch die Felsen gesprengt.
Der Kanton Graubünden liess ab 1820 eine neuzeitliche Fahrstrasse erstellen, die in groben Zügen dem bewährten Wegverlauf folgte und lediglich die Steilstufen durch Anlage von Kehren entschärfte. Erste grössere Ausbauten erfolgten in den 1930er Jahren. Beim Bau des Marmorera-Stausees um 1950 musste die Strasse auf etwa 3 km Länge verlegt werden. Seit den 1990er Jahren wurde die Passstrasse an vielen Stellen ausgebaut, was abschnittsweise einem Neubau gleichkommt. So wird beispielsweise die exponierte Partie im Crap Ses seit 1992 durch einen 706 m langen Tunnel umfahren.
Literatur
- Armon Planta: Verkehrswege im alten Rätien Band 2. Terra Grischuna Verlag, Chur 1986. ISBN 3-908133-22-X
- Ingrid H. Ringel: Kontinuität und Wandel. Die Bündner Pässe Julier und Septimer von der Antike bis ins Mittelalter. in: Auf den Römerstrassen ins Mittelalter. Mainz 1997, 211-295.
- Maria Strasser-Lattner: Der Handel über die Bündner Pässe zwischen Oberdeutschland und Oberitalien im späten Mittelalter. Magisterarbeit, Universität Konstanz 2004, Volltext
Weblinks
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- Das Steigungsprofil des Passes von Tiefencastel bis zur Passhöhe
- Das Steigungsprofil des Passes von Silvaplana bis zur Passhöhe
- Römischer Fahrtransit über die Julier-Mittelland-Jurapässe auf genormten Geleisen mit der Spurweite 106 - 107 cm
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Koordinaten: 46,472° N, 9,729° O
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