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Joseph Wirth
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Karl Joseph Wirth (* 6. September 1879 in Freiburg im Breisgau; † 3. Januar 1956 ebenda) war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei und vom 10. Mai 1921 bis zum 14. November 1922 Reichskanzler der Weimarer Republik.
Inhaltsverzeichnis |
Kaiserzeit
Nach Studium der Sozialökonomie und der Mathematik wurde Wirth 1908 Realgymnasialprofessor. 1913 zog er als Zentrumsabgeordneter in den badischen Landtag ein, 1914 wurde er Mitglied des Reichstags.
Weimarer Republik
1918 wurde er badischer Finanzminister, nach der Ermordung Matthias Erzbergers war er von März 1920 bis Oktober 1921 Reichsfinanzminister. 1921 bis 1922 war er Reichskanzler und stand dabei einer Minderheitsregierung aus SPD, DDP und Zentrum vor.
Wirth war Befürworter der so genannten Erfüllungspolitik, mit der er zeigen wollte, dass die Reparationsverpflichtungen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Deutschen Reichs übersteigen würde, um sie so revidieren zu können. Joseph Wirth unterzeichnete zusammen mit Walther Rathenau den Vertrag von Rapallo, der einen wirtschaftlichen Ausgleich mit der jungen Sowjetuion begründete und verhinderte, dass die Sowjetuion Reparationsforderungen gegen Deutschland stellte.
1929 bis 1930 war Wirth Reichsminister für die besetzten Gebiete, von 1930 bis 1931 diente er als Reichsinnenminister. Er war auf persönliches Betreiben des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg aus dem Kabinett gedrängt worden, da er dem Reichspräsidenten als zu links galt.
NS-Zeit
Während der Zeit des Nationalsozialismus emigrierte Wirth in die Schweiz.
Bundesrepublik
Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Wirth gemeinsam mit Wilhelm Elfes den neutralistischen, von der SED initiierten "Bund der Deutschen für Einheit, Frieden und Freiheit" (BdD) und die Deutsche Volkszeitung. Wirth war Gegner der Westintegration. Er erhielt bis zu seinem Tod kleinere Finanzhilfen der DDR, 1954 wurde ihm die DDR-Friedensmedaille verliehen. In der CIA-Akte The background of Joseph Wirth wird eine Tätigkeit als ein sowjetischer Agent behauptet.[1] Die Bundesrepublik verwehrte ihm aufgrund seiner Beziehungen zur DDR eine Rente.
Bekannt geblieben ist Wirth vor allem durch seine Reichstagsrede nach der Ermordung Walther Rathenaus 1922 mit den Worten: "Da steht (nach rechts) der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt. - Da steht der Feind - und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts!"[2]
Literatur
- Georg Herbstritt: "Ein Weg der Verständigung?: Die umstrittene Deutschland- und Ostpolitik des Reichskanzlers a.D. Dr. Joseph Wirth in der Zeit des Kalten Krieges (1945/51 - 1955)." Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 569, Frankfurt/Main 1993. ISBN 3-631-46332-4.
- Ulrike Hörster-Philipps: "Joseph Wirth: 1879-1956; eine politische Biographie." Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte: Reihe B, Forschungen; Bd. 82, Freiburg 1998. ISBN 3-506-79987-8.
- Rudolf Morsey: "Leben und Überleben im Exil. Am Beispiel von Joseph Wirth, Ludwig Kaas und Heinrich Brüning", in: Paulus Gordan (Hrsg.): Um der Freiheit willen. Eine Festgabe für und von Johannes und Karin Schauff, Neske, Pfullingen 1983, ISBN 3-7885-0257-6, S. 86-117.
Quellen
- ↑ Ulrich Schlie, Diener vieler Herren. Die verschlungenen Pfade des Reischskanzlers Joseph Wirth im Exil, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.1997.
- ↑ Verhandlungen des Reichstags. Stenographische Berichte. I. Wahlperiode 1920. Bd. 356. 236. Sitzung. Berlin 1922, S. 8054 - 8058, zit. nach: http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wirth/index.html
Weblinks
- Literatur von und über Joseph Wirth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- „Der Feind steht rechts“ – Wortlaut der Rede nach der Ermordung Rathenaus auf www.dhm.de
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wirth, Karl Joseph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Zentrumspartei) |
| GEBURTSDATUM | 6. September 1879 |
| GEBURTSORT | Freiburg im Breisgau |
| STERBEDATUM | 3. Januar 1956 |
| STERBEORT | Freiburg im Breisgau |
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