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Joseph Bernhart

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Joseph Bernhart (* 8. August 1881 in Ursberg; † 21. Februar 1969 in Türkheim) war katholischer Theologe, Religionswissenschaftler und Schriftsteller. Er gilt als einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts.

Bernhart wurde 1904 zum Priester geweiht und arbeitete zunächst als Seelsorger, dann nach seiner Heirat als Schriftsteller.

Er setzte sich mit wichtigen Gestalten und Zeugnissen der katholischen Theologie und Geisteshaltung auseinander. Er versucht in seinem Werk vor allem die Fragen nach der Verborgenheit Gottes und dem oft tragischen Scheitern des Einzelnen zu beantworten. Bei seiner Behandlung dieser Thematik spielt seine eigene Geschichte eine Rolle. Die kirchlich verbotene Heirat, die nicht nur die Aufgabe des Priesteramtes bedeutete, sondern auch eine Außenseiterposition in der katholischen Kirche, die er doch immer literarisch verteidigte. Erst nach Jahrzehnten wurde seine Ehe im Geheimen kirchenrechtlich saniert.

In der Zwischenkriegszeit schrieb Joseph Bernhart häufige Beiträge für das Hochland. Es sollte auch ihm zu Teil werden, ausgerechnet den Artikel zu schreiben, der die Nazis veranlasste diese Katholische Zeitschrift zu verbieten. Joseph Bernhart musste sich deshalb aus München auf das Land zurückziehen, wo er u.a. beim Fürsten Fugger Zuflucht fand.

Inhaltsverzeichnis

Ehrungen

1949 wurde Bernhart in die neu gegründete Akademie der Schönen Künste in München und 1950 in die Società di Cultura in Venedig aufgenommen. Er wurde 1951 von der Universität München zum Honorarprofessor für Geistesgeschichte des Mittelalters ernannt, 1956 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und 1959 der Bayerische Verdienstorden verliehen.

Seit 1961 war er Ehrenbürger von Türkheim. Nach ihm sind dort das Joseph-Bernhart-Gymnasium und die Dr.-Joseph-Bernhart-Straße benannt.

Werke

  • Der Kaplan: Aufzeichnungen aus einem Leben, Autobiographischer Roman, (1919), neu hg. v. Georg Schwaiger (1986)
  • Die philosophische Mystik des Mittelalters von ihren antiken Ursprüngen bis zur Renaissance (1922)
  • Der Vatikan als Thron der Welt (1930) (spätere Auflagen unter dem Titel Der Vatikan als Weltmacht: Geschichte und Gestalt des Papsttums)
  • De profundis (1935)
  • Bonifatius, Apostel der Deutschen (1950)
  • Chaos und Dämonie: Von den göttlichen Schatten der Schöpfung (1950)
  • Totengedächtnis (1951)
  • Die unbeweinte Kreatur: Reflexionen über das Tier (1961)
  • Gestalten und Gewalten: Aufsätze, Vorträge (1962)

Literatur

  • Manfred Lochbrunner: Hans Urs von Balthasar und seine Philosophenfreunde: fünf Doppelporträts. Würzburg: Echter 2005 ISBN 3-429-02740-3
  • Klaus Arntz, Die göttlichen Schatten der Schöpfung. Theologisch-ethische Überlegungen im Anschluss an Joseph Bernhart (1881-1969), in: F. Sedlmeier / Th. Hausmanninger (Hg.), Inquire pacem. Beiträge zu einer Theologie des Friedens (FS Bischof Viktor Josef Dammertz OSB), Augsburg: St. Ulrich-Verlag 2004, ISBN 3-936484-43-0, 248-270.
  • Klaus Arntz, Melancholie und Ethik. Eine philosophisch-theologische Auseinandersetzung mit den Grenzen sittlichen Subjektseins im 20. Jahrhundert (=ratio fidei 11), Regensburg: Pustet 2003, ISBN 3-7917-1806-1, 41-84.
  • Rainer Bendel: Das Kirchenbild Joseph Bernharts. St. Ottilien: EOS 1993 ISBN 3-88096-910-8
  • Manfred Weitlauff (Hg.): Joseph Bernhart: Erinnerungen 1881 - 1930. 2 Bände. Weissenhorn: Konrad 1992 ISBN 3-87437-336-3

Weblinks

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