Das Fotonexus-Wiki befindet sich im Testbetrieb.


John Cromwell

Aus Fotonexus.

Wechseln zu: Navigation, Suche

John Cromwell (* 23. Dezember 1887 in Toledo, Ohio; † 26. November 1979 in Santa Barbara, Kalifornien) war US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur. Er ist der Vater der Schauspielers James Cromwell

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Nach gut zwanzig Jahren als Bühnendarsteller, Regisseur und Produzent kam John Cormwell 1928 nach Hollywood, wo bei Paramount zunächst als Schauspieler unter Vertrag stand. Nach einem Auftritt neben Ruth Chatterton in The Dummy wechselte er im selben Jahr 1929 ins Regiefach und hinter die Kamera. Schon mit den ersten Streifen, zwei Musicals mit Nancy Carroll demononstrierte er seine Fähigkeit, auch seichte Stoffe packend und effektvoll zu inszenieren und gleichzeitig aus den Schauspielern gute Darstellungen zu holen.

Mit Street of Chance, einem Drama um einen Berufsspieler, der aus Liebe zu einer Frau den Tod findet, machte er aus den beiden Vertragsschauspielern William Powell und Kay Francis ein populäres Leinwandgespann, das insgesamt sechs gemeinsame Filme drehte. Mit dem Produzenten David O. Selznick verband Cromwell eine lebenslange Freundschaft, die zu einigen erfolgreichen gemeinsamen Filmen führen sollte.

Mit dem Wechsel von Selznick zu RKO ging auch Cromwell zum neugegründeten Studio, wo er rasch zu einem der profiliertesten Frauenregisseuren aufstieg, der die die weiblichen Topstars wie Irene Dunne in Silver Cord und Ann Harding in Double Harness zu überdurchschnittlich guten Leistungen führte. Allerdings drehte er mit Spitfire auch den größten Mißerfolg in der an Flops sicher nicht armen Karriere von Katherine Hepburn. Ebenfalls 1934 gab er Bette Davis in Of Human Bondage ihren Durchbruch als ernsthafte Schauspielerin und der Umstand, dass Davis nicht für den Oscar nominiert wurde erregte viel Aufsehen.

Cromwell folgte erneut den Wegen von Selznick als dieser sich 1936 als unabhängiger Produzent selbständig machte. Gleich mit The Prisnor of Zenda gab Cromwell dem Studio einen dringend benötigten Hit. Die elegante Inszenierung des Stücks über einen verwechselten Kronprinzen profitierte von den guten Leistungen von Ronald Colman und Madeleine Carroll, sowie der Kameraarbeit von James Wong Howe. Dessen Hauptproblem bestand darin, sich mit zwei Stars auseinandersetzen zu müssen, die beide ihr linkes Profil für vorzeigbarer hielten.

Im Folgejahr war Cromwell für das vielbeachtete amerikanische Debut von Hedy Lamarr in Algiers verantwortlich, ein stilvollen Neuverfilmung des französischen Streifens Pépé le Moko. Charles Boyer spielte eine Kriminellen, der sich in der Kashba von Algier versteckt und durch die Liebe zur geheimnisvollen Hedy Lamarr aus seinem Versteck gelockt wird. Lamarr, deren schauspielerisches Talent eher unterdurchschnittlich war, wurde trotzdem praktisch über Nacht zur Sensation und brünett zur Modefarbe der späten Dreißiger.

1939 drehte Cromwell zwei Filme mit Carole Lombard, die nach ihrem Aufstieg zur hochbezahlten Komödiantin den Wunsch hatte, ernsthafte Rollen zu übernehmen. Währned Made For Each Other, die übersentimentale Geschichte über eine idealistisches Liebespaar, dem das Geld für die Medikamente ihres kranken Kindes fehlt, ein finanzieller Reinfall für Produzent Selznick und Lombard wurde, war die Zusammenarbeit bei In Name Only ein uneingeschränkter Erfolg. Das Melodrama schildert die beinahe tragische Liebesgeschichte zwischen Cary Grant, der unglücklich mit Kay Francis verheiratet ist, und Lombard, einer frisch geschiedenen Mutter und freischaffenden Künstlerin. Besonders Francis als eiskalte Ehefrau, die Grant nur aus Berechnung geheiratet hat und ihm bewusst die Scheidung verweigert, bot eine ausgezeichnete Darstellung. Dies war umso überraschender als die Schauspielerin nach ihrem Prozess gegen ihr altes Studio und Auftritten in B- und C-Filmen eigentlich als Ex-Star galt. Carole Lombard, mit der sie seit den gemeinsamen Tagen bei Paramount befreundet war, verschaffte ihr die Rolle und Francis hatte ihr Comeback.

Cromwell erreichte seinen künstlerischen Höhepunkt gegen Mitte der 1940er. Gemeinsam mit Selznick schuf er mit Since You Went Away 1944 den ultimativen Heimatfrontstreifen. Claudette Colbert nahm für $ 250.000 Gage und drei freie Tage bezahlten Extraurlaub im Monat Abschied vom Rollenfach der Naiven als Mutter von Shirley Temple und Jennifer Jones. Während sich Produzent David O. Selznick ständig mit Colbert rumstritt und sich über ihr Obesession, nur die linke Gesichtshälfte vor die Kamera zu halten aufregte, kam Cromwell sehr gut mit ihr aus und hatte eher Probleme mit der noch sehr unerfahrenen Jones, die damals die Geliebte von Selznick war. Der Film kostete mit $ 3,5 Mio. ein Vermögen und spielte über $ 5 Mio ein noch größeres wieder ein.

1946 führte Cromwell Irene Dunne und Rex Harrison in Anna and the King of Siam zu einem verdienten künstlerischen und finanziellen Triumph. Die Geschichte über eine englische Gouvernante am Hofe des Königs von Siam basierte teilweise auf Fakten und die Schilderung der mehr oder weniger unausgesprochenen Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ist mit viel Takt und Geschick erzählt. Wenig später sorgte die sentimentale Geschichte The Enchanted Cottage über zwei verunstaltete Menschen, die sich selbst, wenn sie allein in ihrer kleinen Hütte sind, als wunderschön erleben, für volle Kinos. Das vom Krieg erschütterte Publikum verlangte offensichtlich nach solchen herzergreifenden Geschichten.

Realtiv rasch und etwas überraschend begann die Karriere des Regisseur jedoch gegen Ende der Dekade in Mittelmäßigkeit zu versinken. Der Film Night Song war 1947 ein Reinfall und die Anblick von Merle Oberon als reicher, ziellosen Erbin, die aus Liebe zu eine blinden Pianisten ebenfalls vortäuscht, blind zu sein, sorgte für einen Verlust von über $ 1 Mio. an der Kinokasse.

John Cromwell beendete seine Karriere durch zwei Auftritte als Schauspieler, unter anderem in A Wedding' von Robert Altman.

Würdigung

John Cromwell war ein Garant für gutgemachte, aufwändig produzierte Romanzen und Melodramen, die bisweilen Spiztenniveau erreichten. Er legte großen Wert auf Dialoge und war in der Lage, auch eher langweilige Skripten mit Leben auszufüllen.

Werke als Regisseur

  • 1929 - Close Harmony - mit Nancy Carroll
  • 1929 - The Dance of Life - mit Nancy Carroll
  • 1929 - The Mighty
  • 1930 - Street of Chance - mit William Powell und Kay Francis
  • 1930 - The Texan - mit Gary Cooper
  • 1930 - For the Defense - mit William Powell und Kay Francis
  • 1930 - Tom Sawyer
  • 1931 - Scandal Sheet - mit Kay Francis
  • 1931 - Unfaithful - mit Ruth Chatterton
  • 1931 - The Vice Squad
  • 1931 - Rich Man's Folly
  • 1932 - World and the Flesh
  • 1933 - Sweepings
  • 1933 - The Silver Cord - mit Irene Dunne
  • 1933 - Double Harness - mit Ann Harding und William Powell
  • 1933 - Ann Vickers - mit Irene Dunne
  • 1934 - This Man Is Mine
  • 1934 - Spitfire - mit Katherine Hepburn
  • 1934 - Des Menschen Hörigkeit (Of Human Bondage) - mit Leslie Howard und Bette Davis
  • 1934 - The Fountain - mit Irene Dunne
  • 1935 - Village Tale
  • 1935 - Jalna
  • 1935 - I Dream Too Much - mit Lily Pons
  • 1936 - Banjo on My Knee - mit Barbara Stanwyck und Joel McCrea
  • 1936 - To Mary - with Love - mit Myrna Loy
  • 1936 - Der kleine Lord (Little Lord Fauntleroy)
  • 1937 - The Prisoner of Zenda - mit Ronald Colman und Madeleine Carroll
  • 1938 - Algiers - mit Charles Boyer und Hedy Lamarr
  • 1939 - Made for Each Other
  • 1939 - Nur dem Namen nach (In Name Only) - mit Carole Lombard, Cary Grant und Kay Francis
  • 1940 - Abe Lincoln in Illinois (Abe Lincoln in Illinois)
  • 1940 - Victory
  • 1941 - So Ends Our Night
  • 1942 - Abenteuer in der Südsee (Son of Fury)
  • 1944 - Als du Abschied nahmst (Since You Went Away) - mit Claudette Colbert und Shirley Temple
  • 1945 - Mit den Augen der Liebe (The Enchanted Cottage) - mit Dorothy McGuire
  • 1946 - Anna und der König von Siam (Anna and the King of Siam) - mit Irene Dunne und Rex Harrison)
  • 1947 - Späte Sühne (Dead Reckoning)
  • 1948 - Night Song - mit Merle Oberon
  • 1950 - Frauengefängnis (Caged)
  • 1951 - Auf Bewährung freigelassen (The Company She Keeps)
  • 1951 - Gangster (The Racket)
  • 1958 - Die Göttin (The Goddess)
  • 1959 - The Scavengers
  • 1961 - A Matter of Morals

Weblinks



[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/fotonexus/w/images/c/ca/Wikipedia_lexikon3e.jpg': No such file or directory.
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort John_Cromwell, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge