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Giovanni Caboto

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Giovanni Caboto (englisch John Cabot) (* um 1450 in Genua, Gaeta oder Chioggia; † 1498 auf See) war ein italienischer Seefahrer. Er gilt als erster moderner europäischer Entdecker, der das nordamerikanische Festland erreichte (1497).

Spätestens ab 1461 lebte Caboto in Venedig, wenn auch unklar ist, ob er vorher in Genua oder in Gaeta gelebt hat. 1476 wurde er jedenfalls venezianischer Bürger, was voraussetzte, dass er mindestens seit 15 Jahren dauerhaft in der Stadt gewohnt hatte. 1482 heiratete er die Venezianerin Mattea, mit der er drei Söhne hatte: Ludovico, Sebastiano und Sancio. In Chioggia und im eigentlichen Venedig erwarb und verkaufte er Immobilien, um die seine Nachkommen noch 1551 mit dem venezianischen Rat der Zehn stritten.

Nach den Untersuchungen des Juan Gil musste Caboto spätestens 1490 völlig überschuldet aus Venedig fliehen (Caboto wird in einer Zahlungsanweisung von 1494 ausdrücklich als Venezianer bezeichnet). Spätestens Mitte dieses Jahres erschien er in Valencia. 1492-93 war er mit Hafenbauarbeiten in einem Ort nahe Valencia befasst (La playa del Grao). An der Jahreswende 1493/94 befand sich Caboto in Sevilla, wo er in der zweiten Jahreshälfte 1494 an einem weiteren Brückenbauprojekt mitwirkte, das allerdings Ende des Jahres abgebrochen wurde. Bereits hier und später in Lissabon versuchte er, Mannschaft und Schiff zu erhalten, was er ab 1495 mit Erfolg in England versuchte.

1496, vier Jahre nachdem Christoph Kolumbus die Karibik erreicht hatte (1492), suchte Caboto nach einem weiter nördlich gelegenen, kürzeren Weg von Europa nach Asien. Unterstützt wurde er von König Heinrich VII. von England. Er segelte von Bristol aus ab, erreichte aber nur Grönland, da er wegen einer Auseinandersetzung mit der Besatzung, Nahrungsmangel und schlechtem Wetter zur Rückkehr gezwungen wurde - wie wir aus einem Brief des Händlers John Day wissen.

Es ist kein Zufall, dass Caboto Bristol zum Startpunkt wählte, denn die dortigen Kaufleute hatten schon seit den 1480er Jahren versucht, den Nordatlantik zu erkunden. Dabei sind sie möglicherweise bis nach Neufundland vorgedrungen. Im Gegensatz zu diesen "inoffiziellen" Fahrten erhielt Caboto königlichen Schutz.

Bild:Halifax Erinnerungstafel an Giovanni Caboto.jpg
Halifax: Gedenktafel zum 500. Jahrestag der Landung Cabotos

Am 2. oder 20. Mai 1497 brach er mit dem Schiff Matthew in Bristol auf. An Bord war auch sein Sohn Sebastian. Am 24. Juni traf er auf unbewohntes Land, das er für China hielt und Terra de prima vista nannte. Tatsächlich hatte er Neufundland, Neuengland und Labrador betreten. Wo genau, ist unklar, wenn auch verschiedene Orte dafür in Anspruch genommen worden sind.

Auf einer nächsten Reise 1498, für die er fünf Schiffe erhielt, wollte er noch weiter nach Westen, bis Japan, vorstoßen. Von dieser Fahrt kehrte nur ein einziges Schiff zurück. Über das Schicksal der anderen Schiffe und auch das des Caboto ist nichts bekannt.


Literatur

  • Egon Larsen Hg.): Die Entdeckung von Nordamerika 1497 und die Expeditionen nach Südamerika und in das Nördliche Eismeer, Stuttgart: Thienemann, Edition Erdmann, 1985, ISBN: 3-522-61160-8
  • J.A. Williamson, The Cabot Voyages and Bristol Discovery Under Henry VII (Hakluyt Society, Second Series, No. 120, CUP, 1962)
  • Peter Pope, The Many Landfalls of John Cabot (Toronto, 1997), Schwerpunkt auf späteren Deutungen der Entdeckungsfahrten Cabotos

Weblinks

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