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Jenissei
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| Jenissei | |
|---|---|
|
Der Jenissei bei Krasnojarsk | |
| Daten | |
| Lage | Tuwa-Russland |
| Länge | 5.940 km |
| Quelle | Ostsajangebirge (südsibirisches Gebirge in Tuwa) und Nordmongolei nahe dem Chöwsgölsee |
| Mündung | Nördlich von Dudinka in die Karasee des Nordpolarmeeres |
| Mündungshöhe | 0 m über NN |
| Höhenunterschied | 631 m (ab Kysyl) |
| Einzugsgebiet | 2.554.482 km² |
| Großstädte | Kysyl, Abakan, Krasnojarsk, Dudinka |
| Mittelstädte | Jenisseisk |
| Rechte Nebenflüsse | Angara, Tunguska |
| Linke Nebenflüsse | Abakan (Fluss) |
| Häfen | Dudinka |
| Schiffbar | bis Abakan durch Schiffshebewerk bei Diwnogorsk |
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Der Jenissei (russisch Енисей) ist ein 4.092 km langer Strom in Sibirien (Russland, Asien). Er wird auch als sibirirscher Meridian bezeichnet, da er etwa in der Mitte von Sibirien entlang des 90. Längengrades von Süd nach Nord in die Karasee des Polarmeeres fließt.
Inhaltsverzeichnis |
Flussname
Seinen ursprünglichen Namen - Ioanessi - verdankt der Jenissei dem Volksstamm der Evenken. Erst im 17. Jahrhundert gaben die aus dem Westen kommenden Kosaken dem Fluss seinen jetzigen Namen: Jenissei.
Das Wort Jenissei stammt aus der Sprache von den alten Stämmen. Die Einwohner von Ulug Khem benannten den Fluss Jenissei, das bedeutet 'unruhig'. In einem andern Dialekt sagt man Joanessi, was soviel wie 'das Großwasser' heißt.
Die Flussbezeichnung Jenissei ist auf einen turksprachigen Ursprung zurückzuführen. Die Bezeichnung ist dabei eine Zusammensetzung aus den Begriffen ana (Mutter) und say (Fluss). Die zweite, nächstmögliche Deutung ist, dass in der türkischen Sprache "Yeni" = Neu (ausgesprochen wie Jeni) und das Wort "Su" (wie ßu) = Wasser bedeuten. Demnach bedeutet Jenissei/Jenissej nach der (neu-) türkischen Schreibweise "Yenisu" ⇔ Yenisuy ⇔ Yenissey = Neues Wasser; Neuer Fluss. Siehe auch Turksprachen.
Flusslauf
Der Fluss Jenissei entsteht am Ostrand der Stadt Kysyl durch die Vereinigung seiner beiden Quellflüsse – Großer (russ. Большой Енисей) und Kleiner Jenissei (russ. Малый Енисей; auch Bii- (Бии-Хем) und Kao-Khem (Каа-Хем)) bei Kysyl (631 m. ü. NN.). Die beiden Zuflüsse entspringen im südsibirischen Ostsajan-Gebirge in der "Autonomen Republik" Tuwa an der Grenze zur Mongolei bzw. in der Nordmongolei.
Während der Große Jenissei (605 km lang) rund 600 km westlich vom Südende des Baikalsees im Ostsajan-Gebirge (200 km nordwestlich des mit 3492 m höchsten Berges (russ. Гора (Gora)) Munku Sardyk) nahe der Mongolei entspringt (52° 20' N, 97° 30' O
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), liegen die Quellen des Kleinen Jenissei (680 km lang) nahe und in der Nordmongolei. Obwohl er Kleiner Jenissei heißt, ist er 75 km länger als sein "Großer Bruder". Er spaltet sich nochmals in den längeren Hauptquellarm "Kysyl-Khem" (Кызыл-Хем) und den kürzeren "Balyktyg-Khem" (Балыктыг-Хем) mit Quelle vor der mongolischen Grenze auf. Die Quelle des "Kysyl-Khem" liegt 660 km östlich von Kysyl, 300 km jenseits der mongolischen Grenze im Darhat-Tal (51° 3′ 50" N, 100° 01′ O
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) westlich des süßwasserführenden, als heilig betrachteten Chöwsgölsees in der nördlichsten Mongolei; von ihren Quellen fließen der "Kleine Jenissei" direkt westlich, der "Große Jenissei" zunächst hauptsächlich westlich, dann südlich nach Kysyl. Dort entsteht aus ihrem Zusammenfluss der Jenissei. Nur etwas unterhalb dieser Stadt durchfließt er den über 300 km langen, aber nur wenige Kilometer breiten Sajano-Schuschensker Stausee.[1]
Ab dort fließt der Jenissei in Richtung Norden in einem Durchbruchstal durch die Gebirgswelt des Westsajans. Bei der Stadt Abakan mündet er - wie der Abakan - in den Südteil des rund 400 km langen Krasnojarsker Stausees (182 m ü. NN) ein. Seine Staumauer befindet sich bei Diwnogorsk. Vom Minussinsker Becken, das zwischen den Nachbarstädten Abakan und Minussinsk am Einlauf der zwei genannten Flüsse in den Krasnojarsker Stausee liegt, ist der Strom schiffbar; möglich wird dies durch ein großes Schiffshebewerk, durch das Binnenschiffe in 90 Minuten den Höhenunterschied an der Staumauer überwinden können. Etwa 100 km unterhalb bzw. nordöstlich der Staumauer liegt Krasnojarsk, die größte Stadt am Fluss. Nordöstlich dieser Großstadt mündet der Kan in den Jenissei ein, wonach sich das Tal zu einer breiten Niederung weitet. In deren Nordbereich mündet die von Osten kommende Angara ein, die ihm nach dem Durchfließen des Mittelteils der Jenisseiberge bei Strelka zufließt. Etwas unterhalb der Angaraeinmündung passiert der Jenissei das an seinem Westufer gelegene Jenisseisk (ca. 67 m ü. NN).
Von dort an fließt der Jenissei, der eine wichtige Schifffahrtsstraße darstellt, direkt westlich des großen Mittelsibirischen Berglands weiter nach Norden. Westlich des Flusses liegt die die große Westsibirische Tiefebene, die zwischen dem Uralgebirge und dem zuletzt erwähnten Bergland liegt. Hier durchfließt der Jenissei weit ausgedehnte Nadelwaldgürtel. An der Westabdachung dieses Gebirges mündet direkt nördlich der Jenisseiberge und nahe des am Westufers des Jenisseis gelegenen Bor (ca. 28 m ü. NN) die Steinige Tunguska ein.
Rund 600 km weiter flussabwärts mündet in den Unterlauf des Jenisseis, in dem er als Tieflandfluss die weit ausgedehnten nordsibirischen Tundren durchfließt, bei Turuchansk (65°51'N - 88°04'E, ca. 20 m ü. NN) die Untere Tunguska ein. Danach entfernt er sich in leicht nordwestlicher Richtung etwas vom Mittelsibirischen Bergland und überquert den Nördlichen Polarkreis, vor dem das Wasser der von Nordosten kommenden Kureika bei der gleichnamigen Stadt einmündet. Etwas weiter nördlich erreicht er Igarka und später Dudinka, dessen Hafen zur Verschiffung der in der Gegend der rund 100 km östlich von Dudinka liegenden Großstadt Norilsk gewonnenen Bodenschätze von Bedeutung ist.
Anschließend ist es für russisch-sibirische Verhältnisse nur noch ein "Katzensprung" bis zur Mündung des Jenisseis in die weiter nördlich bei Karaul beginnende und 435 km lange sowie bis zu 60 km breite Jenissei-Bucht ("Jenisejskij zal."); diese ist kein Flusslauf mehr, sondern als Ästuar bereits eine Meeresbucht der Karasee, die wiederum ein Teil des eisigen Nordpolarmeers ist. Allerdings weist sie - angetrieben von den unaufhaltsamen Wassermassen des Jenissei - eine starke, nach Norden fließende Strömung auf.
Flusslänge
Die Länge des Jenisseis kann auf verschiedene Weise gemessen werden:
- 3.412 km = Länge Jenissei ohne "Kleinen Jenissei" (sein längster Quellfluss)
- 4.092 km = Länge Jenissei mit "Kleinem Jenissei"
- 5.940 km = Ider–Selenga–Angara–Jenissei = Gesamtlänge der drei zuerst genannten Flüsse + Länge des Jenissei-Unterlaufs
Zu diesen Längen kann man je noch die 435 km lange Jenissei-Bucht dazuzählen.
Einzugsgebiet, Jahresabfluss & "Eiszeit"
Das Einzugsgebiet des Jenissei beträgt 2.554.482 km² (mehr als die 7,2-fache Fläche Deutschlands ); bei Igarka (67°33'N - 86°38'E) wird am (Punkt 6656) 2.440.000 km² angegeben, ein anderer Wert berichtet sogar von 2.605.000 km². Der mittlere Jahresabfluss beträgt etwa 19.600 m³/s. Bei Igarka (Januar 1995: 7.960 m³/sec; Juni 1995: 62.613 m³/sec). Er gilt als der wasserreichste Fluss Sibiriens. Ab November bildet sich Eis auf dem Jenissei, das nach und nach zu Eisschollen verhärtet, die den Fluss schließlich ganz zufrieren lassen. Dies dauert in der Regel bis Mai, wenn es zu tauen beginnt. Das daraus resultierende Hochwasser, das dem Jenissei auch von seinen Nebenflüssen zufließt, lässt ihn im Ober- und Mittelauf um bis zu 10 m, im Unterlauf bis zu 20 m ansteigen.
Bedeutung
Ökologischer Zustand
- dazu fehlen noch verlässliche Angaben.
siehe dazu Environmental modeling: Enisey
Stauseen
- Sajano-Schuschensker Stausee (142 km²; 31,30 km³)
- Krasnojarsker Stausee (2.130 km²; 73,30 km³)
- Bratsker Stausee, gehört zu den größten der Welt, er liegt an einem Nebenfluss des Jenissei der Angara bei Irkutsk. Das Kraftwerk liefert durchschnittlich 7,1 Milliarden kWh pro Jahr.
Die Energiegewinnung ist wichtig für die (Aluminium-)Industrie um Krasnojarsk.
Schifffahrt
- Der Jenissei hat eine große Bedeutung für die Versorgung der Gebiete nördlich der Transsibirischen Eisenbahn, obwohl der Fluss von etwa November bis Mai zugefroren ist.
- Die Hochseeschifffahrt ist bis Igarka möglich, die Flussschifffahrt dank eines Schiffhebewerkes bei Diwnogorsk über den Krasnojarsker Stausee bis Abakan in Chakassien.
- Der Fluss ist auch zum Flößen von Holz aus der Taiga von Bedeutung.
Fischfang
Jenissei-Fische (Stör, Muksun, Tschir etc) werden bei Igarka gefangen und in Ust-Port wurde dazu ein grosser natürlicher Kühlraum in den Permafrostboden gebaut ist.
Nebenflüsse
In den Jenissei münden unter anderen diese Nebenflüsse:
Orographie: L = Linker Nebenfluss; R = Rechter Nebenfluss:
- L - Abakan – von Südwesten kommend - Mündung in Krasnojarsker Stausee
- R - Tuba – von Osten kommend - Mündung in Krasnojarsker Stausee
- R - Mana – von Südosten kommend - Mündung bei Diwnogorsk
- R - Kan – von Südosten kommend - Mündung bei Ust-Kan
- R - Angara – von Osten kommend - Abluss des Baikalsee mündet bei Strelka
- R - Steinige Tunguska – von Osten kommend - Mündung bei Bor
- R - Untere Tunguska – von Osten kommend - Mündung bei Turuchansk
- R - Kureika – von Osten kommend - Mündung bei Kureika
Orte am Fluss
- Kysyl – Hauptstadt von Tuwa am Zusammenfluss von Bi- und Kao-Khem zum Jenissei
- Tschernogorsk – etwas abseits des Jenisseis
- Schuschenskoje – etwas abseits des Jenisseis (der einstige Verbannungsort von Lenin)
- Abakan – an der Einmündung des Abakan
- Diwnogorsk – an Staumauer des Krasnojarsker Stausees
- Krasnojarsk – die größte Stadt am Jenissei - einiges unterhalb des Krasnojarsker Stausees
- Lessosibirsk - russische ´Hauptstadt´ der Holzindustrie.
- Jenisseisk – "Vater der Sibirischen Städte"
- Bor – an Einmündung der Steinigen Tunguska
- Turuchansk – an Einmündung der Unteren Tunguska
- Kureika – unmittelbar südlich des Nördlichen Polarkreises
- Igarka – bis in dessen Seehafen kann der Jenissei mit Seeschiffen befahren werden
- Norilsk – 100 km östlich, einzige Großstadt „nahe“ des Jenissei-Unterlaufs
- Dudinka – mit Seehafen, wo die Bodenschätze von Norilsk verschifft werden
- Ust-Port – mit einem "natürlichem Kühlraum" in einer Höhle im Permafrostboden und ehemaliger Pelztierzucht (etwa 500 Einwohner)
- Karaul – an der Einmündung des Jenisseis in die Jenissei-Bucht
- Dikson – am Nordende der Jenissei-Bucht an der Karasee (etwa 1.000 Einwohner)
Siehe auch
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Category:Yenisei River – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
Weblinks
- Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei (3Sat-Reportage von Dirk Sager in drei Teilen)
- Sibirisches Abenteuer mit Tretboot auf dem Jenissei (11 Teile, 74 min) als CD/herunterladbar
- R-ArcticNet: Einzugsgebiete von Flüssen die in die Arktis münden
- UNESCO Water
- Schiffshebewerk (ru)
- Historische Fotos vom Jenissei
Quellen
- ↑ Dirk Sager: Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei. 3Sat-Reportage in drei Teilen [1]
Literatur
- Georgij I. Kublickij: Der Jenissei: ein sibirischer Fluss. Brockhaus-Verlag, Leipzig, 1952
- Hermann Mattes, Kai Pagenkopf: Natur und Mensch am Jenissei. Prof. Dr. Cay Lienau (Hrsg.), Münster, 2001; ISBN 3-9801245-9-2
- Lenin-Gedenkstätten in Sibirien. Planeta-Verlag, Moskau 1988, ISBN 5-85250-076-3
Koordinaten: 52° 19' 59" N, 97° 30' O
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