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Iwan (Architektur)
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Iwan (Aiwan oder Liwan) wird ein Merkmal insbesondere persischer und zentralasiatischer Bauten genannt.
Er ist eine dreiseitig geschlossene Halle, die an ihrer Vorderseite völlig offengelassen ist. Weder eindeutig Außen- noch Innenraum, ist er ein Hauptmerkmal der persischen und zentralasiatischen Architektur. Zum ersten Mal taucht er in der parthischen Architektur des 1. Jahrhunderts n. Chr. auf, wo er allerdings nur als selbstständiger Raum vorkommt und nicht, wie später ab der sassanidischen Zeit, als Vorzone zu einer überkuppelten Halle. Meistens öffnet sich der Iwan zu einem Innenhof, der gärtnerisch gestaltet ist und über ein zentrales Wasserbecken verfügt. Solch ein Innenhof kann auch über mehrere Iwane verfügen.
Sind um einen rechteckigen Innenhof kreuzförmig vier Iwane so angeordnet, dass sich jeweils zwei gegenüberstehen, so spricht man von einer Vier-Iwan-Anlage. Die Schah-Moschee in Isfahan besitzt solch einen Grundriss. Zahlreiche Moscheen, Medresen und Karawansereien Zentralasiens sind dergestalt aufgebaut.
Im Wohnungsbau ist der Iwan oft nach Norden ausgerichtet. Traditionell ist er der schattige Aufenthaltsplatz für den Sommer. Seine Entstehung hat mit der Holzarmut des Irans zu tun. Aus diesem Grund haben iranische Wüstenhäuser kein Peristyl oder Laubengang, der etwa in Griechenland eine schattige Aufenthaltszone bildet.
Architekturgeschichtlich entstand der Iwan aus einem verzierten Eingang, der zu einer offenen Halle, Nische oder auch einem Vorraum innerhalb eines Gebäudes oder einer Toranlage wurde.
Siehe auch
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