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Italienisch-Türkischer Krieg

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Als Italienisch-Türkischer Krieg wird der Konflikt zwischen Italien und dem Osmanischen Reich im Jahre 1911/1912 bezeichnet. Der Krieg wurde durch die Besetzung der osmanischen Provinz Tripolis (des heutigen Libyens) am 5. Oktober]] 1911 ausgelöst. Am 5. November 1911 annektierte Italien die besetzte Provinz.

Inhaltsverzeichnis

Kriegsbeginn

Als Kriegsgrund führte Italien die schlechte Behandlung der italienischen Bürger in Tripolis an. Am 27. September 1911 stellte Italien ein Ultimatum an das Osmanische Reich. Innerhalb einer Frist von 48 Stunden sollte die Türken Tripolis an Italien abtreten. Die Großmächte Frankreich und Großbritannien sagten Italien ihre Unterstützung zu, woraufhin Italien am 29. September 1911 der Türkei den Krieg erklärte.

Kriegsverlauf

Im Adriatischen Meer versenkte die italienische Flotte eine Reihe von osmanischen Kriegsschiffen und eröffnete am 30. September von See aus das Feuer auf Tripolis. Die schlecht bewaffnete, 8.000 Mann starke osmanische Garnison konnte dem Angriff der zahlenmäßig überlegenen Angreifer nicht standhalten. Die Stadt wurde am 5. Oktober durch italienische Truppen eingenommen.

Die verbliebenen Soldaten zogen sich ins Landesinnere zurück. Am 23. Oktober und 26. Oktober gingen die türkischen Truppen in die Gegenoffensive. Während der erste Angriff erfolgreich war, wurden die türkischen Truppen im zweiten Angriff zurückgeschlagen.

Den türkischen Vérstärkungen wurde der Durchmarsch durch das nominell immer noch türkische, aber faktisch von England abhängige Ägypten verweigert. Deshalb gelangte nur ein kleines Kontingent als Verstärkung nach Tripolis. So reiste z.B. der spätere türkische Staatspräsident Mustafa Kemal als Journalist, unter dem Pseudonym "Şerif Bey", über Ägypten ein. Auf ähnliche Art und Weise mussten sich auch die anderen Kommandeure nach Tripolis „durchschlagen“.

Auftrag der türkischen Kommandeure war, unter dem Oberbefehl von Enver Pascha die Osmanische Armee neu zu formieren und sie gegen den Feind in den Kampf zu führen. Nach der Reorganisation wurden die italienischen Truppen durch die Offensive der neu aufgestellten Truppenteile am weiteren Vordringen gehindert.

Anfänglich unterstützte die lokale arabische Bevölkerung die Türken nicht. Jedoch konnten Enver Pascha und Mustafa Kemal Teile der arabischen Bevölkerung gegen die ungläubigen Invasoren mobilisieren. Die Italiener verschanzten sich entlang der Küste, und konnten aufgrund des Widerstandes nicht ins Landesinnere vordringen.

1912 standen den 100.000 Italienern 25.000 Osmanische Soldaten gegenüber. Italien, das mit so einer heftigen Gegenwehr nicht gerechnet hatte, setzte daraufhin seine überlegene Flotte ein und eroberte 1912 die Inseln des Dodekanes. Die Osmanischen Festungen in Beirut und auf den Dardanellen wurden unter Beschuss genommen.

Kriegsende und Folgen

Bei den Friedensverhandlungen am 18. Oktober 1912 in Lausanne musste das Osmanische Reich Tripolis an Italien abtreten. Als Entschädigung sollte Italien die zuvor besetzten Dodekanes wieder an das Osmanische Reich abtreten, Italien hielt sich jedoch nicht daran. Im Krieg kamen insgesamt 20.000 Soldaten ums Leben, davon 6.000 italienische und 14.000 osmanische Soldaten.

Durch den Krieg wurde das Osmanische Reich weiter geschwächt, wodurch der Balkanbund in seinem Vorhaben, die Osmanen aus den restlich verbliebenen Gebieten vom Balkan zu vertreiben, bestärkt wurde.

Weblink

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