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Interne Vertreibung

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Interne Vertreibung bezeichnet die gewaltsame Vertreibung von Personen aus ihrer angestammten und rechtmäßigen Heimat, wobei diese sich aber nicht über eine internationale Grenze als Flüchtling gerettet haben, sondern im eigenen Land geblieben sind. Solche Personen werden als Intern Vertriebene, Binnenflüchtlinge oder Internally displaced Persons (IDP) bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Zahlen

Die Zahl Intern Vertriebener wird im Jahresbericht 2005 des Internal Displacement Monitoring Center (IDMC) in Genf auf 23,7 Millionen geschätzt und ist damit etwa doppelt so hoch wie die der Flüchtlinge, allerdings hat allein die im Juli 2006 ausgebrochene Nahostkrise binnen kürzester Frist zusätzlich Hunderttausende entwurzelt.

Dabei schätzt das IDMC, dass 12 Millionen Menschen - mehr als die Hälfte aller Binnenvertriebenen - aus Afrika stammen. Die verheerendsten Flüchtlingskatastophen auf dem afrikanischen Kontinent finden sich in Sudan mit geschätzten 5 Millionen, der Demokratische Republik Kongo mit 1,5 Millionen, und Uganda mit 2 Millionen IDPs. Aber auch in Europa ist das Problem der Binnenflüchtlinge bei weitem nicht zu unterschätzen: 3 Millionen Menschen sind u.a. in der Türkei, Russland, Georgien, Bosnien und Serbien innerhalb der Grenzen ihres eigenen Landes vertrieben.

Die aktuellen Zahlenstellt das Internal Displacement Monitoring Centre regelmäßig auf seine Website.

Vertreibungsgründe

Gewaltsame Vertreibungen werden aus den verschiedensten Gründen und von den verschiedensten Akteuren durchgeführt:

  • in Myanmar und Zimbabwe handelt es sich um absichtlich gegen Teile der eigenen Bevölkerung gerichtete Angriffe der nationalen Regierung auf Grund von politischer Opposition oder ethnischen Auseinandersetzungen
  • in Kolumbien werden Vertreibungen von den paramilitärischen Gruppen und in geringerem Maße von der Guerilla eingesetzt, um Ländereien zum Anbau von Drogen oder anderen Cash Crops zu rauben
  • auf den Philippinen werden immer wieder zehntausende Menschen zu Vertriebenen, weil sie zwischen die Fronten der bewaffneten Gruppen und der Armee geraten und um Leib und Leben fürchten müssen

Lebenssituation intern Vertriebener

Es ist ein Kennzeichen für die Situation der Intern Vertriebenen, dass sie den Angriffen in der Regel schutzlos ausgeliefert sind, dass sie keine oder kaum Unterstützung erhalten, dass Familien auseinandergerissen werden, soziale Strukturen zerbrechen, Hunger und Krankheiten zunehmen, es keine Unterkunft- und Einkommensmöglichkeiten gibt.

Fehlende Definition, fehlender völkerrechtlicher Schutz

Im Gegensatz zur Situation der Flüchtlinge gibt es nur einen sehr unzureichenden völkerrechtlichen Schutz: es gibt keine internationale Konvention zum Schutz der Intern Vertriebenen, noch nicht einmal eine klare Definition des Begriffs, keine internationale Organisation mit einem klaren UN-Mandat zum Schutz der Menschen.

Hilfreich sind die Richtlinien des UN- Sonderbeauftragten zum Schutz der Menschenrechte Intern Vertriebener, die eine Art informellen Standard über die Behandlung der Betroffenen beschreiben und von vielen Regierungen respektiert, aber nicht anerkannt werden. http://www.tdh.de/content/themen/weitere/vertreibung/guidelines/

Literatur

Weblinks

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