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Indochine (Film)
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| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Indochine |
| Originaltitel: | Indochine |
| Produktionsland: | Frankreich |
| Erscheinungsjahr: | 1992 |
| Länge (PAL-DVD): | ca. 160 Minuten |
| Originalsprache: | französisch, vietnamesisch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Régis Wargnier |
| Drehbuch: | Erik Orsenna, Louis Gardel, Catherine Cohen und Régis Wargnier |
| Produktion: | Eric Heumann und Jean Labadie |
| Musik: | Patrick Doyle |
| Kamera: | François Catonné |
| Schnitt: | Agnès Schwab und Geneviève Winding |
| Besetzung | |
| |
Indochine ist ein Spielfilm des französischen Regisseurs Régis Wargnier aus dem Jahr 1992. Das Drama basiert auf einem Original-Drehbuch von Wargnier, Erik Orsenna, Louis Gardel und Catherine Cohen und wurde von den Filmstudios Paradis Films, La Générale d'Images, Bac Films, Orly Films und Ciné Cinq in Zusammenarbeit mit u. a. Canal Plus produziert. Der Film gewann bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1993 den Academy Award in der Kategorie bester fremdsprachiger Film.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
Vietnam in den Dreißiger Jahren: Nachdem ihre Eltern gestorben sind, adoptiert Elaine Devries eine Plantagenbesitzerin, die kleine Camille, eine ehemalige Prinzessin. Damit vergrößert sich ihr Besitz an Kautschuk-Plantagen beträchtlich. Eines Tages entwickelt sich eine Romanze zwischen dem Offizier Jean-Baptiste Le Guen der französischen Marine und Elaine, die aber bald schon wieder ein Ende findet. Aber auch sonst sind die Zeiten für Elaine alles andere als ruhig. Trotz ihrer Akzeptanz bei der einheimischen Bevölkerung wird auch sie nicht von den Unruhen gegen die französischen Besatzer verschont. Schon bald gibt es eine Schießerei bei der Camille schwer verletzt wird und ausgerechnet Jean-Baptiste zur Stelle ist, um erste Hilfe zu leisten. Tief berührt von diesem Ereignis will Camille Jean-Baptiste anstelle ihres Verlobten Tanh heiraten, doch sie hat weder eine Ahnung von der ehemaligen Liebesaffäre zwischen Jean-Baptiste und Elaine noch spürt sie, dass er nicht so empfindet wie sie. Sie verlässt Elaine für Jean-Baptiste und gibt damit das luxuriöse Leben als Plantagenbesitzerin auf. Es beginnt ein Liebesdrama, das durch den Volksaufstand gegen die Besatzer an Intensität gewinnt.
Entstehungsgeschichte
Indochine war einer von drei im Jahr 1992 gedrehten französischen Filmen, der sich der Thematik Kolonialvietnams annahm. Im selben Jahr hatte Jean-Jacques Annaud Marguerite Duras' preisgekrönten Roman Der Liebhaber aus dem Jahr 1984 verfilmt, der ebenfalls wie Régis Wargniers Film in den 1920er bzw. 1930er Jahren spielt. Pierre Schoendoerffer verfilmte unter dem Titel Die Schlacht von Dien Bien Phu mit Donald Pleasance in der Hauptrolle die entscheidende Schlacht während des ersten Indochinakrieges 1954 zwischen Frankreich und dem Vietminh, die für ein freies Vietnam kämpften. Für seinen Film entwickelte Régis Wargnier gemeinsam mit den Drehbuchautoren Erik Orsenna, Louis Gardel, Catherine Cohen Szenario und Dialoge für ein Original-Drehbuch, dass eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Indochinakrieges beschreibt. Die Großproduktion die zum damaligen Zeitpunkt mit unter anderem mit Catherine Deneuve, Vincent Perez, Jean Yanne und Dominique Blanc die führende Schauspielerriege Frankreichs zusammenbrachte, verschlang eine Summe von 40 Mio. DM (ca. 20,45 Mio. Euro). Gedreht wurde der Film an Original-Schauplätzen in Vietnam, sowie in Malaysia, am Genfer See in der Schweiz und in Frankreich. Für die Dreharbeiten wurde ein Eastman-35mm-Farbfilm von Kodak verwendet, sowie Kamera-Equipment von Panavision.
Rezeption
Das Drama feierte seine Premiere in Frankreich am 15. April 1992 und war knapp einen Monat später, am 14. April, auch in den deutschen Kinos zu sehen. Die französischen Kritiker lobten Régis Wargniers Werk und auch international fand die Großproduktion Anerkennung, die manch ausländischer Kritiker als französisches Pendant zu Victor Flemings Vom Winde verweht betitelte. Neben der Ausstattung und der Kameraarbeit von François Catonné stand vor allem die Leistung des Schauspielensembles im Mittelpunkt, insbesondere Hauptdarstellerin Catherine Deneuve. Ihr einfühlsames Portrait der Plantagenbesitzerin Eliane stellte den bisherigen Höhepunkt ihrer Filmkarriere dar und die Schauspielerin wurde nach Luis Buñuels Belle de jour – Schöne des Tages (1967) und François Truffauts Die letzte Metro (1980) erneut für internationale Filmpreise berücksichtigt. Negative Stimmen assistierten Wargniers Inszenierung einen konventionellen Stil und fehlendes Tempo. In den USA startete Indochine am 23. Dezember 1992 in den Kinos und konnte hier einen Gewinn von 5,7 Mio. US-Dollar erzielen.
Kritiken
- "'Indochine' ist eine ambitionierte, hinreißend verpasste Chance - zu langsam, zu lang, zu gesetzt. Es ist kein erfolgreicher Film, und doch gibt es so viel gutes in ihm, dass er es vielleicht trotzdem wert ist gesehen zu werden." (Chicago Sun-Times)
- "Aufwendige Produktion, die es allemal mit den romantischen Fresken vom Format eines 'Doktor Schiwago' aufnimmt" (Cinema)
- "Ein durch die Darsteller und die subtile Fotografie überzeugendes Melodram, das allerdings zu konventionell inszeniert ist, um ein differenziertes Bild einer Kolonialherrschaft vermitteln zu können." (Lexikon des internationalen Films)
- "Scheinbar von 1930 bis 1954 ohne einen Tag zu altern, durchläuft Miss Deneuve 'Indochine' mehr als Beobachter, denn als Teilnehmer. Ihre Eliane/Marianne ist keine Verkörperung der Ideale der Französischen Revolution, aber repräsentiert die Art von chic, die man mit Coco Chanel und Yves Saint Laurent in Verbindung bringt... 'Indochine' präsentiert dem Publikum weitaus mehr Geschichte und vielseitigere Blicke auf die vietnamesische Landschaft, als man in 'Der Liebhaber' erblicken kann, Jean-Jacques Annauds fein lakonische Filmadaption des Marguerite Duras-Romans, der auch in den 1930er Jahren in Vietnam spielt. Dennoch ruft 'Der Liebhaber' subtile Wahrheiten über koloniale Verhältnisse wach, die durch die epische Extravagantheit von 'Indochine' begraben werden." (New York Times)
- "Als ein lethargischer Opiumtraum von Kolonialvietnam schaut 'Indochine' mit einer grundlegend abstumpfenden intellektuellen Müdigkeit zurück auf den französischen Imperialismus. Aber anders als sich der Länge nach hinstreckenden britischen Meaculplas, leistet dieser Film keine Abbitten für die, die sich der Kultur eines Landes bemächtigen. Die lebensüberdrüssigen Protagonisten dieses historischen Melodramas sehen sich nicht als Unterdrücker der Indochinesen, doch führen sie ihnen die Creme der europäischen Zivilisation zu. " (Washington Post)
Anmerkungen
- Die Großproduktion wurde u. a. von Centre Nationale du Cinema Vietnamien unterstützt.
- Indochine wurde ebenfalls finanziell vom Club des Investisseurs, Sofinergie, Sofinergie 2, Investimage 3, and Cofimage 3 unterstützt.
- Linh Dan Pham, die Darstellerin der Camille, verschwand nach dem verheißungsvollen Start ihrer Schauspielkarriere für sieben Jahre aus der Filmbranche. Die aus einem Vorort von Paris stammende Vietnamesin wurde Opfer der kulturellen Unterschiede. Hier zeigte sich noch einmal in der realen Welt die Auswirkungen der traditionellen Rolle der Frau in Asien. Linh Dan Pham nahm erst im Jahr 2001 ihre Schauspielkarriere wieder auf und konnte 2005 mit Jacques Audiards Der wilde Schlag meines Herzens an den Erfolg von Indochine anknüpfen.
Auszeichnungen
Bei der Verleihung der Academy Awards am 29. März 1993 (offizielle Zählung 1992) im Dorothy Chandler Pavillon in Los Angeles war Indochine für zwei Oscars nominiert. Während Catherine Deneuve sich als Beste Hauptdarstellerin Emma Thompson (Wiedersehen in Howards End) geschlagen geben musste, wurde Régis Wargniers dritter Langspielfilm mit den Oscar als beste fremdsprachige Produktion des Jahres ausgezeichnet. Für Frankreich war es in 36 Jahren die 28. Nominierung in dieser Kategorie und der neunte Oscar. Das Drama hatte bereits in dieser Kategorie den Preis der National Board of Review und den Golden Globe gewonnen. Bei der Verleihung des wichtigsten französischen Filmpreises, dem César, galt Indochine mit zwölf Nominierungen als Favorit. Der Film wurde mit fünf gewonnenen Césars erfolgreichster Film des Abends, unterlag jedoch in der Kategorie Bester Film Cyril Collards AIDS-Drama Wilde Nächte. Unter den Honorierten waren unter anderem Catherine Deneuve und Dominique Blanc, die sich als Beste Haupt- bzw. Nebendarstellerin gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten. Ein Jahr später war Indochine auch für den renommierten britischen Filmpreis BAFTA als bester nicht-englischsprachige Produktion nominiert, musste sich aber Chen Kaiges Drama Lebewohl, meine Konkubine geschlagen geben.
Oscar 1992
- Bester fremdsprachiger Film
- nominiert in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin (Catherine Deneuve)
BAFTA-Award 1994
- nominiert als Bester nicht-englischsprachiger Film
Golden Globe 1993
- Bester fremdsprachiger Film
César 1993
- Beste Hauptdarstellerin (Catherine Deneuve)
- Beste Nebendarstellerin (Dominique Blanc)
- Beste Ausstattung
- Beste Kamera
- Bester Ton
- nominiert in den Kategorien
- Bester Film
- Beste Regie
- Bester Nebendarsteller (Jean Yanne)
- Beste Nachwuchsdarstellerin (Linh Dan Pham)
- Beste Filmmusik
- Beste Kostüme
- Bester Schnitt
- nominiert in den Kategorien
Weitere
- Bester europäischer Film
- Bester fremdsprachiger Film
- Bester demokratischer Film
- nominiert in der Kategorie Menschenrechte
Literatur
- Wargnier, Régis: Indochine. [Paris] : Ramsay Cinéma : Reflet, 1992. ISBN 284041029X (frz. Ausgabe)
- Montella, Christian de: Indochine : roman : d'après le film de Régis Wargnier, écrit par Catherine Cohen, Louis Gardel, Erik Orsenna et Régis Wargnier. [Paris] : Fayard, 1992. ISBN 2213028788 (frz. Ausgabe)
- Powrie, Phil: French cinema in the 1990s : continuity and difference : essays. Oxford [u.a.] : Oxford University Press, 1999. ISBN: 0198159587 (engl. Ausgabe)
Weblinks
- Indochine in der Internet Movie Database
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