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Indigo

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Bild:Disambig-dark.svg Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Indigo (Begriffsklärung).
Strukturformel
Bild:Indigo structure.png
Allgemeines
Name Indigo
Andere Namen
  • Indigotin
  • 2,2’-Bis(2,3-dihydro-3-oxoindolyliden)
Summenformel C16H10N2O2
CAS-Nummer 482-89-3
Farbindex Nr. / Name 73000 / Pigment Blue 66
Kurzbeschreibung indigofarbene (dunkelblaue) Kristalle
Eigenschaften
Molmasse 262,26 g·mol-1
Aggregatzustand fest
Dichte ?
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kg·m-3
Schmelzpunkt 390 - 392 °C (Sublimiert)
Siedepunkt ?
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°C
Dampfdruck ?
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Pa (?
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°C)
Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
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R- und S-Sätze

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S: Vorlage:S-Sätze

MAK ?
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Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Indigo (v. span., lat., griech.: indikón das Indische, nach der Heimat Ostindien) ist ein tiefblauer Farbstoff und namensgebend für seinen Farbton Indigo. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen und Gewinnung

Arbeitsschritte in einer Indigoterie.
Arbeitsschritte in einer Indigoterie. [1]

Indigo kann pflanzlich aus der indischen Indigopflanze oder dem einheimischen Färberwaid gewonnen werden. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) für das Blaufärben benutzt. Heute wird Indigo noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und I. sumatrana.

Die Pflanzen enthalten jedoch kein Indigo, sondern Indican, das zunächst durch Gärung in Indoxyl umgewandelt werden muss. Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo (Küpenfärberei).

Herstellung

Die Gewinnung als Pflanzenfarbstoff lässt sich bis ins Altertum nachweisen, Indigofera in vorchristlicher Zeit im Indien und Ostasien, und im Orient, Färberwaid im Mittelmeerraum der Antike.

1826 gelang es Otto Unverdorben erstmals aus Anilin Indigo herzustellen. Damit war der Grundstein für eine synthetische Indigogewinnung gelegt.

1878 gelang erstmals die vollsynthetische Herstellung von Indigo aus Isatin durch den deutschen Chemiker Adolf von Baeyer. Seit 1897 wird synthetischer Indigo kommerziell vertrieben und hat die Indigoproduktion aus pflanzlichen Rohstoffen fast völlig verdrängt. Die Vorteile der synthetischen Indigogewinnung sprechen für sich: farbkräftigere Ergebnisse, eine leichtere Dosierung, keine Ernteabhängigkeit und keine wechselnden Farbqualitäten.

Eigenschaften

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Indigo in seiner Leukoform
Bild:Indigo Reduktion.png
Reduktion von Indigo zu Indigoweiß
Bild:Leucoindigo structure.png
Strukturformel von Indigoweiß (Leuco-Indigo)
Bild:Indigo-3D-vdW.png
Indigomolekül im Kalottenmodell

Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion in das wasserlösliche Indigoweiß (Leuko-Indigo) umgewandelt werden. Nach dem Färben entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Diesen Vorgang, der so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt wird, bezeichnet man als Küpenfärberei. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo das Indigo durch den bei der Photosynthese entstehenden Sauerstoff oxidiert wurde. In Verbindung mit der Vorstellung, dass die Färber während dieses Trocknungsvorganges nichts zu tun gehabt hätten, ist die These aufgekommen, dass hieraus der umgangssprachliche Ausdruck blau machen für "Nichtstun, seiner Arbeit fernbleiben" entstanden sei, für den in der sprachwissenschaftlichen Literatur jedoch andere Herkunftserklärungen angeboten werden.

Beim Färben von Textilien mit Indigo kann man auch grüne Farbtöne erzielen. Dies wird durch eine Überfärbung von Reseda (Färberwau) erreicht.

Indigoide Farbstoffe

Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwande Stoffe:

  • Ein rotvioletter zum Indigo strukturisomerer Farbstoff ist Indirubin

Ein Abbauprodukt des Indigo ist Isatin.

Verwendung

In der Textilindustrie ist Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet[2][3]. Es wird heute synthetisch hergestellt, in großen Mengen zum Färben von Denim-Stoffen benötigt.

Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden[4].

Quellen

  1. Kupferstich aus der Histoire générale des Antilles von Jean-Baptiste du Tertre (1667)
  2. K. G. Gilbert (nee Stoker), D. T. Cooke: Dyes from plants: Past usage, present understanding and potential. In: Plant Growth Regulation 34, 2001, S. 57-69.
  3. D. S. Balan, R. T. Monteiro: Decolorization of textile indigo dye by ligninolytic fungi. In: J. Biotechnol. 89, Nr. 2-3, 2001, S. 141-5.
  4. K. Uehara et al.: The Al/Indigo/Au photovoltaic cell. In: Solar Cells 22, Nr. 4, 1987, S. 295-301.

Literatur

  • Fritz Lauterbach: Der Kampf des Waides mit dem Indigo. Leipzig, 1905.

Siehe auch

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