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Iljuschin Il-2
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Die Iljuschin Il-2 Sturmowik (russ. für Schlachtflugzeug) war ein ein- oder zweisitziges, einmotoriges, schwergepanzertes Schlachtflugzeug, das im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion eingesetzt wurde. Es ist eines der am meisten gebauten Flugzeuge der Welt. Die Hauptaufgabe dieses Flugzeugs war die Bekämpfung von feindlichen gepanzerten Fahrzeugen, wenngleich auch gegen weiche Ziele große Erfolge erzielt wurden.
Die Panzerung der Il-2 umfasste das gesamte Rumpfvorderteil und schützte Motor, Piloten, Treibstofftank und in den zweisitzigen Versionen auch den Bordschützen. Von deutschen Jagdpiloten wurde die Il-2 auch "Betonflugzeug" genannt, da sie sogar direkte Treffer einer 20 mm-Kanone überstehen konnte. Die Bewaffnung bestand aus Maschinengewehren, Bordkanonen des Kalibers 20 mm, 23 mm oder 37 mm sowie Bomben oder ungelenkten Luft-Boden-Raketen.
Im Landserjargon war sie auch als "Eiserner Gustav," "Schlächter" oder "Schwarzer Tod" bekannt.
Die Il-2 wurde zunächst in Gemischtbauweise, später in Metallbauweise hergestellt. Eine verbesserte Version gleicher Auslegung wurde unter der Bezeichnung Il-10 produziert. Es wurden insgesamt 36.163 Maschinen der Typen Il-2 und Il-10 hergestellt.
Die Il-2 wurde von einem flüssiggekühlten AM-38 V-12-Triebwerk angetrieben.
Zunächst war die Il-2 nur für ein Besatzungsmitglied ausgelegt. Zum besseren Schutz vor feindlichen Jägern wurde jedoch schon in ersten provisorischen Umbauten Platz für einen Heckschützen geschaffen. Spätere Modelle wurden standardmäßig mit einem zweiten Sitz ausgerüstet.
Die Il-2 wurde zum Angriff im Tiefflug auf Bodenziele eingesetzt. In dieser Rolle war sie sehr erfolgreich, da durch den Tiefflug zum einen die Angriffe überraschend erfolgen konnten, zum anderen, weil die Il-2 mit allen Arten von Waffen zur Bekämpfung von Bodenzielen ausgerüstet werden konnten. Es gab auch eine Torpedobomber-Version der Il-2.
Die Il-2 hatte die niedrigste Verlustrate aller sowjetischen Flugzeugtypen im II. Weltkrieg.
Es wurde über 100 Il-2 von Deutschland erbeutet, jedoch nicht eingesetzt, nur getestet. Ein unübliches Vorgehen der Luftwaffe, da man sonst jedes Beuteflugzeug verwendete, wenigstens zu Trainingszwecken oder zur Abgabe an Verbündete. Finnland erhielt bis 1944 bevorzugt russische Beuteflugzeuge, verwendete die Il-2 aber auch nicht.
Noch heute werden spezielle Flugzeuge für den Tiefangriff gebaut, z. B. die A-10 oder die Suchoi Su-25.
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Entwicklung
Der Entwurf beruht auf einem Aufruf Josef Stalins aus dem Jahre 1936 für die Entwicklung eines Mehrzweckflugzeuges für die sowjetischen Luftstreitkräfte mit der Bezeichnung "Iwanow". Obwohl sich Sergej Iljuschin an diesem Wettbewerb offiziell nicht beteiligte, begann er Studien über ein solches Flugzeug durchzuführen. Kern dieser Überlegungen war es, eine optimale Kombination aus Masse, Panzerung, Feuerkraft und Geschwindigkeit zu erzielen. 1938 waren seine Überlegungen soweit gediehen, dass er in einem Brief an den Zentralrat der KPdSU vom 27. Januar 1938 darum bat, ihn mit der Konstruktion zu beauftragen. Sein Vorschlag wurde angenommen und am 5. Mai offiziell bewilligt.
Im Januar 1939 wurden die technischen Anforderungen an das Modell herausgegeben und der Bau des ersten Versuchsmusters begann. Die Arbeiten konnten noch im selben Jahr abgeschlossen werden, so daß Testpilot Wladimir Kokkinaki am 2. Oktober 1939 mit der ZKB-55 zum Erstflug startete (ZKB steht für Zentrales Konstruktionbüro). Eine zweite ZKB-55 flog am 30. Dezember 1939. Als Antrieb der zweisitzigen Maschine diente ein Mikulin AM-35 Reihenmotor. Die Werkserprobung war am 26. März 1940 abgeschlossen und die ZKB-55 begann im N II - Forschungsinstitut der WWS die staatliche Erprobung. Sie dauerte vom 1. bis 20. April und bescheinigte dem Typ die Eignung als Schlachtflugzeug. Als militärische Bezeichnung wurde das Kürzel BSch-2 vergeben (russisch für gepanzertes Schlachtflugzeug).
Allerdings wurde von der Militärkomission die geringe Geschwindigkeit von 362 km/h aufgrund der Uneignung des AM-35 für niedrige Höhen bemängelt. Auf Bitte Iljuschins begann der Triebwerkskonstrukteur Mikulin deshalb in Eigeninitiative die Entwicklung des AM-38, die noch im selben Jahr abgeschlossen wurde.
Als die Vorbereitungen zum Bau einer kleinen Vorserie fast abgeschlossen waren, erging plötzlich die Forderung, die BSch-2 zum Einsitzer umzurüsten, da ein nach hinten feuernder Bordschütze als überflüssig angesehen wurde. Iljuschin baute deshalb die erste ZKB-55 dementsprechend um und ersetzte gleichzeitig den AM-35 durch den AM-38. Der Erprobung erfolgte als ZKB-57 vom 12. bis 22. Oktober 1940. Das Flugzeug erreichte dabei dank des stärkeren Motors in Bodennähe 423 km/h. Die Militärs erkannten jedoch die Notwendigkeit eines solchen Flugzeuges nicht und so erfolgte kein Auftrag zur Serienproduktion. Erst nach einem Treffen von Iljuschin und Mikulin mit Stalin im Dezember 1940 wurde von diesem persönlich der Bau angeordnet.
Die Vorbereitungen hierfür begannen nach einigen Änderungen im Januar 1941 im Flugzeugwerk 18 in Woronesh unter der Bezeichnung ZKB-55P. Noch im selben Monat erhielt das Flugzeug die offizielle Bezeichnung Il-2. Die staatliche Erprobung der ZKB-55P/Il-2 dauerte vom 28. Februar bis 20. März 1941 und wurde durch A.Dolgow durchgeführt. Parallel dazu begann im Februar die Serienfertigung. Der Erstflug der ersten Serien-Il-2 erfolgte am 10. März 1941. Bis zum Kriegsbeginn am 22. Juni 1941 wurden 249 Il-2 an die WWS geliefert (2 im März, 14 im April, 74 im Mai, 159 im Juni).
Bereits bei den ersten Kämpfen erlitt die Il-2 größere Verluste. Dies war einerseits auf den zu dieser Zeit fehlenden Jagdschutz zurückzuführen, andererseits auf die mangelnde Verteidigungsfähigkeit des Musters im rückwärtigen Bereich. Im Februar 1942 wurde darum beschlossen, die Il-2, basierend auf Iljuschins früheren Entwürfen, wieder zum Zweisitzer umzubauen. Die Erprobung dieses als Il-2M bezeichneten Modells erfolgte im März desselben Jahres, gleichzeitig wurde ein stärkerer AM-38F Motor eingebaut. Die WWS erhielten diese Il-2 ab September/Oktober 1942. Als Verteidigungswaffe für den Bordschützen diente ein Beresin UBT Maschinengewehr Kaliber 12,7 mm.
Ab Frühjahr 1943 erschien die Il-2M3, die leistungsfähigste Version. Sie besaß verbesserte Flugeigenschaften und war an den gepfeilten Außenflügeln erkennbar. Sie war die am meisten produzierte Il-2. Eine kleine Anzahl dieser Maschine erhielt an den Unterflügeln zwei Stationen mit 37-mm-Kanonen NS-37.
Weitere Versionen waren die Schulvariante Il-2U, das Torpedoflugzeug Il-2T und die testweise mit einem Sternmotor ausgerüstete Il-2ASch-82. Eine als Il-2I bezeichnete Ausführung als schwerer Jagdbomber/Jäger von 1942 bildete das Basismodell für die Weiterentwicklung der Il-2, die einsitzige Il-1, aus der die ebenfalls in großen Stückzahlen gebaute Il-10 entstand. Die Produktionsangaben aller gebauten Il-2 schwanken stark, sie reichen von 31.136 bis zu 36.163 Exemplaren.
Die Il-2 war dank ihrer Feuerkraft bei den deutschen Truppen berüchtigt, die ihr den Namen "Schwarzer Tod" gaben. Bei den russischen Truppen wurde sie auch als "Fliegender Panzer" oder "Die Bucklige" bezeichnet.
Erfolgreiche Il-2 Piloten des Zweiten Weltkrieges waren unter anderem der zweifache Held der Sowjetunion Grigori Siwkow (243 Einsätze) sowie Konstantin Dawydow, ebenfalls Held der Sowjetunion.
Technische Daten
| Iljuschin Il-2/3m (Ильюшин Ил-2/3м) | |
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Spannweite | 14,60 m |
| Länge | 11,65 m |
| Höhe | 4,17 m |
| Flügelfläche | 38,50 m² |
| Leermasse | 4.525 kg |
| maximale Startmasse | 6.360 kg |
| Triebwerk | ein Mikulin AM-38F (1.282 kW/1.720 PS) |
| Höchstgeschwindigkeit | 410 km/h in 1.500 m Höhe |
| Reichweite | 765 km |
| Dienstgipfelhöhe | 4.525 m |
| Bewaffnung | zwei 23-mm-MK WIa zwei 7,62-mm-MG SchKAS ein Bordschützen-MG UBT Kaliber 12,7 x 108mm |
| Waffenlast | bis zu 600kg Bomben (6*50kg, 6*100kg oder 2*250kg) acht RS-82-Raketen oder vier RS-132-Raketen |
| Besatzung | 1-2 |
Siehe auch
Weblinks
Zivile Baureihen: Il-12 | Il-14 | Il-18 (1946) | Il-18 | Il-62 | Il-86 | Il-96 | Il-103 | Il-114
Militärische Baureihen: A-50 | DB-3 | Il-2 | Il-4 | Il-6 | Il-10 | Il-20 (1948) | Il-20 | Il-22 | Il-24 | Il-28 | Il-30 | Il-32 | Il-40 | Il-46 | Il-54 | Il-76
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