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Hochfinanz
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Hochfinanz bezeichnete zunächst die politische Einflussname von Finanzgrößen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, während der Restauration der Bourbonen in Frankreich und besonders unter König Ludwig Philipp. In "Die menschliche Komödie" beschrieb Honoré de Balzac deren Aktivitäten.
In den 1970er Jahren machte der Wirtschaftshistoriker Wolfgang von Stromer den Ausdruck zum Schlüsselbegriff eines Forschungskonzeptes des Mittelalters, besonders von Oberdeutschland und der Stauferzeit, wie auch der Hanse. Er untersuchte die besonderen Beziehungen städtischer Finanz- und Wirtschaftseliten zu Macht- und Entscheidungsträgern der Reichspolitik. Stromer betrachtete dabei die gezielte Beeinflussung politischer Entscheidungen, meist in Form von Krediten, zur Durchsetzung bzw. Absicherung eigener wirtschaftlicher Interessen oder zur Erlangung und Steigerung von Macht und Prestige.
Stromer wies nach, das der Wittelsbacher Ruprecht III. von der Pfalz seinen Italienfeldzug 1401 Mithilfe oberdeutscher Geldleute, die wiederum mit den Medici und anderen Florenzer Financiers zusammenarbeiteten, durchgeführt hatte. Europäische Geldgeber hatten auch das Lösegeld für Richard Löwenherz aufgebracht. Den Beginn der Phänome "Hochfinanz" und Korruption macht er an der Durchsetzung der Geldwirtschaft im Abendland ab dem zweiten Kreuzzug (1147-1149) fest. [1]
Richard Ehrenberg untersuchte die Zusammenhänge für die schwäbische Familie Fugger.
Ostküste
Gemeint ist eine Gruppe von Bankiers im britischen, amerikanischen und kanadischen Establishment, konzentriert um die New York Stock Exchange, die die jeweilige Zentralbank ihres Landes verwaltet. Durch das ihnen per Gesetz (USA: Federal Reserve Act vom 23. Dezember 1913 unter Woodrow Wilson ) verliehene Recht, das jeweilige Geld ihres Landes zu drucken und den Geldumlauf zu kontrollieren, ist die Hochfinanz in einer herausragenden Position, Geld zu verdienen und dadurch mehr und mehr wirtschaftliche und politische Macht anzuhäufen.
Im Gegensatz zur Europäische Zentralbank ist die US-amerikanische FED ein privates Geld- und Kreditsystem. Es geht auf den Vorschlag Paul Moritz Warburgs zurück und sicherte Wilson die Unterstützung der Banker im Wahlkampf 1912. Die Vorstände der FED sind Politiker, Diplomaten und Vertreter vermögender Bankerfamilien der USA [1] und von der Chicagoer Schule dominiert.
Hochfinanz, auch Großfinanz, wurde auch als ideologischer Begriff in der Zeit des Nationalsozialismus verwendet. Gelegentlich ist der Begriff in Verschwörungstheorien beliebt. Teilweise hat im deutschen Sprachgebrauch auch der Begriff Ostküste eine ähnliche Bedeutung.
siehe auch
Verschwörungstheorie, Wirtschaft, Rothschild
Literatur
- Ehrenberg, Richard: Das Zeitalter der Fugger, 2 Vols., 1896, englische Ausgabe 1928, Neudruck 1985
- Engel, Evamaria: Finanzielle Beziehungen zwischen Königen und Stadtbürgern von 1250 bis 1314. Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. JWG 1975 (IV) S.95-113
- Stehkämper, Hugo: Geld bei deutschen Königswahlen des 13. Jahrhunderts. Festschrift Hermann Kellenbenz. Hg. Jürgen Schneider. Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte. Bamberg 1978
- Wolfgang von Stromer: Oberdeutsche Hochfinanz 1350-1450. Steiner Franz Verlag 1970. ISBN 3515029036
Quellen
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