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Hermann Müller

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem SPD-Politiker und Reichskanzler Hermann Müller. Für andere Namensträger siehe Hermann Müller (Begriffsklärung).

Hermann Müller (* 18. Mai 1876 in Mannheim; † 20. März 1931 in Berlin) war ein deutscher Politiker (SPD).

Er war 1920 und von 1928 bis 1930 Reichskanzler des Deutschen Reiches.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Hermann Müller war der Sohn eines Schaumwein-Fabrikanten, der 1892 starb. Müller besuchte ab 1882 die Schule in Mannheim und Dresden. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Lehre in Frankfurt am Main und arbeitete danach als Handlungsgehilfe in Frankfurt und Breslau. Von 1899 bis 1906 war er dann als Redakteur bei der Görlitzer Volkszeitung tätig.

Er heiratete 1902 Frieda Tockus († 1905), ihre gemeinsame Tochter Annemarie wurde 1905 geboren. Er starb am 20. März 1931 an den Folgen einer Gallenoperation. Das Grab von Hermann Müller befindet sich an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Städtischen Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Partei

Seit 1893 war Müller Mitglied der SPD. 1906 wurde er auf Vorschlag von August Bebel in den Parteivorstand gewählt und leitete dort das Referat für die Parteipresse. In dieser Funktion setzte er die Einrichtung eines SPD-Nachrichtenbüros ein, um die Parteizeitungen von den bürgerlichen Nachrichtenagenturen unabhängiger zu machen. Im Ersten Weltkrieg unterstützte er innerparteilich die Burgfriedenspolitik. Im Januar 1919 wurde er dann gemeinsam mit Otto Wels zum Parteivorsitzenden gewählt.

Müller war auch Mitglied des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, des gemeinsamen republiktreuen Kampfbundes von SPD, ZENTRUM und DDP.

Abgeordneter

Von 1903 bis 1906 war er Stadtverordneter in Görlitz. 1908 kandidierte er - vergebens wegen des Dreiklassenwahlrechts - bei der Wahl zum preußischen Landtag für den Kreis Brandenburg-Westhavelland. Von 1916 bis 1918 war er Mitglied des Reichstages für den Wahlkreis Reichenbach-Neurode. Anschließend gehörte er 1919/20 der Weimarer Nationalversammlung an. Ab 1920 war er bis zu seinem Tode erneut Reichstagsabgeordneter. Von 1920 bis 1928 war er Vorsitzender der SPD-Reichstagsfraktion und nahm den parlamentarischen Doppelnamen Müller-Franken an, nachdem er zuvor im Parlament als "Müller (Breslau)" bezeichnet worden war.

Öffentliche Ämter

Nach der Novemberrevolution war Müller vom 11. November bis zum 21. Dezember 1918 Mitglied des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte, anschließend bis zur Bildung der Regierung Scheidemann Mitglied des Zentralrats.

Vom 21. Juni 1919 bis zum 26. März 1920 war Müller Reichsminister des Auswärtigen in der von Reichskanzler Gustav Bauer geführten Reichsregierung. In dieser Funktion unterzeichnete er auch den Versailler Vertrag. Vom 27. März bis zum 6. Juni 1920 war er dann erstmals Reichskanzler des Deutschen Reiches.

Am 28. Juni 1928 wurde Müller erneut zum Reichskanzler ernannt, doch am 27. März 1930 trat er von seinem Amt zurück, da er von der SPD-Reichstagsfraktion keine Zustimmung für einen Koalitionskompromiss über die Arbeitslosenversicherung erhielt.

Siehe auch

Schriften

  • Die Novemberrevolution. Erinnerungen, Berlin 1928.

Literatur

  • Eugen Prager: Hermann Müller und die Presser, in: Mitteilungen des Vereins Arbeiterpresse, Heft 312 (April 1931), Seite 1 - 2.
  • Andrea Hoffend: "Mut zur Verantwortung" - Hermann Müller. Kleine Schriften des Stadtarchivs Mannheim Nr. 17. Verlagsbüro von Brandt, Mannheim. 2001. ISBN 3926260491 (Biographie)
  • Rainer Behring: Wegbereiter sozialdemokratischer Außenpolitik: Hermann Müller, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. April 2006, S. 8.

Weblinks

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