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Helios (Sonde)

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Bild:Helios spacecraft.jpg
Prototyp der Helios-Raumsonde
Bild:Titan 3E Centaur with Helios 1.jpg
Titan 3E Centaur Trägerrakete mit der Helios 1 Raumsonde (CCAFS, 1974)

Inhaltsverzeichnis

Mission

Im Jahre 1966 vereinbarten Bundeskanzler Ludwig Erhardt und US Präsident Johnson ein Abkommen über eine gemeinsame anspruchsvolle Planetenmission. Welche Art Mission dies sein würde sollte von den Raumfahrtagenturen DFVLR und NASA festgelegt werden. Am 10. Juni 1969 wurde der Vertrag über die Mission formell ratifiziert. Man kam überein ein Sondenpaar zu bauen welche den Raum zwischen Sonne und Erde genauer untersuchen sollte und sich dabei näher der Sonne nähern sollte als jede Sonde vorher.

Die beiden Sonden "Helios 1" und "Helios 2" waren ein Gemeinschaftsprojekt der Bundesrepublik Deutschland (rd. 70%) und den USA (rd. 30%). Deutschland baute die Sonden und die USA stellten die Trägeraketen sowie Unterstützung mit dem Deep Space Network. Die beiden Sonden wurden nach dem griechischen Sonnengott Helios benannt.

Verlauf

  • "Helios 1" startete am 10. Dezember 1974 auf einer Titan IIIE Centaur-Rakete. Die Sonde erreichte eine Sonnenumlaufbahn mit einer minimalen Sonnenentfernung von 46,5 Millionen Kilometern. Der Kontakt zu "Helios 1" ging am 16. März 1986 verloren.
  • "Helios 2" startete am 15. Januar 1976 ebenfalls auf einer Titan-Centaur Rakete. Diese Sonde kam bis auf 43,5 Millionen Kilometern an die Sonne heran. Die Mission von "Helios 2" endete bereits im Dezember 1981.

Aufbau der Sonden

Helios 1 und 2 (auch Helios A und B genannt) waren Sonden mit der Form einer überdimensionalen Garnrolle. Die maximale Breite betrug 2.77, die minimale 1.75 m. Die Höhe betrug für den Sondenkörper 2.12 m und mit ausgefahrener Antenne 4.23 m. Das Startgewicht betrug 371 beziehungsweise 374 kg. Die größte Herausforderung bestand in der Regelung der Temperatur. 50 % der Oberfläche waren mit spiegelnden Reflektoren überzogen welche die Sonneneinstrahlung wieder abstrahlten. Daneben minimierte die Form die Einstrahlung und die Sonde war sehr gut isoliert. Durch eine schnelle Rotation von einer Umdrehung pro Sekunde ist die Oberfläche nur kurz der Sonne ausgesetzt.

Nachdem Helios 1 trotz einer minimalen Entfernung von 46.2 Millionen km von der Sonne an Bord niedrigere Temperaturen aufwies als geplant wurde ihre Schwestersonde Helios 2 auf eine noch sonnennähere Bahn befördert, in der Sie sich bis auf 43.4 Millionen km an die Sonne annäherte.

Von den 10 Experimenten im Gesamtgewicht von 73.2 beziehungsweise 76.5 kg stammten entsprechend der finanziellen Beteiligung der Länder 7 aus Deutschland und 3 aus den USA.

Die Experimente betrafen 3 Fragestellungen:

  • Untersuchung von Partikeln (Ionen, Elektronen, Moleküle) im sonnennahen Raum
  • Untersuchung des interplanetaren Magnetfeldes
  • Untersuchung des Staubs und Zodiakallichts

Daten und Informationen

  • "Helios 1" war die erste Raumsonde, die nicht aus der UdSSR oder den USA stammte.
  • Mit "Helios 1" wurde erstmalig erfolgreich die Titan-Centaur Rakete eingesetzt.
  • Die beiden "Helios"-Sonden wogen rund 370 kg und hatten 10 wissenschaftliche Experimente an Bord.
  • Die beiden Sonden waren für 18 Monate Lebensdauer gebaut, hielten aber über 11 Jahre ("Helios 1") bzw. 6 Jahre ("Helios 2").
  • Die Sonden rotierten ständig um die eigene Achse, damit im inneren eine Temperatur von 20° C aufrecht erhalten werden konnte - bei Außentemperaturen von bis zu 300° C.
  • Das "Helios"-Programm kostete etwa 260 Millionen Dollar
  • Ein Reserveexemplar steht im Deutschen Museum München als Ausstellungsstück.
  • Die Sonden halten den Geschwindigkeitsrekord für Raumsonden mit 252.792 km/h (70.2 km/s) relativ zur Sonne.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Helios – Bilder, Videos und/oder Audiodateien


Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen

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