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Hanse

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit der historischen Vereinigung namens Hanse. Für das gleichnamige Computerspiel siehe: Hanse (Spiel). Der Hansebund der Neuzeit wird unter Neue Hanse behandelt.
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Die Hansestädte und der Deutsche Orden

Hanse (althochdeutsch Hansa "Gruppe, Gefolge, Schar") - auch Deutsche Hanse oder dudesche Hanse, lat.: HANSA TEUTONICA - ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland war. Eine Entwicklung von einer "Kaufmannshanse" zu einer "Städtehanse" lässt sich spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts mit erstmaligen nahezu gesamthansischen Tagfahrten (Hansetagen) festmachen, in denen sich die Hansestädte zusammenschlossen und die Interessen der niederdeutschen Kaufleute vertraten. Eine eindeutige Abgrenzung zwischen einer "Kaufmannshanse" und einer "Städtehanse" ist jedoch umstritten (Ernst Pitz).

Die Farben der Hanse (weiß und rot) finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte. In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren beinahe 200 See- und Binnenstädte Nordeuropas in der Hanse zusammengeschlossen. Die Hanse war hier nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein gewichtiger Faktor.

Der grenzüberschreitende Handel scheint aus heutiger Sicht wie ein historischer Vorläufer der Europäischen Union. Eine wichtige Grundlage dieser Handelsverbindung war die Entwicklung des Transportwesens, insbesondere zur See, weshalb der Koggen zu einem Synonym für die Hanse wurde.

Inhaltsverzeichnis

Politische Geschichte

Die Hanse war über lange Zeit eine politische Macht ersten Ranges, der es gelang, ohne eigene Souveränität - ihre Mitglieder verblieben jeweils unter der Herrschaft unterschiedlicher, weltlicher und kirchlicher Gewalten - sogar siegreiche Kriege zu führen. Anfang und Ende der Hanse sind schwer zu bestimmen.

Entstehung der Kaufmannshanse (bis etwa 1250)

Das Holstentor in Lübeck um 1900.

Verschiedene Vorschläge für ein Gründungsjahr

Es gibt kein Gründungsdatum der Hanse. Sie ist entstanden, gewachsen. Nicht einmal die Zeitgenossen scheinen klare Vorstellungen darüber gehabt zu haben. Als sich der Rat der Stadt Bremen 1418 in einem Streit mit Hamburg an Köln wandte, um eine Abschrift der Gründungsurkunde der Hanse bat, antworteten die Kölner, sie hätten vergeblich nach der geforderten Schrift van der fundatacien der Duytzschen hensze gesucht, würden aber weitersuchen und den Bremern die gewünschte Abschrift schicken, sobald sie fündig geworden seien.

Voraussetzung für das Verständnis der frühen Hanse ist, dass es sich um den Zusammenschluss von Kaufleuten handelte, die den Schutz der Gruppe für die gefahrvolle Reise suchten und als Gruppe ihre Handelsinteressen am Ziel ihrer Reise besser vertreten konnten. Dazu fanden sich die Kaufleute einer Stadt oder einer Region zusammen. Die frühesten Belege für solche organisierten deutschen Handelsgruppen liegen für das Auftreten Kölner Kaufleute in London vor.

Diese Organisationsform bedeutet unter anderem, dass man zunächst nicht von "der" Hanse oder von einer "Gründung" der Hanse sprechen kann, da es lediglich einzelne Gruppen waren, die ihre jeweiligen Partikularinteressen verfolgten (und auch in späterer Zeit verfolgen sollten).

In der älteren Forschung wird als Gründungsjahr der Hanse neben der Neugründung 1143 bzw. dem Wiederaufbau Lübecks im Jahre 1159 auch die erste überlieferte Erwähnung eines deutschen Kaufmannsbundes 1157 in einer Londoner Urkunde gerne genannt. Philippe Dollinger argumentiert für 1159 mit der führenden Stellung der Lübecker Kaufleute während der ganzen Hansezeit. Für 1157 spricht die Tatsache, dass die Hanse anfangs eine Schutzgemeinschaft deutscher Kaufleute im Ausland war, und der Erwerb eines Grundstücks bei London zur Errichtung des Stalhofes durch Kölner Kaufleute den ersten uns heute bekannten Beleg für die Existenz dieser Gemeinschaft bildet.

1160 erhielt Lübeck das Soester Stadtrecht. Dieser Zeitpunkt wird heute von Historikern [1] als der Beginn der Kaufmannshanse (im Gegensatz zur späteren Städtehanse) angesehen. Wichtigstes Argument für diese Position stellt dabei das Artlenburger Privileg von 1161 dar, in dem Lübecker Kaufleute den bisher im Ostseehandel dominierenden gotländischen Kaufleuten rechtlich gleichgestellt werden sollten.

Die Gründung Lübecks 1143 kann deshalb als einschneidendes Datum für die Entwicklung der Hanse gewertet werden, weil sie die erste deutsche Stadt an der Ostsee war und damit gleichsam zum "Einfallstor" niederdeutscher Kaufleute für den Osthandel wurde. Hintergrund für die große Bedeutung des Ostseezugangs war die Unterbrechung (oder zumindest Erschwerung) der alten skandinavischen Handelrouten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und zum Orient durch die zunehmende Expansion zenralasiatischer Reiche nach Südosteuropa (Chasaren, Tataren, Mongolen). Der nordrussische Handel orientierte sich nun über die Ostsee nach Westen, was die Entwicklung einer Ost-West-Handelsverbindung zwischen den rohstoffreichen Gebieten Nordrusslands (Getreide, Wachs, Holz, vor allem über Nowgorod) und den Fertigprodukten Westeuropas (v.a. Tuche aus Flandern und England) bewirkte. Ebenfalls wird die Christianisierung der Skandinavier, die im frühen 12. Jahrhundert den Ostseehandel dominierten, zur Einbindung der Ostsee in den europäischen Handel beigetragen haben. Mit dem Zugang deutscher Kaufleute über Lübeck zur Ostsee konnten diese eine Handelsroute etablieren, welche die wichtigen Handelszentren Nowgorod und Brügge nahezu durchgängig unter ihrem Einfluss miteinander verband.

Gotländische Genossenschaft

Ab dem 12. Jahrhundert wurde der Ostseeraum im Rahmen der Ostsiedlung auch für den Handel erschlossen.

In Lübeck entstand nach dem Vorbild der kaufmännischen Schutzgemeinschaften die Gemeinschaft der deutschen Gotlandfahrer, auch "Gotländische Genossenschaft" genannt. Sie war ein Zusammenschluss einzelner Kaufleute niederdeutscher Herkunft, niederdeutscher Rechtsgewohnheiten und ähnlicher Handelsinteressen v.a. aus dem Nordwesten Deutschlands, von Lübeckern und aus Stadtneugründungen an der Ostsee.

Der Handel in der Ostsee wurde zunächst von Skandinaviern dominiert, wobei die Insel Gotland als Zentrum und "Drehscheibe" des Handels fungierte. Mit der gegenseitigen Versicherung von Handelsprivilegien deutscher und gotländischer Kaufleute unter Lothar III. und der Gründung Lübecks begannen deutsche Kaufleute den Handel mit Gotland. Bald folgten die deutschen Händler den gotländischen auch in deren Handelsziele nach, was zu blutigen Auseinandersetzungen in Visby, durch den stetigen deutschen Zuzug mittlerweile mit großer deutscher Gemeinde, zwischen deutschen und gotländischen Händlern führte. Dieser Streit wurde 1161 durch die Vermittlung Heinrichs des Löwen beigelegt und die gegenseitigen Handelsprivilegien neu beschworen, was in der älteren Forschung als die "Geburt" der Gotländischen Genossenschaft angesehen wurde.

Visby blieb zunächst die Drehscheibe im Ostseehandel mit einer starken Hauptverbindung nach Lübeck, geriet aber mit Lübeck zunehmend in Konflikt um die Rolle der Schutzmacht der deutschen Russland-Kaufleute. Visby gründete um 1200 in Nowgorod den Peterhof, nachdem die Bedingungen im skandinavischen Gotenhof, in dem die Gotländer zunächst die deutschen Händlern mit aufnahmen, für die Deutschen nicht mehr ausreichten.

Der rasante Auftieg, die Sicherung zahlreicher Privilegien und die Verbreitung der nahezu omnipräsenten Kaufleute der Gotländischen Genossenschaft in der Ostsee, aber auch in der Nordsee, England und Flandern (dort übrigens in Konkurrenz zu den alten Handelsbeziehungen der rheinischen Hansekaufleute) führte in der historischen Forschung dazu, in dieser Gruppierung den Kern der frühen Hanse zu sehen (Dollinger sieht im Jahr 1161 sogar die eigentliche Geburtsstunde der Hanse). Eine Identifizierung der Gotländischen Genossenschaft als "die" frühe Hanse, täte jedoch allen niederdeutschen Handelsbeziehungen unrecht, die nicht unter dem Siegel der Genossenschaft stattfanden.

Entstehung der Städtehanse, Blütezeit (etwa 1250 bis 1400)

Regionale Bündnisse zwischen Städten entstehen

Die Hanse entwickelte sich von der ursprünglichen Kaufmannshanse zur Städtehanse, bei der Städte einen gegenseitigen Bund bildeten. Als Gründungsjahr wird häufig 1241 angegeben, als Lübeck und Hamburg ihre schon seit elf Jahren bestehende enge Zusammenarbeit auf eine vertragliche Basis stellten, aus dem später der Wendische Städtebund hervorging. Fünf Jahre später begannen sich Bünde westfälischer und (nieder)sächsischer Städte zu bilden (Beispiel: Ladbergener Städtebund). Etwa 100 Jahre später bildeten sich die Bünde der preußischen und livländischen Städte. (Zur Zugehörigkeit einzelner Städte zu den Bünden siehe Hansestädte).

Mitglied der Hanse konnte eine Stadt auf dreierlei Weise sein oder werden. Bis zur Mitte des 14. Jh. wuchsen die Städte durch die Teilnahme ihrer Kaufleute am hansischen Handel in die Gemeinschaft hinein. Seit der Mitte des 14. Jh. stellten die Städte förmliche Aufnahme- oder Wiederaufnahmeanträge. Einen dritten Weg in die Hanse beschritten vielfach die kleineren Städte, indem sie sich ohne besondere Formalitäten von einer der größeren Städte aufnehmen ließen. Ein Sonderfall blieb das rheinische Neuß, das 1475 durch kaiserliches Privileg in den Rang einer Hansestadt erhoben wurde.

Die Hanseeigenschaft ging verloren durch Nichtbenutzung der Privilegien, durch freiwilligen Austritt aus der Gemeinschaft oder durch den förmlichen Ausschluss einer Stadt (Verhansung), der bei gravierenden Verstößen gegen die Prinzipien und Interessen der Gemeinschaft von der Städteversammlung vorgenommen werden konnte.

Vormachtstellung im Ostseeraum

Zwischen etwa 1350 und 1400 stand die Hanse als nordeuropäische Großmacht da. 1356 schloss sich ein unter der Leitung Lübecks stehender lockerer Städtebund offiziell zum Bund van der düdeschen hanse zusammen. Die deutsche Hanse war auch nach dieser offiziellen Gründung eher frei organisiert, hatte keine Verfassung und keine Mitgliederlisten, keine dauerhafte eigenständige Finanzgebarung oder Beamte.

Ihren Kern bildeten etwa 70 Städte, weitere 130 waren locker assoziiert. So dehnte sich der Einflussbereich der Hanse über ein Gebiet aus, das von Flandern bis nach Reval reichte und dabei den gesamten Ostseeraum bis hin zum Finnischen Meerbusen umfasste. Wichtigstes nichtstädtisches Mitglied war der Deutsche Orden.

Die Beschlüsse der Hanse wurden ab 1356 an so genannten Hansetagen mit einfacher Mehrheit gefasst und in den Hanserezessen protokolliert.

Die so erreichte Vormachtstellung der Hanse in Nord- und Ostsee erregte vor allem den Widerstand Dänemarks: 1361 kam es im Ersten Hanse-Dänemark-Krieg zum Kampf gegen den dänischen König Waldemar IV., der die Rechte der Hanse einschränken wollte. Der ursprünglich nur wirtschaftlichen Interessen dienende Bund erhielt durch die gegen die Bedrohung des Dänenkönigs geschlossene Kölner Confederation am 19. November 1367, der die Städte zum Kriegsbündnis mit Schweden und Norwegen gegen Dänemark zusammenschloss, auch hohe politische Bedeutung. Der siegreiche Ausgang dieses Zweiten Hanse-Dänemark-Krieges brachte der Hanse mit dem Frieden von Stralsund 1370 eine ungewöhnliche Machtstellung. Die Königswahl in Dänemark wurde abhängig gemacht von der Zustimmung der Hanse. (Diese Option wurde allerdings von der Hanse nicht wahrgenommen.)

Die Hanse bewährte sich auch im Kampf gegen den Seeräuberbund der Vitalienbrüder, der 1402 mit der Hinrichtung (durch Enthauptung) ihres Anführers Klaus Störtebeker in Hamburg endete.

Im 14. und 15. Jahrhundert geriet die Stadt Emden in stetige Konflikte mit der mächtigen Hanse, da von Emden (und anderen Orten in Ostfriesland wie Marienhafe) aus die Seeräuber um Klaus Störtebeker unterstützt wurden. Folge dieses Konfliktes war die mehrfache Besetzung Emdens durch hanseatische (vor allem hamburgische) Kräfte. Die Hamburger zogen erst 1447 endgültig wieder aus Emden ab.

Der Versuch des dänischen Königs Erich VII., Skandinavien aus der Abhängigkeit zu lösen und die Einführung des Sundzolls, führte 1420 bis 1435 zu einem neuerlichen Krieg, in dem Dänemark wieder unterlag und der 1435 mit dem (nach 1365 zweiten) Frieden von Vordingborg beendet wurde.

Krisen und Niedergang (etwa 1400 bis 1669)

Der Machtverlust der Hanse begann mit dem Erstarken der landesherrlichen Territorialgewalten im Ostseeraum, wodurch sich die Städte in stärkerem Maße den Interessen der regierenden Fürsten unterordnen mussten. Ein anderer Grund war die Entdeckung Amerikas, die den bisher dominierenden Ostsee-Westsee (heute Nordsee)-Handel nun in überseeische Gebiete ausdehnte. Dabei ging nicht etwa das Handelsvolumen der Hanse im eigentlichen Sinne zurück, es entstanden jedoch mächtige Konkurrenten, die die Bedeutung der Hanse für die einzelnen Städte - und Kaufleute - schwächten.

Schon 1441 musste die Hanse die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Niederländer anerkennen, nachdem Brügge als wichtigstem Kontor der Hanse mit Antwerpen ein mächtiger Konkurrent erwachsen war und sich die Niederlande zusätzlich mit den Dänen als den "Herren des Sunds" verbündet hatten. Zudem entstand Uneinigkeit zwischen den Städten über den Umgang mit den Niederländern: Während die wendischen Städte durch das Erstarken des holländischen Handels stärker bedroht waren und zu einer unversöhnlichen Politik drängten, konnten der Deutsche Ritterorden, Köln und die livländischen Städte ihren eigenen Interessen entsprechend mit einer konzilianteren Politik besser leben.

Der Frieden von Utrecht (1474) beendete den 1470 begonnenen gemeinsamen Kaperkrieg der Städte des Wendischen und Preußischen Viertels gegen England und sicherte die Privilegien des Londoner Stalhofs und den hansischen Tuchhandel. Der endgültige Niedergang der Hanse begann 1494 mit der Schließung des Kontors in Nowgorod: Der Peterhof in Nowgorod wurde bei der Eroberung Nowgorods durch Iwan III., genannt Kalita, zerstört.

Mit der Verlagerung des Außenhandels nach Übersee verlor die Hanse, die aufgrund ihrer Monopolstellung keine große Notwendigkeit gesehen hatte, sich Neuerungen gegenüber zu öffnen, im 15. und 16. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Mitgliedsstädte ging immer mehr zurück.

Mit Beginn des 17. Jahrhunderts war der stolze und mächtige Städtebund der Hanse nur noch dem Namen nach ein Bündnis. Der Dreißigjährige Krieg, 1618-1648, brachte die völlige Auflösung. Ein Vorschlag Spaniens, eine Hanseatisch-Spanische Compagnie, die den Handel nach den neuen spanischen Kolonien in Mittelamerika betreiben sollte, scheiterte an den politischen Gegensätzen zwischen den "katholischen" und "protestantischen" Machtblöcken.

Auf den Hansetagen 1629 und 1641 wurden Hamburg, Bremen und Lübeck beauftragt, das Beste zum Wohle der Hanse zu wahren. 1669 hielten die letzten in der Hanse verbliebenen Städte, Lübeck, Hamburg, Bremen, Danzig, Rostock, Braunschweig, Hildesheim, Osnabrück und Köln den letzten Hansetag in Lübeck ab, wobei die drei erstgenannten den Schutz der im Ausland befindlichen Kontore übernahmen.

1684 forderte Kaiser Leopold die Lübecker Hanse zur Geldhilfe für den Krieg gegen die Türken auf.

Das Kontor in Bergen wurde 1775, der Stalhof (Steelyard) in London 1858 verkauft. Das 1540 von Brügge nach Antwerpen verlegte Kontor im Osterling-Haus ging 1863 in die Hände der belgischen Regierung über.

Organisation

Der Hauptort Lübeck, im Spätmittelalter nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der fünf Herrlichkeiten des Reiches, gemäß Edikt von Kaiser Karl IV. vom 20. Oktober 1375, war Appellationsgericht für alle Hansestädte, die nach eigenem Lübischen Recht zu richten hatten.

Hansetag

Bild:Haupthandelsroute Hanse.png
Haupthandelsrouten der Hanse

Der allgemeine Hansetag war das höchste Leitungs- und Beschlussgremium der Hanse. Der erste Hansetag fand 1356, der letzte 1669 statt. (Für Hansetage der Neuzeit siehe Hansetag.)

Hansetage fanden je nach Bedarf statt, gewöhnlich auf Einladung Lübecks, das 1294 unangefochten als caput et principium omnium (Haupt und Ursprung aller) galt und als hovestad der Hanse im 14. und 15. Jh. mehrfach bestätigt wurde. Besondere Rechte gegenüber den anderen Städten der Hanse konnte Lübeck aus dieser Funktion jedoch nicht herleiten.

Behandelt wurden auf dem Hansetag alle Fragen, welche das Verhältnis der Kaufleute und Städte untereinander oder die Beziehungen zu den Handelspartnern im Ausland betrafen. Der Idee nach sollten die Beschlüsse für alle Mitglieder verbindlich sein.

Aber der Hansetag besaß keine den Städten übergeordnete Zwangsgewalt. Die Verwirklichung der Beschlüsse hing vom guten Willen der Städte ab; allein in ihrem Ermessen lag es, Beschlüsse des Hansetages mitzutragen oder eigene Wege zu gehen. Sie fühlten sich deshalb auch nur gebunden, wenn sich die Beschlüsse mit den eigenen lokalen Interessen deckten, andernfalls verweigerten sie ihre Mitwirkung, z.B. die Weigerung Dortmunds, sich dem 1367 in Köln geschlossenen, für die Geschichte der Hanse so folgenreichen Kriegsbündnis der wendischen, preußischen und einiger niederländischen Städte gegen den dänischen König Waldemar IV. anzuschließen. In einem Schreiben an die in Lübeck versammelten Ratsendboten stellte die Stadt fest, sie habe die Kriege der Seestädte noch nie unterstützt und wolle das auch jetzt nicht tun. Umgekehrt ließen 1388 die übrigen Hansestädte, selbst die westfälischen, Dortmund allein, als dessen Souveränität in der Großen Fehde auf dem Spiel stand und es von den versammelten Heeren des Kölner Erzbischofs und des Grafen von der Mark bedroht war. Ähnliche Beispiele gibt es zuhauf.

Auf den einzelnen Hansetagen wurden alle die Mitglieder betreffenden wichtigen Angelegenheiten behandelt, wie z.B.

  • Ratifizierung von Verträgen
  • Neuaufnahme oder Ausschluss von Mitgliedern
  • Handelsprivilegien
  • diplomatische Aktivitäten der Hanse
  • Krieg und Frieden
  • Wirtschaftssanktionen
  • finanzielle oder militärische Maßnahmen
  • wirtschaftliche Vorschriften aller Art
  • Schlichtung von Konflikten zwischen Hansestädten
  • Beratung

Aufgrund der Vormachtstellung Lübecks fanden dort auch die meisten Hansetage statt, und zwar 54 von den 72 "Hansetagen" zwischen 1356 und 1480. Zehn Hansetage fanden in Stralsund, drei in Hamburg, zwei in Bremen und jeweils einer in Köln, Lüneburg und Greifswald statt.

Lübeck ergriff in aller Regel auch die Initiative, wenn es um die Einberufung eines Hansetags ging. Die Tagesordnungspunkte wurden jeweils Monate voraus bekannt gegeben, um den einzelnen Städten bzw. Städtegruppen ausreichend Zeit zur Beratung bieten zu können, wobei es letztlich keine festgelegte Ordnung durchsetzen konnte, welche Städte einzuladen seien, und Lübeck dementsprechend auch unterschiedliche Städte - wohl der jeweiligen Problemstellung folgend - zu den Tagen einlud.

Die Reise- und Aufenthaltskosten hatten die Städte im Großen und Ganzen selbst zu tragen; um die Ausgaben zu minimieren versuchten sie deshalb, Syndici zu bestimmen, die ihre Interessen vertreten sollten. Auf dem Hansetag des Jahres 1418 wurde allerdings festgelegt, dass alleine die Ratsherren einer Stadt zur Interessenvertretung berechtigt seien.

Im Juli 1669 fand der letzte Hansetag in Lübeck statt, nachdem die Wiederbelebung der Hanse durch den Dreißigjährigen Krieg bzw. die Unfähigkeit des Städtebundes, tragfähige Machtstrukturen zu entwickeln, gescheitert war. Es kamen nur noch neun Delegierte, und sie gingen wieder auseinander, ohne irgendwelche Beschlüsse zu fassen. Die Hanse wurde also niemals formell aufgelöst, sondern ist "sanft" beendet worden.

Drittelstag

Drittelstage wurden zur Erörterung besonders von flandrischen Fragen abgehalten und ergänzten die Hansetage. Der Name leitet sich von den Drittel genannten Städtegruppen ab. 1347 wurde in den Statuten des Hansekontores in Brügge zum ersten Mal die Existenz der Drittel erwähnt. Das Kontor wurde zu je einem Drittel von den lübisch-sächsischen, westfälisch-preußischen und den gotländisch-livländischen Städten verwaltet. Es wird vermutet, dass diese Aufteilung der damaligen Machtverteilung innerhalb der Hanse entsprach. (Eine rein an regionalen Gesichtspunkten orientierte Aufteilung hätte sicher nicht die weit voneinander entfernten Städte aus Westfalen und Preußen gemeinsam organisiert.) Jedes Drittel wurde von einer Vorort genannten Stadt geführt. Zu Beginn waren dies: Lübeck, Dortmund und Visby. Die anderen (weniger bedeutenden) Kontore waren nicht nach diesen Dritteln organisiert.

Offensichtlich war es vorteilhaft, die führende Stadt innerhalb eines Drittels zu sein, denn schon bald gab es inner-hansische Auseinandersetzungen um die Aufteilung und Führung der Drittel. Köln löste Dortmund in der Führung des westfälisch-preußischen Drittels ab, Zwischen Visby und Riga wechselte die Führungsrolle im gotländisch-livländischen Drittel mehrfach. Die damalige Bedeutung Lübecks wird auch daran deutlich, dass die Führungsrolle der Stadt im mächtigsten lübisch-wendischen Drittel niemals angegriffen wurde.

Auf dem Hansetag 1494 wurden aus den Dritteln Quartiere gemacht. Lübeck führte fortan das wendische Quartier, Braunschweig das sächsische, Danzig das preußisch-livländische und Köln das westfälische Quartier.

Regionaltag

Neben den Hanse- und Drittelstagen wurden auch sogenannte Regionaltage abgehalten, auf denen sich die Vertreter benachbarter Städte trafen und auch über außerhansische Angelegenheiten berieten. Diese Regionaltage wurden von den Räten der beteiligten Städte organisiert. Sie waren auch für die Umsetzung der Beschlüsse der Versammlungen in den jeweiligen Städten zuständig.

Wirtschaft

Schifffahrt

Vorteile durch Verbindung von Land- und Seeverkehr

Bild:Lisa.jpg
Kraweel Lisa von Lübeck

Die Verbindung von Land und Seeverkehr in einer Organisation war der entscheidende Schritt in die Zukunft, die der Hanse schließlich die monopolartige Vorherrschaft in Handel und Transport auf Nord- und Ostsee bringen sollte. Neue Verkehrwege auf dem Wasser wurden allerdings bis weit ins 14. Jh. von der Hanse nicht erschlossen, man übernahm vielmehr die von Friesen, Sachsen, Engländern und Skandinaviern erschlossenen Verkehrswege. Die Handelspartner und Schiffer wurden verdrängt, oft unter dem Anschein fairer Verträge unter gleichberechtigten Partnern. Beispielhaft dafür ist das Privileg Heinrichs des Löwen an die Gotländer von 1161. Als diese sich weigerten, die Kaufleute aus dem gerade wieder gegründeten Lübeck (1159) als Handelspartner zu akzeptieren, vermittelte Heinrich und gestand den Gotländern in seinem Gebiet die gleichen Rechte zu, wie sie die Gotländer den Deutschen auf ihrer Insel einräumen sollten. Nun konnten die Kaufleute aus Visby, die bis dahin den Zwischenhandel auf der Ostsee beherrschten, ihre Waren allenfalls bis Lübeck bringen, der direkte Weg weiter ins Binnenland blieb ihnen versperrt.

Einheitlicher Schiffsbetrieb und einheitliches Seerecht

Ein weiterer Vorteil der Hanseschifffahrt war eine gewisse Rechtssicherheit gegenüber Konkurrenten, ein entwickeltes Seerecht, das Fragen der Befrachtung, der Bemannung, der Verhältnisse an Bord, des Verhaltens im Seenotfall usw. regelte. Die Rechtssicherheit für Hanseschiffe, vor allem im Ausland, war grundlegend für das reibungslose Funktionieren der Verkehrorganisation. Auch Fragen der technischen Schiffssicherheit und der Seefähigkeit der Schiffe wurden sehr ernst genommen, ebenso wie der Schutz der Handelschiffe vor Piraterie. Die Schiffer fuhren deshalb meist im Verband in Fahrtgemeinschaften von zwei und drei Schiffen, und ab 1477 mussten größere Hanseschiffe je 20 Bewaffnete an Bord haben. Gegen Kaperungen schützten diese Maßnahmen jedoch nicht immer. In lokalen Legenden erlangten die folgenden Hanseschiffe Berühmtheit: Peter von Danzig (Danzig), Bunte Kuh (Hamburg), Adler von Lübeck, Löwe von Lübeck.

Verkehrswege und Warenflüsse

In der Hansezeit stieg das Handelsvolumen über die alten Verkehrswege in ganz Europa, und neue Handelsrouten entstanden. Von größter Bedeutung für die Hanse waren der Nord-Süd-Weg über Rhein und Weser nach London sowie der West-Ost-Weg von London durch Nord- und Ostsee bis Nowgorod. Eine weitere wichtige Verbindung war der Weg von Magdeburg über Lüneburg, Bremen oder Lübeck nach Bergen.

Die rheinische Verkehrslinie

Entlang der alten rheinischen Verkehrslinie wurde seit der Römerzeit vor allem Wein aus der Kölner Gegend gehandelt und Wolle aus England. In beide Richtungen wurden Metallwaren gehandelt, aber auch Produkte aus Italien und Frankreich gelangten auf diesem Weg in den Nordwesten Europas. Mit der Entstehung der Hanse brachten die deutschen Kaufleute immer öfter ihre Waren auf eigenen Schiffen auf die britische Insel und nahmen immer weniger die Dienste der Friesen dafür in Anspruch. An dieser Verkehrslinie lagen die Städte des rheinischen und westfälischen Städtebundes unter Führung von Köln bzw. Dortmund.

Die hansische (Ost-West) Linie

Dieser Handelsweg ging von London und Brügge aus in den Ostseeraum, zunächst vor allem nach Skandinavien. Der Handel wurde belebt durch die Christianisierung Skandinaviens und des südlichen Ostseeraumes und wurde zunächst von den Gotländern dominiert. Diese handelten die Ostwaren Pelze und Wachs aus dem nordöstlichen Ostseeraum sowie Lebensmittel aus Nordwesteuropa (Butter, Getreide, Vieh und Fisch) auf dieser Route unter Umfahrung von Jütland. Auch friesische Händler waren aktiv und brachten die Ware häufig über Eider und Schlei aus dem Nord- in den Ostseeraum und umgekehrt. Nach der (Wieder-)gründung Lübecks intensivierten deutsche Händler den Warenaustausch über Elbe, Alster und Trave. In der Ostsee setzte mit dem Gotländer Frieden 1160 die Verdrängung der Gotländer durch Deutsche ein. Die steigende Nachfrage nach Waren durch die im Rahmen der Ostkolonisation neu gegründeten und schnell wachsenden deutschen Städte bzw. Staaten (Preußen und Livland) im Ostseeraum belebte den Handel auf diesem Weg zusätzlich. Neben der starken Ostkolonisation fand im kleineren Rahmen eine deutsche Kolonisation in Skandinavien statt: deutsche Handwerker und Kaufleute ließen sich z.B. in Visby und Bergen nieder und nahmen später über Jahrzehnte paritätisch an der Stadtverwaltung teil. Anders als im südlichen Ostseeraum wurde die einheimische Bevölkerung dabei aber nicht dominiert. Zusätzliche Bedeutung erhielt dieser Seeweg, weil es entlang der Ostseeküste keine befestigten (Römer-)straßen gab und das Gebiet abseits der Städte nur sehr dünn besiedelt war. Entlang dieser Linie lagen die wendischen, preußischen und livländischen Städte. Die Führung der gleichnamigen Städtebünde hatten Lübeck, Danzig und Riga inne.

Der Nord-Süd-Weg von Magdeburg nach Bergen

Dieser Weg war ebenfalls sehr alt und verband die Harzer Bergwerke und die Salinen Lüneburgs mit den Fischvorkommen in Südschweden und Norwegen. Mitteldeutsche Städte an dieser Linie gehörten dem sächsischen Städtebund unter Führung Braunschweigs an, norddeutsche dem wendischen Bund.

Kontore

Die Deutsche Brücke (Bryggen) Handelskontor in Bergen
Die Deutsche Brücke (Bryggen) Handelskontor in Bergen

Hauptartikel: Kontor

Kontore der Hanse waren in Nowgorod der Peterhof, in Bergen die Tyske Bryggen, in London der Stalhof und das Hansekontor in Brügge; an ihrer Spitze standen gewählte Oldermänner und Beisitzer. Ihre Aufgabe war es, den Schutz der kaufmännischen Interessen gegenüber den auswärtigen Mächten wahrzunehmen, zugleich aber auch, die Einhaltung der den Kaufleuten zugestandenen Freiheiten durch die Kaufleute selbst zu überwachen, zu deren Befolgung diese sich bei der Aufnahme in die Kontorgemeinschaft eidlich verpflichten mussten. Ferner gab es Statuten, die das Zusammenleben der Kaufleute und Fragen des örtlichen Handels regelten, es gab eine eigene Kasse, es gab ein eigenes Siegel. Aber die Kontore galten nicht als Mitglieder der Hanse.

Die sog. Nowgoroder Schra ist die einzige vollständig erhaltene Sammlung von Vorschriften eines der vier Hansekontore.

Soziales

Hansekaufleute

Bild:Holbein, Hans - Georg Gisze, a German merchant in London.jpg
Georg Giese, 34 Jahre, Kaufmann aus Danzig im Londoner Stalhof an seinem Arbeitsplatz (1532)

Der auf sich allein gestellte, das volle Risiko tragende, nur auf eigene Rechnung Handel treibende Kaufmann war in der Hanse des 14. und 15. Jh. der Ausnahmefall. Der typische Hansekaufmann des späten Mittelalters war Mitglied einer oder mehrerer Handelsgesellschaften. Seit dem 12. Jh. sind die einfache Selschop, eine kurzfristige Gelegenheitsgesellschaft, bei der ein Kaufmann auf die Handelsreise Kapital oder Ware eingibt, Risiko und Gewinn geteilt wurden, und die Sendeve, das Kommissionsgeschäft, bei dem der Gewinn des beauftragten Kaufmanns durch festen Lohn oder eine Provision ersetzt wurde und der Auftraggeber das alleinige Risiko trug. Bei dem am häufigsten vorkommenden Typ der freien Gesellschaft brachten zwei oder mehr Partner Kapital in gleicher oder unterschiedlicher Höhe ein; Gewinnausschüttung und Verlustzuweisung erfolgten je nach Anteil. Es gab neben den aktiven Gesellschaftern häufig auch mehrere stille Teilhaber. Gewöhnlich blieb die Dauer der Gesellschaft auf wenige Jahre befristet. Gerade die größeren Hansekaufleute mit Handelsbeziehungen zwischen Ost und West waren in mehreren solcher Gesellschaften vertreten, um das Risiko besser zu verteilen. Bei der Wahl der Gesellschaftspartner spielten verwandtschaftliche Beziehungen immer eine große Rolle.

Dollinger stellt einige dieser Kaufleute schlaglichthaft heraus: den Hamburger Kaufmann Winand Miles; Johann Wittenborg aus Lübeck ob der Tragik seiner Biographie; den Dortmunder Tidemann Lemberg ob seiner Skrupellosigkeit; den deutschstämmigen Stockholmer Johann Nagel ob seiner Assimilationskraft; die europaweit agierenden Brüder um Hildebrand Veckinchusen für die unterschiedlichen Erfolgsvarianten einer interfamiliären kaufmännischen Zusammenarbeit; den Lübecker Hinrich Castorp als Beispiel für den nahezu klassischen Hansekaufmann seiner Zeit und die Gebrüder Mulich als Beispiel des Einbruchs der Hansekaufleute in den oberdeutschen Handel. In der zeitgenössischen Kunstszene stachen die Porträts der Hansekaufleute im Londoner Stalhof hervor, die Hans Holbein der Jüngere abbildete. Jacob van Utrecht porträtierte den erfolgreichen Kaufmann des beginnenden 16. Jahrhunderts in seiner Arbeitsumgebung und mit den notwendigen Utensilien. König Ludwig I. von Bayern nahm den Lübecker Bürgermeister Bruno von Warendorp stellvertretend für die Hansekaufleute und ihre Führungskraft in seine Walhalla auf.

Beispiel für den erfolgreichen Hansekaufmann des 17. Jahrhunderts ist sicher der Lübecker Thomas Fredenhagen, der trotz veränderter Handelsströme noch von Lübeck aus sehr erfolgreich weltweit im Wettbewerb mit Bremern und Hamburgern agierte.

Nachwirkungen

Treuhänder und Erben

Wo immer die Hanse als Bezugspunkt städtischer Traditionen beschworen wird, gelten die Hanseaten als weltoffen, urban, nüchtern und zuverlässig, aristokratisch-reserviert und steif. Lübeck, Hamburg und Bremen werden mit solchen Klischees gern verbunden. Die Städte nahmen den Begriff Hansestadt allerdings erst im 19. Jh. in ihren Staatstitel auf - über eineinhalb Jahrhunderte nachdem die Hanse bereits erloschen war.

Hansaplatz und Hansaport

Die Hanse wird den positiven Erscheinungen der Geschichte zugerechnet. Wo immer eine Stadt einst der Hanse angehört hat, scheint dies ihr Ansehen zu heben und es lässt sich damit werben. Plätze, Straßen und Bauten erinnern daran: Hansaplatz, Hansastraße, Hanseatenweg, Hansahof, Hanse-Viertel, Hansaport um nur Beispiele aus Hamburg und Lübeck anzuführen. Zahlreiche öffentliche und private Bauten und Firmen beschwören vermeintliche Hansetradition und führen Bezeichnungen wie Hanse, Hansa, hanseatisch oder hansisch zum Bestandteil ihres Namens. Das weist oft auf ihren Sitz oder ihre Zuständigkeit hin, etwa im Fall eines Hanseatischen Oberlandesgerichts, einer Hanseatischen Versicherungsanstalt von 1891, der Deutschen Lufthansa oder des Fussballvereins F.C. Hansa Rostock. Zumeist dient es jedoch als eine Art Gütesiegel, das markenrechtlich nur sehr eingeschränkt, zumeist nur als Bildmarke schutzfähig ist.

Hansebund der Neuzeit

Hauptartikel: Hansetag

1980 wurde in Zwolle die „neue Hanse“ als Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte über die Grenzen hinweg gegründet. Ihr Ziel ist neben der Förderung des Handels auch die Förderung des Tourismus. Seitdem wird in jedem Jahr ein Hansetag der Neuzeit in einer ehemaligen Hansestadt abgehalten.

linguistische Bedeutung

Die mittelniederdeutsche Sprache der Hanse, die die Lingua franca des Mittelalters in Nordeuropa war, beeinflusste die Entwicklung der skandinavischen Sprachen deutlich.

Hanseatensprichwort

Groß sind die Menschen auf dem Land,
aber noch größer sind die Menschen auf der See

Siehe auch

Bild:Hansekogge Bremerhaven uf.jpg
Ein Hansekoggen. Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurden die Koggen mehr und mehr vom ähnlichen Holk, danach vom Kraweel abgelöst.

Literatur

  • Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse — Lebenswirklichkeit und Mythos, 2 Bde., Hamburg 1989. Katalog der Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte in Hamburg 24. August-24. November 1989. Textteil in 4. Auflage, Schmidt-Römhild, Lübeck 2006.
  • Philippe Dollinger: Die Hanse, 5. Auflage, Stuttgart 1998, ISBN 3520371057.
  • Ernst Hering: Die Deutsche Hanse. 2. Auflage. Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig 1942, 4091-2135.
  • Rolf Hammel-Kiesow: Hanse. 3. Auflage, München 2004, ISBN 3406447317.
  • Kalr Pagel: Die Hanse. Neu bearbeitet von Friedrich Naab. Georg Westermann, Braunschweig 1983.
  • Dieter Zimmerling: Die Hanse - Handelsmacht im Zeichen der Kogge. Bindlach, 1993, ISBN 3-8112-1006-8.
  • Pitz, Ernst: Bürgereinung und Städteeinung.Studien zur Verfassungsgeschichte der Hansestädte und der deutschen Hanse, Köln-Weimar (Böhlau) 2001. ISBN-10 3-412-11500-2, ISBN 978-3-412-11500-5

Weblinks

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