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Hannelore Kohl
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Johanna Eleonore Kohl, geborene Renner, (* 7. März 1933 in Berlin; † 5. Juli 2001 in Ludwigshafen) war die Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl.
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Leben
Hannelore Kohl wuchs in Leipzig auf. Ihr Vater, Wilhelm Renner, war Betriebsdirektor und Prokurist der Hugo Schneider AG (HASAG), dem größten Rüstungsbetrieb in Mitteldeutschland von 1939 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.
Während des letzten Kriegswinters 1944/1945 erlebte die Elfjährige beim Bahnhofsdienst, den sie jede zweite Woche leisten musste, diese Szenen: Nach Döbeln kamen Züge mit Verwundeten von der russischen Front, denen Hannelore und andere Schüler die Verbände wechselten. Das Mädchen half beim Bergen von Toten und bei der Versorgung von Flüchtlingen, die teilweise wochenlang bei Minusgraden in offenen Waggons unterwegs waren. Einige ihrer Säuglinge waren erfroren. Hinzu kamen Bombenangriffe mit Personen- und Sachschäden.
Anfang Mai 1945 begaben sich Mutter und Tochter nach Leipzig und trafen sich dort wieder mit dem Vater. Nachdem die Amerikaner am 1. Juli 1945 aus Westsachsen und Thüringen abzogen, um den Russen Platz zu machen, flüchtete die Familie nach Mutterstadt in der Pfalz, wo die Eltern des Vaters lebten. Anfangs wohnte die Familie Renner in einer Waschküche, später zog sie mehrfach um.
Während eines Klassenfests in Ludwigshafen lernte Hannelore Renner 1948 im Alter von fünfzehn Jahren den achtzehnjährigen Helmut Kohl kennen, den sie nach zwölf Jahren Bekanntschaft am 27. Juni 1960 heiratete.
Hannelore Kohl begann ein Sprachenstudium, das sie bedingt durch den Tod ihres Vater vorzeitig beenden musste. Aufgrund dessen begann sie eine kaufmännische Lehre als Fremdsprachenkorrespondentin.
Bis in die 1980er Jahre widmete sich Hannelore Kohl der Erziehung der 1963 und 1965 geborenen Söhne Walter und Peter. 1983 gründete sie das Kuratorium ZNS (2005 umbenannt in ZNS – Hannelore Kohl Stiftung) für Unfallverletzte mit Schäden des Zentralnervensystems und wurde dessen Präsidentin. 1988 wurde sie für ihre Arbeit mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet, weitere Ehrungen folgten.
Nach unwidersprochenen Berichten Helmut Kohls hat Hannelore Kohl an dem sog. Zehn-Punkte-Programm zum Erreichen der deutschen Einheit und Selbstständigkeit mitgewirkt. Helmut Kohl trug dieses Programm ohne Abstimmung selbst mit dem Koalitionspartner am 28. November 1989 dem Deutschen Bundestag vor.
Da Hannelore Kohl ausgezeichnet Englisch und Französisch sprach, konnte sie hervorragend mit Staatsgästen umgehen. Zu Ehefrauen der Staatsmänner baute sie zum Teil freundschaftliche Beziehungen auf.
Im Jahr 2001 verübte Hannelore Kohl im Alter von 68 Jahren Suizid.
Im Gedenken an Hannelore Kohl hat die Stadt Ludwigshafen im Mai 2004 eine Uferpromenade am Rhein nach ihr benannt.
Krankheit und Tod
Über die Umstände von Hannelore Kohls Krankheit und Tod gibt es in der Öffentlichkeit zahlreiche Spekulationen. Ihren eigenen Angaben im März 2001 zu Folge hat sie seit 1993 an einer Lichtallergie gelitten (vermutlich ausgelöst durch Penicillin-Einnahme). Laut Medienberichten soll sie in den letzten Monaten ihres Lebens das Haus nur nach Sonnenuntergang verlassen haben und tagsüber hinter verschlossenen Rollläden gelebt haben. Nach Angaben ihres Mannes in Interviews, die er mehrere Jahre später gab, litt sie an unerträglichen Schmerzen. Diese Qualen hätten sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bis zu ihrem Tod gesteigert. Eine Behandlungsmöglichkeit gab es laut den Aussagen Helmut Kohls nicht mehr. Die Anwendung einer naheliegenden Palliativmedizin, die nicht heilt, aber Linderung zum Ziel hat und in der Onkologie üblich ist, wird in den einschlägigen Medienberichten nicht erwähnt. In einem 2006 ausgestrahlten Interview erläutert Helmut Kohl, dass er von dem Plan eines Freitodes seiner Frau wusste. Sie starb an einer Überdosis Tabletten, die sie einnahm, als ihr Mann in Berlin weilte. Ihm und ihren Söhnen hinterließ sie einen Abschiedsbrief.
Theater
Um die leidensvolle Lebensgeschichte von Hannelore Kohl geht es in Johann Kresniks Tanzstück HANNELORE KOHL, das im Dezember 2004 in der Bonner Oper uraufgeführt wurde.
Die Oper „Licht“ von Dea Loher (Libretto) und Wolfgang Böhmer (Musik) hatte am 19. August 2004 an der Neuköllner Oper Premiere.
Literatur
- Dona Kujacinski, Peter Kohl: Hannelore Kohl. Droemer Knaur, Köln 2002, ISBN 3-426-27271-7.
- Patricia Clough: Hannelore Kohl. DVA, Stuttgart 2002, ISBN 3-421-05615-3.
Weblinks
- Literatur von und über Hannelore Kohl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung
- Seite über Dea Lohers Oper "Licht"
- Das Leben und Sterben der Hannelore Kohl in Die Zeit 10/2002
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kohl, Hannelore |
| ALTERNATIVNAMEN | Hannelore Renner (Mädchenname) |
| KURZBESCHREIBUNG | Frau des deutschen Bundeskanzlers a.D. Helmut Kohl |
| GEBURTSDATUM | 7. März 1933 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 5. Juli 2001 |
| STERBEORT | Ludwigshafen |
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