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Hann. Münden
Aus Fotonexus.
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||||
| Landkreis: | Göttingen | ||||
| Koordinaten: | Koordinaten: 51° 25′ N, 9° 41′ O51° 25′ N, 9° 41′ O | ||||
| Höhe: | 123 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 121,11 km² | ||||
| Einwohner: | 25.173 (30. Dez. 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 208 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 34346 (alt: 3510) | ||||
| Vorwahl: | 05541 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | GÖ | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 52 016 | ||||
| Stadtgliederung: | 11 Ortsteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Lotzestraße 2 34346 Hann. Münden | ||||
| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Klaus Burhenne (CDU) | ||||
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Hann. Münden (früher Hannoversch Münden oder Münden genannt) ist eine Mittelstadt im Landkreis Göttingen, südliches Niedersachsen, an der Grenze zu Hessen.
In Hann. Münden befindet sich der Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser. Aufgrund der drei Flussnamen reklamiert die Stadt gelegentlich den Beinamen Drei-Flüsse-Stadt für sich. Bekannt ist die Stadt außerdem durch die Grabstelle des Wanderarztes Doktor Eisenbarth, der verstarb, als er in Münden Station machte. Von der Lage der Stadt im Weserdurchbruchstal soll auch Alexander von Humboldt angetan gewesen sein. Über das oft verwendete Humboldt-Zitat, Münden sei „eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt“, gibt es aber keine schriftlichen Aufzeichnungen.
Inhaltsverzeichnis |
Namensgebung
Der ursprüngliche Name der Stadt „Münden“ führte schon sehr früh zu mannigfaltigen Verwechslungen mit dem ähnlich klingenden Minden, das auch an der Weser liegt und früher von der Handelsschifffahrt in ähnlichen Zusammenhängen aufgesucht wurde. Um für auswärtige Beziehungen ein Unterscheidungsmerkmal zu finden, schuf man die Bezeichnungen „Hannoversch Münden“ oder „Hannöverisch Münden“ im Gegensatz zu „Preussisch Minden“ bzw. „Minden in Westfalen“ oder auch „Minden/Westfalen“. „Hannover“ wurde nicht wegen der Stadt, sondern wegen des Kurfürstentums und späteren Königsreichs Hannover als Vorwort gewählt. Die spätere Eingliederung in die preußische Provinz Hannover blieb beim Stadtnamen unberücksichtigt, denn sonst hätte er in „Niedersächsisch Münden“ umbenannt werden müssen. So hieß die Stadt weiterhin „Hannoversch Münden“. Goethe und die Gebrüder Grimm schrieben meist „Minden“, manchmal mit dem Zusatz „Hannöverisch“ o. Ä. Nach Münden adressierte Post tauchte regelmäßig in Minden, Hannover und manchmal auch München auf.
Der Name „Hannoversch Münden“ ist aber ein wenig lang und passte zum Beispiel nicht auf die Fahrkarten der Hannöverschen Südbahn. Er führte akustisch aufgenommen zu so abstrusen Konstruktionen wie „Hannover-Schmünden“ oder auch „Hannover-Münden“, was einen 110 Kilometer entfernt liegenden Stadtteil von Hannover vorgaukelte. Auch „Hannover bei Münden“ oder „Hannover bei München“ wurden damals gesichtet. Die moderate Abkürzung „Hann. Münden“ (oft fälschlich „Hann.-Münden“, was wieder den Stadtteil vermuten ließe), lässt sich einigermaßen deutlich aussprechen und auch vom Ortsunkundigen soweit verstehen, dass er es wiedererkennbar niederschreiben kann. Bei der Gebietsreform 1971 ist der Versuch gescheitert, einfach nur „Münden“ durchzusetzen.
Seitdem heißt die Stadt offiziell „Hann. Münden“, verbrieft in der Hauptsatzung der Stadt, 2006 letztmalig festgeschrieben und so geführt beim Statistischen Bundesamt. Die Einwohner der Stadt nennen sich „Mündener“, obwohl rechtlich seit 1971 „Hann. Mündener“ korrekt wäre.
Geographie
Lage
Die Kernstadt von Hann. Münden liegt etwa auf ein Drittel der Luftlinie von Kassel nach Göttingen zwischen dem Bramwald im Norden, dem Reinhardswald im Westen und dem nördlichsten Ausläufer des Kaufunger Walds im Süden. Die zuerst und zuletzt genannten Waldgebiete bzw. Mittelgebirge sind je ein Teil vom Naturpark Münden.
Die Stadt liegt in den Tälern der Flüsse Werra und Fulda, deren Zusammenfluss zur Weser in Hann. Münden am Tanzwerder durch den vielbesuchten Weserstein markiert ist. Westlich des nördlichen Ortsteils Volkmarshausen mündet die aus dem Bramwald kommende Schede in die Weser ein.
Stadtgliederung
Mit dem „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen“ wurden die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss der bisherigen Kreise Münden, Duderstadt und Göttingen zum heutigen Landkreis Göttingen geschaffen. Dieses Gesetz trat zum Stichtag 1. Januar 1973 in Kraft. Im Zuge dieser Verwaltungs- und Gebietsreform wurden gleichzeitig die Gemeinden neu geordnet und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt setzt sich die Stadt Hann. Münden aus der Kernstadt und insgesamt zehn Ortsteilen zusammen.
- Kernstadt: Altmünden, Blume, Hermannshagen, Innenstadt, Neumünden, Stadtgebiet „über der Bahn“ (Galgenberg, Vogelsang, Kattenbühl).
- Ortsteile: Bonaforth, Gimte (mit Hilwartshausen), Hedemünden, Hemeln (mit Bursfelde und Glashütte), Laubach, Lippoldshausen, Mielenhausen, Oberode, Volkmarshausen, Wiershausen.
Nachbarorte
Nachbargemeinden in der Umgebung sind unter anderen Fuldatal, Reinhardshagen, Scheden, Staufenberg und Witzenhausen. Nicht weit entfernte größere Ortschaften sind Dransfeld und Jühnde und im Südwesten liegt die Großstadt Kassel.
Geschichte
Die Gründung der Stadt ist nicht genau belegt. Die erste urkundliche Erwähnung in einem Dokument von 1183 spricht schon von einer Stadt. Eine Siedlung „Gimundi“ an der Stelle des jetzigen Altmünden wurde schon ungefähr 802 an die Reichsabteien Fulda und Corvey verschenkt. Dort hat sich Kaiser Heinrich III. im Jahr 1049 aufgehalten.
1247 erhielt Münden das Privileg des Stapelrechts, das der Stadt zu einem großen Aufschwung verhalf. Erst 1823 wurde das Mündener Stapelrecht aufgehoben. Im 16. Jahrhundert war Münden durch den Weserhandel die wichtigste Handelsstadt bis Bremen für Waren vor allem aus Thüringen. Gehandelt und auf der Weser transportiert wurden vor allem Färberwaid, damals ein wichtiges blaues Färbemittel, Glas, Textilien, Flöße mit Holz und Getreide aus Thüringen. Von der Nordsee kamen weseraufwärts Heringe und andere Fische.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt nach mehrtägigem Beschuss durch die Soldaten Tillys eingenommen und ein Großteil der Bevölkerung umgebracht.
1776 wurden in Münden fast 20.000 hessische Soldaten eingeschifft, die der Landgraf von Hessen-Kassel Friedrich II. an den hannoverschen Kurfürsten und König von Großbritannien, Georg III., verkauft hatte. Sie wurden für den Kampf gegen die amerikanischen Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt. Kaum mehr als die Hälfte kamen zurück.
Am 8. Mai 1856 erhielt die Stadt erstmals durch die Hannöversche Südbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Strecke führte von Hannover, Göttingen und Dransfeld nach Hann. Münden; die heutige Verbindung über Eichenberg kam erst 20 Jahre später. Am 23. September 1856 wurde die Hannöversche Südbahn bis Kassel verlängert. Zur Vermeidung einer Linienführung über kurhessisches Gebiet wurde die Strecke ab Göttingen über Dransfeld geführt. Dafür nahm man Steigungen von bis zu 18 Promille in Kauf. Dieser Streckenabschnitt Göttingen-Dransfeld-Münden, der 1980 stillgelegt und noch bis 1995 als Güteranschlußgleis genutzt wurde, bekam so den Beinamen Dransfelder Rampe.
Diese Hauptstrecke, an der sich heute noch die Streckenkilometrierung bis Kassel orientiert, wurde von Anbeginn zweigleisig gebaut, während Hannover-Göttingen und Münden-Kassel zuerst eingleisig waren. Diese hatte als einzige Bahnstrecke im Königreich Hannover bei Hann. Münden einen Tunnel, was für den König der aussschlaggebende Grund für den Bau bis Hann. Münden gewesen sein soll. Wahrer Grund des Tunnelbaus waren jedoch Kostengründe und der Wunsch, die Strecke möglichst in Höhenlage bis Kassel zu führen. So befindet sich auch der Mündener Bahnhof in Hanglage, relativ weit vom historischen Stadtkern.
1868 wurde die Königlich Preußische Forstakademie Hannoversch Münden vom preussischen König Wilhelm I. gegründet. 1870 folgte die Eröffnung des Forstbotanischen Gartens. Die Akademie wurde 1922 umbenannt in Forstliche Hochschule und 1939 der Georg-August-Universität Göttingen in die Forstwissenschaftliche Fakultät angegliedert; der Umzug der Fakultät erfolgte 1970/1971.
1876 eröffnete die Halle-Kasseler Eisenbahn ihre Verbindung. Im Knotenbahnhof Eichenberg bestand ebenfalls Anschluss nach Göttingen.
Von 1885 - 1972 war das damalige Münden Kreisstadt des Landkreises Münden, der am 1. Januar 1973 im Landkreis Göttingen aufging.
Seit 1901 war Hann. Münden mit einigen Unterbrechungen Pioniergarnison. Am 1. Oktober d. J. zog das Hessische Pionier-Bataillon Nr. 11, bis dahin in Mainz-Kastel gelegen, in die neu erbaute Kaserne in Neumünden ein und verblieb, später in Kurhessisches Pionier-Bataillon Nr. 11 umbenannt, bis 1920. Für eine Übergangszeit von 1921 - 1934 war die ehemalige Pionierkaserne Sitz der Hessisch-Nassauischen Polizeischule. Von 1934 - 1945 lag in dem jetzt in Kurhessen-Kaserne umbenannten Areal zunächst das Pionierbataillon 9, aus dem später die Pionierbataillone 29 und 49 hervorgingen. Mit Aufstellung der Bundeswehr zogen wieder Pioniere in die Kurhessenkaserne ein, von 1956 - 1958 zunächst das Panzer-Pionierbataillon 5, das anschließend in Pionierbataillon 2 umbenannt wurde und bis zur Auflösung infolge der mit der deutschen Einheit verbundenen Truppenreduzierung 1993 Hausherr in der Kaserne blieb.
Über Jahrhunderte wurden im Kaufunger Wald nicht nur am Kleinen Steinberg Basalt und Braunkohle abgebaut, die auf der Kohlenstraße und von 1894 bis 1931 über die Steinberg-Drahtseilbahn nach Hann. Münden transportiert wurden.
Politik
Wappen und Flagge
Das Wappen der Stadt Hann. Münden zeigt in rotem Schild eine silberne Burg mit breitbedachtem, blaugedecktem und goldbekröntem Mittelturm zwischen jeweils zwei spitzbedachten, blaugedeckten Seitentürmen; im Torbogen ein roter Schild, darin ein blaubewehrter goldener Löwe; über dem Tor am Mittelturm ein gotisches schwarzes M.
Die Farben der Stadt sind gelb und rot. Die Flagge zeigt die Farben gelb und rot in zwei gleichbreiten Längsstreifen.
Städtepartnerschaften und -freundschaften
Die Stadt Hann. Münden unterhält mit folgenden ausländischen Kommunen eine Städtepartnerschaft:
- Bild:Blason ville fr Suresnes (Hauts-de-Seine).svg Suresnes (Frankreich) seit 1970
- Bild:Flag of Israel.svg Holon (Israel) seit 1988
- Bild:POL Chełmno COA.svg Chełmno nad Wisłą, Polen (dt. Kulm an der Weichsel) seit 1990
Der Altkreis Münden unterhielt eine Partnerschaft zum Londoner Stadtteil Hackney, die nach der Kreisreform 1973 vom Landkreis Göttingen weitergeführt wird. Außerdem unterhält Münden freundschaftliche Beziehungen zu den folgenden deutschen Kommunen:
- Bild:Coat of arms of Berlin.svg Berlin-Steglitz seit 1962
- Bild:Wappen Oberviechtach.jpg Oberviechtach (Geburtsstadt Doktor Eisenbarths) seit 1978
- Bild:Wappen Quedlinburg.png Quedlinburg (im Rahmen der Städteunion der Fachwerkstädte) seit 1990
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
Bild:Hann muenden 002.jpg Fachwerkensemble |
Bild:Hann. Münden Rathaus.jpg Rathaus Hann. Münden |
Bild:Blasius-Kirche.jpg St.-Blasius-Kirche |
Bild:Alter Packhof.jpg Alter Packhof |
Bild:Hannoversch Muenden01.jpg Straßenzug mit Fachwerkbauten |
Hann. Münden ist reich an restaurierten Fachwerkhäusern (über 700 im historischen Stadtkern) und kann zum Teil mittelalterliche Kirchen (St. Blasius, St. Ägidien) vorweisen. Auch eindrucksvolle Bauten der sog. Weserrenaissance bereichern das Bild der Stadt, zu nennen sind insbesondere das Welfenschloss und das historische Rathaus. Einige Partien der mittelalterlichen Stadtmauer einschließlich der Wehrtürme sind erhalten.
Die auch als „Drei-Flüsse-Stadt“ bezeichnetete Stadt Hann. Münden erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen für ihr Stadtbild, etwa die Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“. Innerhalb des Gesamtensembles der historischen Altstadt und in dessen Umgebung sind als besondere Bauwerke insbesondere hervorzuheben:
- Rathaus: Im Zentrum des Stadtkerns befindet sich das Rathaus, dessen Kern ein gotischer Saalbau aus dem 14. Jahrhundert bildet. In den Jahren 1603 bis 1618 wurde das Gebäude durch den Lemgoer Baumeister Georg Crossmann umgebaut und erhielt seine bis heute erhaltene Schmuckfassade. Vom Mittelalter bis heute diente das Gebäude als Sitz von Stadtrat und (Teilen der) Stadtverwaltung. Die untere Rathaushalle („Koph-Hus“) ist mit Wandmalereien geschmückt, die Auszüge aus der Stadtgeschichte zeigen. Die obere Rathaushalle („Hochtiedshusaquo" = Hochzeitshaus) wird heute zur Durchführung von Ausstellungen genutzt. An der nördlichen Fassade befindet sich ein Glockenspiel, das täglich um 12:00, 15:00 und 17:00 Uhr einen Figurenumlauf mit Szenen aus dem Leben des weltberühmten Doktor Johann Andreas Eisenbarth zeigt.
- Welfenschloss: Fertiggestellt wurde das erste Mündener Schloss im Jahr 1501 durch Herzog Erich I. (Calenberg-Göttingen) als gotischer Bau. Es handelte sich um ein Residenzschloss mit Verwaltungssitz. Nach fast vollständiger Vernichtung dieses Schlosses bei einem Brand im Jahr 1560 baute Herzog Erich II. das Schloss im Stil der frühen Weserrenaissance wieder auf. Später verlor das Welfenschloss mehr und mehr an Bedeutung und wurde nur noch vereinzelt als Aufenthaltsort der Landesherren genutzt. Ein erneuter Brand im Jahr 1849 zerstörte den Südflügel, der anschließend nicht wieder aufgebaut wurde. Erhalten sind im heutigen Welfenschloss, in dem das Stadtarchiv, die Stadtbücherei, das Amtsgericht und das Städtische Museum untergebracht sind, zwei Renaissance<b/>gemächer mit flächendeckenden Wandmalereien.
- Alte Werrabrücke: die Steinbrücke über die Werra verbindet den Stadtkern mit der Vorstadt Blume. Sie wurde vor 1329 erbaut und ist eine der ältesten Steinbrücken Niedersachsens.
- Historischer Packhof: An der Spitze der Schlagden, die dem Umschlag von Waren auf den Schifffahrtswegen Weser, Werra und Fulda dienten, befindet sich der Packhof. Dieses klassizistische Gebäude, das in den Jahren 1839/1840 errichtet worden ist, hebt sich durch seine Größe und seine im Vergleich zu den reich verzierten Fachwerkhäusern schlichte Fassade hervor. Im alten Packhof sind heute ein Hotel sowie Ausstellungsflächen untergebracht.
- Weserstein: Auf der Spitze des Tanzwerders, am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser, befindet sich der als Weserstein bezeichnete und mit einem Gedicht versehene Findling.
- Weserliedanlage: Am Hang hoch oben über Hann. Münden und dem Weserstein steht auf der rechten Flussseite der hier beginnenden Weser die Weserliedanlage. Erinnert wird an den Dichter des Weserliedes (Dingelstedt) und den Komponisten des Liedes (Pressel). Von der Weserliedanlage kann man seine Blicke weit über das Stadtgebiet schweifen lassen.
- Tillyschanze: Als Erinnerung an die Belagerung Mündens durch den Feldherrn Tilly im Jahr 1626 wurde im Reinhardswald oberhalb der Stadt ein Aussichtsturm errichtet. Auf Anregung einer Bürgerinitiative wurde der als Tillyschanze bezeichnete Turm in den Jahren 1881 – 1885 errichtet. Neuere Forschungen belegen zwar, dass Tilly seine Kanonen nicht an dieser Stelle, sondern am Fuldaufer aufgestellt hatte, dennoch lohnt sich wegen des Blicks auf die Altstadt ein Besuch des Aussichtsturms.
- Rotunde: Hierbei handelt es sich um ein Tor der historischen Stadtbefestigung, mit dessen Bau im Jahr 1502 unter Herzog Erich I. begonnen und welches im Jahr 1579 unter Erich II. fertiggestellt worden ist. Heute befindet sich im Inneren des Gebäudes eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege und an der Südseite für die Opfer der Gewalt des Nationalsozialismus.
- Forstbotanischer Garten: In dem zwar kleinen, aber artenreichen botanischen Garten befinden sich über 700 unterschiedliche Gehölz<b/>arten und -formen, die täglich besichtigt werden können.
- Wasserspuren: Das Projekt „Wasserspuren“ ist im Rahmen der EXPO 2000 entstanden. Durch die gesamte Altstadt ziehen sich verschiedene Wasserläufe, Brunnen und Wasserspielplätze. Ergänzt werden diese Installationen durch den EXPO-Themenpfad „Wasser“ und Installationen des EXPO-begleitenden Kunstprojektes „3 Räume - 3 Flüsse“ auf dem Doktorwerder, einer kleinen Insel in der Werra.
- Freilichtbühne: Die Ruine der Freilichtbühne liegt am Kattenbühl auf dem Tannenkamp mitten im Wald und bietet Raum für etwa 800 Zuschauerplätze. Die Anlage wurde vom Reichsarbeitsdienst erbaut und Pfingsten 1933 eingeweiht. Der örtliche Verein „Spielbühne“ hat die seit Jahrzehnten nur noch sporadisch genutzte Bühne 2005 renoviert und will einen geregelten Spielbetrieb in den Sommermonaten aufnehmen (geplanter Start 20. August 2005).
Touristische Routen
Hann. Münden liegt außerdem an verschiedenen touristischen Routen:
- Automobil: Deutschen Märchenstraße, Deutschen Fachwerkstraße, Straße der Weserrenaissance, Deutschen Ferienroute Alpen-Ostsee
- Fahrrad: Werratal-Radweg, Weser-Radweg
- Wanderwege: Studentenpfad, Frau-Holle-Pfad
Wiederkehrende Veranstaltungen
- Doktor-Eisenbarth-Spiele (in den Sommermonaten auf einer Freilichtbühne vor dem Rathaus)
- Herbst-/ Bauernmarkt (letzter September-Sonntag)
- Rosenfest (Mitte Juni, mit Wahl der Rosenfee)
Infrastruktur und Wirtschaft
Verkehrsanbindungen
Die Stadt ist über die zwei Anschlussstellen Hann. Münden-Lutterberg und Hann. Münden-Hedemünden an die A 7 angebunden und verfügt somit über eine gute Lage am übergeordneten Verkehrsnetz. Außerdem liegt Hann. Münden im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 3 und B 80. Des Weiteren ist Hann. Münden auch an die B 496 angebunden, die von Hann. Münden zur A 7 zur Anschlussstelle Lutterberg führt.
Darüber hinaus sind vom Bahnhof des Mittelzentrums Hann. Münden an der Halle-Kasseler Eisenbahn aus mit Regionalzügen die Städte Göttingen, Kassel, Halle und Erfurt zu erreichen, in denen Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn besteht.
In der Gemeinde Calden, rund 20 Kilometer von Hann. Münden entfernt, befindet sich der Regionalflughafen Kassel-Calden.
In der Sommersaison (1. Mai bis 15. September) bestehen Linien-Schiffsverbindungen über die Fulda täglich von und nach Kassel-Altmarkt.
Überörtliche Einrichtungen
- Bildungsinstitut der Polizei Niedersachsen (ehemalige Landespolizeischule)
- Grotefend-Gymnasium Münden für den Schulbezirk des ehemaligen Landkreises Münden
- Logistik-Zentrum der Polizei Niedersachsen
- Nephrologisches Zentrum Niedersachsen, Fachklinik für Innere Medizin/Nephrologie, Urologie und Nierentransplantation
- Niedersächsische Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Fakultät Polizei (ehemalige Landespolizeischule)
- Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA), Abteilung „Waldressourcen“ (ehemalige Hessische Forstliche Versuchsanstalt Hann. Münden)
- Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten die in Hann. Münden geboren (* und Jahreszahl) oder verstorben († und Jahreszahl) sind oder einen wichtigen Teil ihrer Lebensleistung in Hann. Münden erbrachten:
- Karl Graf von Berlepsch (* 1882), Schriftsteller und Lyriker
- Elisabeth von Brandenburg, setzte als Frau von Erich I. von ihrer Leibzucht Münden aus die Reformation in Südniedersachsen durch
- Heinrich Christian Burckhardt, Forstwissenschaftler und von 1844-1849 erster Lehrer der Forstschule Münden
- Gustav Eberlein, unterhielt als aus dem Landkreis Münden stammender Bildhauer in Hann. Münden einen Wohnsitz mit Atelier
- Johann Andreas Eisenbarth († 1727), wandernder Chirurg und Augenarzt
- Hans Joachim Fröhlich, Forstwissenschaftler an der Forstakademie Münden
- Georg Friedrich Grotefend (* 1775), Lehrer und Wissenschaftler, Entzifferer der Keilschrift
- Karl Hasel, Forstwissenschaftler, lehrte von 1964-1970 in Hann. Münden
- Horst Kramer, Forstwissenschaftler an der Forstakademie Münden
- Rudi Lotze (* 1921), Gewerkschaftler und Politiker (SPD), MdB
- Burghard von Lüpke, Forstwissenschaftler, studierte von 1962 - 1964 in Hann. Münden
- Alexander Mitscherlich, Chemiker, baute die erste Zellulosefabrik der Welt nach dem Sulfit-Verfahren (1877) in Hann. Münden auf
- Waldemar Mitscherlich (* 1877), Staatswissenschaftler
- Heinrich Pforr († 17. September 1970), deutscher Maler
- Lucy Redler (* 17. August 1979), Politikerin im Bundesvorstand der WASG
- Reinhard Schober, Forstwissenschaftler an der Forstakademie Münden
- Cordula Tollmien, ist eine in Hann. Münden lebende deutsche Historikerin und Kinderbuchautorin
- Adam von Trott zu Solz, Diplomat, Widerstandskämpfer während der NS-Zeit, bestand 1927 in Hann. Münden das Abitur
- Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch, Forstwissenschaftler und Ornithologe an der Forstakademie Münden
- Ernst Wollweber (* 1898), Minister für Staatssicherheit der DDR
- Hanne Wieder (* 1925), Kabarettistin, Schauspielerin, Sängerin
- Peter-Klaus Witkowski (* 19. April 1949), Generalarzt und seit Oktober 2006 Stellvertretender Amtschef und Chef des Stabes im Sanitätsamt der Bundeswehr in München
- Ferdinand Wüstenfeld (* 31. Juli 1808) war ein deutscher Orientalist.
Literatur
- Andrea Bulla: Am Anfang war die Stadt. Archäologische Spurensuche im mittelalterlichen Hannoversch Münden, Rahden/Westf. 2004. ISBN 3-89646-927-4
- Martin Czichelski: Die Gründung der Stadt Münden unter dem Einfluss der Welfen. Eine interdisziplinäre Betrachtung der wissenschaftlichen Forschung, Münden 2002.
- H. Fiedler (u. a.): Münden im Bild der Jahrhunderte. Beschreibendes Verzeichnis der Darstellungen der Stadt und der heute zu ihr gehörenden Orte in der Graphik des 16. bis 19. Jahrhunderts, Hannoversch Münden 1983.
- Wilhelm Lotze: Geschichte der Stadt Münden nebst Umgebung mit besonderer Hervorhebung der Begebenheiten des dreißigjährigen und siebenjährigen Krieges, 2. Aufl. Münden 1909.
- Johann Dietrich von Pezold: Das Stapelrecht der Stadt Münden 1247-1824. Ein erster Überblick, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 70 (1998), S. 53-71.
- Helmut Saehrendt: Hannoversch Münden. Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt, sehenswertes in der Stadt, Hannoversch Münden 2002.
- Joachim von Stockhausen: Hann. Münden und die Schiffahrt auf Werra, Fulda und Weser, Göttingen 2003. ISBN 3-89533-441-3
- Manfred Lückert: Die Werra - Landschaft und Leben am Fluss zwischen Thüringer Wald und Hann. Münden, Verlag Rockstuhl, 2006, ISBN 3-938997-26-5
Weblinks
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