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Hallenkirche
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Der Bautyp der Hallenkirche ist durch die Gestalt des Langhauses gekennzeichnet. Dessen Schiffe sind von gleicher oder annähernd gleicher Höhe, oft unter einem einzigen gemeinsamen Satteldach vereinigt. Zusammen mit der Saalkirche, der Basilika und dem Zentralbau bildet er einen der vier Grundtypen des christlichen Kirchenbaus.
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Formen
Neben der am häufigsten anzutreffenden dreischiffigen Form, gibt es auch fünfschiffige und asymmetrische mit nur einem Seitenschiff. Hallenkirchen können schlichte Holzbalkendecken oder Gewölbe besitzen. Sie sind mit oder ohne Querhaus anzutreffen und mit unterschiedlicher Ausbildung des Chors erbaut. Da differenzierte Raumgliederungen zurücktreten, wirken Hallenkirche durch ihren großzügigen Innenraum.
Von einer pseudobasilikalen Hallenkirche spricht man, wenn die Raumhöhe in den Seitenschiffen entsprechen der Dachneigung deutlich unter der des Mittelschiffs bleibt. Im Unterschied zur Basilika hat die Hallenkirche keinen Obergaden (auch Lichtgaden), sondern eine Seitenwand über die volle Höhe des Bauwerks, deren Dimension, neben statischen Bedingungen, zu der Entwicklung der mit diesem Bautypus verbundenen gotischen Fensterhöhe bis dahin unbekannter Maße führte.
Geschichte
Wohl seit dem 9. Jahrhundert begann in Italien die Entwicklung des dreischiffigen gewölbten Raumes, unterhalb des Chors als Grablege genannt. Eine solche Hallenkrypta zeigt z.B. auch der Dom zu Speyer. Frühe Beispiele von Hallenkirchen in Deutschland stammen aus dem 12. Jahrhundert. Seit dem 14. Jahrhundert wird dieser Bautyp bei Stadtpfarrkirchen bevorzugt. Als bedeutendste frühgotische Hallenkirche gilt die Elisabethkirche in Marburg.
In der Gotik, insbesondere der Spätzeit, war die Hallenkirche besonders für Deutschland kennzeichnend, und gilt als typisch deutsche Sonderform „gotischen“ Stils. Auftraggeber für den Kirchenbau war im Spätmittelalter immer öfter nicht mehr der Adel, sondern das aufstrebende Bürgertum: die Hallenkirche scheint diesen Verhältnissen angemessener: die Kirchgänger sind hier als einheitliche Gemeinde vereint und sitzen nicht verteilt in voneinander getrennten Logen. Bei der Hallenkirche entfallen gegenüber der Basilika eine Fensterzone, das Triforium, und die Strebebögen – einfache Strebepfeiler genügten.
Regionale Bauformen
In den Städten Westfalens erreichten bürgerliche Hallenkirchen eine Sonderform von im Ideal quadratischem Grundriss. Wichtige Beispiele sind die Petrikirche in Dortmund, die Wiesenkirche in Soest und die Lambertikirche in Münster. Eine der ältesten westfälischen Hallenkirchen, an der sich die Entwicklung des westfälischen Typs der Hallenkirche, der architektonisch bis nach Nordosteuropa ausstrahlte, gut ablesen lässt, ist die Hohnekirche in Soest. Der Gemeinderaum dieser Kirche ist tatsächlich breiter als lang.
In Österreich wurde nach bedeutenden Vorläufern in Tulln (Dominikanerkirche) mit dem 1295 geweihten Hallenchor der Stiftskirche Heiligenkreuz eines der größten und zugleich innovativsten Beispiele dieses Bautypus errichtet. Ausgehend davon begann 1327 der Bau des Neuberger Münsters, einer besonders eindrucksvollen, architektonisch einheitlichen und klaren Halle mit geradem Chorabschluss.
Eine weitere Form des Kirchenbautyps mit gleich hohen Schiffen stellen die so genannten obersächsischen Hallenkirchen dar. Beispiele sind der Freiberger Dom, die St. Wolfgangskirche (Schneeberg), die Marienkirche in Marienberg, die St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz) und die Kirche St. Marien in Pirna.
Die größte spätgotische Hallenkirche östlich von Wien ist die Schwarze Kirche in Kronstadt, Siebenbürgen aus dem 14. Jahrhundert.
Weitere Hallenkirchen
Deutschland
Baden-Württemberg
Bayern
- St. Martin (Amberg)
- St. Johannes in Dingolfing
- Münster Zur Schönen Unserer Lieben Frau (Ingolstadt)
- Martinskirche (Landshut)
- Basilika St. Jakob (Straubing)
- Die Chöre von St. Sebald und St. Lorenz (Nürnberg)
- Die Frauenkirche (Nürnberg)
- St. Maria zu Weißdorf
- St.Georg in Dinkelsbühl
Brandenburg
Hamburg
Hessen
- Stadtkirche (Bad Hersfeld)
- Stadtkirche Unserer Lieben Frau in Friedberg (Hessen)
- Stadtkirche St. Marien in Homberg (Efze)
Mecklenburg-Vorpommern
- Stadtkirche St. Marien Plau am See. (13. Jh.)
Niedersachsen
- Kirche St. Viktor Damme. (Turm: 11. Jh., Neubau 1906)
Nordrhein-Westfalen
- Propsteikirche St. Peter und Paul (Bochum)
- Propsteikirche (Dortmund)
- Essener Münster
- Dom zu Minden
- Münsterkirche in Herford
- St. Nicolai in Kalkar
- Marienkirche in Lemgo
- Neustädter Marienkirche in Bielefeld
- St. Lambertus (Düsseldorf)
- Überwasserkirche (Münster)
- Stadtkirche Unna
- Abteikirche Hamborn
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Österreich
Tschechien
Mähren
Böhmen
- St. Veit in Český Krumlov
- Dechantskirche in Tábor
- St. Ägidius in Trebon
- St. Jakob in Prachatice
- Pfarrkirche in Rozmberk
Polen
- Marienkirche Danzig
- Maria auf dem Sand (Breslau)
- Kathedrale in Frombork
- St. Johannes in Thorn
- St. Jakobs-Kathedrale in Nysa
Schweiz
- Leonhardskirche in Basel
- Stadtkirche in Elgg
- Stadtkirche in Diessenhofen
- Burgkirche in Raron
- Notre-Dame in Orbe
- St-Germain in Savièse
- St. Johann in Müstair
Siehe auch
Weblinks
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