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Großösterreich
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Der Plan eines Großösterreich nach seinen maßgeblichen Initiatoren auch Schwarzenberg-Bruck-Plan oder in der Literatur auch als 70-Millionenprojekt bezeichnet, war ein Vorschlag zur Lösung der Deutschen Frage nach der Revolution 1848/49. Das Vorhaben war ein gescheiterter Versuch der österreichischen Politik anstelle der einfachen Wiederherstellung des Deutschen Bundes, der kleindeutschen und der großdeutschen Lösung ein von Österreich dominiertes vereinigtes Deutsch-Österreichisches Staatsgebilde zu schaffen.
Die österreichische Regierung hatte sich nach dem endgültigen Ende der Revolution gegen die großdeutsche Lösung ausgesprochen und die kleindeutschen Unionspläne Preußens mit allen Mitteln bekämpft. Als Alternative zum preußischen Konzept präsentierte Staatskanzler Felix zu Schwarzenberg am 9. März 1849 das Projekt eines übernationalen Staatenblocks in Mitteleuropa. Dazu sollte der Deutsche Bund, sowie die bislang nicht dazu gehörenden preußischen Gebiete und die gesamten österreichische Monarchie gehören. Zusammen hätten in diesem Gebiet damals etwa 70 Millionen Einwohner gelebt. Dieser Plan war allerdings weit von den Forderungen nach der Schaffung von Nationalstaaten entfernt. Diese Kritik versuchte Schwarzenberg dadurch aufzufangen, dass er innerhalb der vorgeschlagenen staatlichen Organisation ein Staatenhaus vorschlug, dass sich aus Delegierten der Länderparlamente zusammensetzen sollte. Allein durch die Größe Österreichs hätten die Abgeordnete aus dem Kaisertum die Übermacht gestellt. Geführt werden sollte das Gebilde durch ein siebenköpfiges Direktorium, das aus den ständigen Mitgliedern Österreich, Preußen und Bayern und vier weiteren turnusmäßig wechselnden Repräsentanten kleinerer Staaten. Während der Plan Schwarzenburgs für die nationalen Bewegungen in Deutschland und den slawischen und ungarischen Gebieten kaum annehmbar war, war die nur wenige später bekannt gemachten Vorschläge des österreichischen Handelsministers Karl Ludwig von Brucks eine österreichisch-deutsche Handelsunion für die deutsche Nationalbewegung durchaus annehmbar. Er diente aber nicht zuletzt dazu, über die materiellen Interessen die österreichlastigkeit von Schwarzenbergs Vorschlag in den Hintergrund zu drängen.
Beide Pläne scheiterte am Widerspruch der deutschen Staaten, die eine Hegemonie Österreichs ablehnten.
Literatur
- Jürgen Angelow: Der Deutsche Bund. Darmstadt, 2003. ISBN 3-534-15152-6 S.93-95
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