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Oldenburg (Land)
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| Flagge | Wappen |
|---|---|
| Bild:Oldenburg Flagge.jpg | Bild:Wappen Deutsches Reich - Grossherzogtum Oldenburg.png |
| Karte | |
| Bild:Karte-Oldenburg.pngBild:Karte-Oldenburg-Ex.png | |
| Landeshauptstadt | Oldenburg (Oldenburg) |
| Regierungsform | Monarchie (12. Jhd. - 1918) Republik (1918 - 1945) |
| Staatsoberhaupt | (Groß-)Herzog bis 1918 |
| Dynastie | Haus Oldenburg |
| Bestehen | 12. Jhd.-1945 |
| Fläche | 6.427 km² (?); 5.396 km² (Mai 1939) |
| Einwohner | 545.172 (1925); 582.400 (Mai 1939) |
| Bevölkerungsdichte | 85 Einwohner/km² |
| Entstanden aus | Fürstbistum Lübeck, Grafschaft Oldenburg, Grafschaft Delmenhorst, Herrschaft Jever |
| Aufgegangen in | Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein |
| Stimmen im Bundesrat | 1 Stimme |
| Kfz-Kennzeichen | O I, O II, O III |
| Lage im Deutschen Reich | |
| Bild:Deutsches Reich (Karte) Oldenburg.svg | |
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Das ehemalige Großherzogtum Oldenburg, nach 1918 Freistaat Oldenburg war ein Land des Deutschen Reiches mit der Hauptstadt Oldenburg.
Als Oldenburger Land bezeichnet man im engeren Sinne den nördlichen, älteren Teil des Großherzogtums im heutigen Niedersachsen. Der 1803 hinzu gekommene Südtteil des Landes wurde Oldenburger Münsterland genannt. Hinzu kam das östlich der Weser gelegene Landwürden. Der Begriff Oldenburger Land kann sich sowohl auf die alte Grafschaft als auch auf das Großherzogtum nach 1815 beziehen. Nicht gebraucht wird er allerdings für die weiteren bis 1937 zu Oldenburg gehörenden Gebiete im Landkreis Birkenfeld und in Ostholstein um Eutin und die Lübecker Bucht.
Inhaltsverzeichnis |
Bevölkerung und Fläche
5.396 km²; 582.400 Einwohner (Mai 1939)
Geschichte
Grafschaft Oldenburg
Oldenburg war im Alten Reich eine Grafschaft, die sich rund um die 1108 erstmals erwähnte Siedlung Oldenburg entwickelte und im Laufe der Geschichte größere Gebiete hinzugewinnen konnte. Die Oldenburger Grafen stammten wohl aus dem Osnabrücker Nordland. Anfangs noch Vasallen des sächsischen Welfenfürsten Heinrichs des Löwen nutzten sie dessen Entmachtung durch Kaiser Barbarossa zur Selbständigkeit
Nach der Schlacht bei Altenesch erwarben die Oldenburger 1234 das Land der Stedinger, später mehrere friesische Gebiete und zuletzt 1575 durch Erbschaft die Herrschaft Jever. Im 16. Jahrhundert wurde die Grafschaft im Zuge der Reformation lutherisch, mit Ausnahme der reichsunmittelbaren Herrschaft Kniphausen, die reformiert wurde.
Größere Bedeutung erlangte das Haus Oldenburg, als Graf Dietrich von Oldenburg († 1440) eine Tochter von Gerhard VI. von Schleswig-Holstein-Rendsburg heiratete. Dietrichs jüngerer Sohn führte die gräflich-oldenburgische Linie weiter, die 1667 erlosch. Dietrichs älterer Sohn Christian wurde 1448 als Christian I. zum König von Dänemark und 1460 zum Landesherrn von Schleswig-Holstein gewählt. 1667, nachdem Graf Anton Günther ohne Erbfolger verstorben war, erbte diese Linie auch Oldenburg, allerdings ohne Jever und Kniphausen (eine Herrschaft mit - ehemaliger - Wasserburg bei Accum, am heutigen Ortsrand von Wilhelmshaven). Die Herrschaft Jever fiel als sogenanntes Kunkellehen an das Fürstentum Anhalt-Zerbst und kam auf diese Weise später in den Besitz der Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst.
Herzogtum Oldenburg
Durch Ländertausch gelangte die Grafschaft Oldenburg im Vertrag von Zarskoje Selo 1773 an das Oberhaupt des Hauses Holstein-Gottorp, den späteren Zaren Paul, der das Land vier Tage später seinem Vetter dem Fürstbischof von Lübeck, Friedrich August abtrat, der daraufhin von Kaiser Joseph II. 1774/1777 in den Herzogsstand erhoben wurde. Das Herzogtum bestand somit aus zwei räumlich getrennten Teilen, Oldenburg und dem Hochstift Lübeck (bis zur Säkularisation 1803, dann Fürstentum Lübeck) mit der Residenzstadt Eutin.
1785 starb Friedrich August. Sein Neffe Peter Friedrich Ludwig übernahm für den geistesschwachen leiblichen Sohn Peter Friedrich Wilhelm als Koadjutor Nachfolge und Amtsgeschäfte. Unter ihm wurde Oldenburg wieder zur Residenzstadt. Als Peter Friedrich Wilhelm 1823 verstarb nahm Peter Friedrich Ludwig auch den Titel Herzog an. 1803 erlangte Oldenburg im Reichsdeputationshauptschluss im Tausch gegen den Elsflether Weserzoll als Entschädigung das hannoversche Amt Wildeshausen sowie aus dem aufgelösten Hochstift Münster die Ämter Vechta und Cloppenburg. Das Hochstift Lübeck wurde in ein erbliches Fürstentum umgewandelt.
Obwohl das Land dem Rheinbund beigetreten war, wurde es von Napoléon Bonaparte 1810 zu Frankreich geschlagen. Herzog Peter Friedrich Ludwig lehnte die ihm als Ersatz angebotene kaiserliche Domäne Erfurt ab und emigrierte nach Russland, wo Zar Alexanders Schwester Katharina Pawlowna mit seinem Sohn Georg seit 30.04.1809 verheiratet war.
Großherzogtum Oldenburg
Nach dem Sturz Napoleons kehrte Peter Friedrich Ludwig 1814 in sein Land zurück. Auf dem Wiener Kongress 1815 folgte die Erhebung zum Großherzogtum, Peter Friedrich Ludwig nahm den Titel aber Zeit seines Lebens nicht an. Zusätzlich erhielt Oldenburg als weitere Exklave das Fürstentum Birkenfeld an der Nahe, so dass das Staatsgebiet nunmehr drei Teile umfasste. Im Jahre 1818 erhielt Oldenburg die Herrschaft Jever vom russischen Zaren Alexander I. zurück.
Nach dem Tode Peter Friedrich Ludwigs im Jahre 1829 übernahm sein Sohn Paul Friedrich August die Regierung und nahm gleichzeitig auch den Titel Großherzog an. Im Zuge der Deutschen Revolution trat am 28. Februar 1849 das Staatsgrundgesetz, die erste oldenburgische Verfassung, in Kraft. Es wurde bereits 1852 wieder revidiert. Nach dem Beitritt zum Deutsch-Österreichischen Postverein wurden am 5. Januar 1852 die ersten Briefmarken des Großherzogtums Oldenburg ausgegeben. Diese hatten allerdings im Fürstentum Birkenfeld keine Gültigkeit, denn dieses wurde postalisch von Preußen verwaltet.
Im Jahre 1853 wurde Nikolaus Friedrich Peter Großherzog von Oldenburg. Unter seiner Regierung wurde 1854 die Herrschaft In- und Kniphausen zurückerworben. Im gleichen Jahr trat Oldenburg dem Deutschen Zollverein und im Jahr 1867 dem Norddeutschen Bund bei. Zu Beginn des Jahres 1864 wurde in Oldenburg mit dem Verein zur Pflege verwundeter Krieger die zweite nationale Rotkreuz-Gesellschaft der Geschichte gegründet, die Schirmherrschaft über den Verein übernahm Nikolaus Friedrich Peter. Am 1. Januar 1868 gab das Großherzogtum Oldenburg sein eigenes Postregal auf. Im Deutschen Krieg 1866 kämpften Oldenburgische Truppen auf Seiten Preußens gegen Österreich. Ebenfalls nahm das Oldenburgische Infanterieregiment Nr. 91 am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 teil. Nach 47 Jahren Regierungszeit stirbt Nikolaus Friedrich Peter im Jahr 1900.
Ihm folgte sein Sohn Friedrich August, der jedoch im Zuge der Novemberrevolution am 11. November 1918 dem öffentlichen Druck nachgeben musste und auf den Thron verzichtete.
Regierende Herzöge und Großherzöge (Gottorp)
| Name | Herrschaft | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Friedrich August I. | 1773 - 1785 | |
| Peter Friedrich Wilhelm | (1785 - 1823) | nur Titularherzog; wegen Geisteskrankheit unter Regentschaft seines Cousins |
| Peter Friedrich Ludwig (1. Mal) | 1785 - 1810 | seit 1785 Prinzregent |
| unter französischer Besatzung und Regierung | 1810 - 1813 | |
| Peter Friedrich Ludwig (2. Mal) | 1813 - 1829 | seit 1785 bereits Prinzregent, seit 1823 selbst Herzog, seit 1815 de-jure Großherzog |
| Paul Friedrich August | 1829 - 1853 | Annahme des Großherzogstitels |
| Nikolaus Friedrich Peter | 1853 - 1900 | |
| Friedrich August II. | 1900 - 1918 | Abdankung als Monarch, jedoch weiterhin Oberhaupt des Hauses Oldenburg |
Nach dem Ersten Weltkrieg
Freistaat/Land Oldenburg
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Thronverzicht des Großherzogs Friedrich August wurde Oldenburg zur Republik. Als Freistaat Oldenburg war Oldenburg eines der Länder des Deutschen Reichs.
Bei den Landtagswahlen im Mai 1931 bekam die die NSDAP 37,2 % der Stimmen und wurde erstmals in einem Landtag die stärkste Fraktion. Nach den erneuten Wahlen im Mai 1932 erhielt die NSDAP mit 48,5% erstmals in einem Land die absolute Mehrheit der Sitze. Mit den Stimmen der bürgerlichen Rechten (DNVP und Landvolk) wurde im Juni Carl Röver zum Ministerpräsidenten einer nationalsozialistischen Regierung gewählt.
Zeit des Nationalsozialismus
1933-1945 war das Land zusammen mit Bremen einem Reichsstatthalter unterstellt, bis 1942 dem vorherigen Ministerpräsidenten Röver, anschließend Paul Wegener.
Mit Wirkung vom 1. April 1937 wurden seine beiden Exklaven Birkenfeld und Lübeck durch das Groß-Hamburg-Gesetz in das Land Preußen ausgegliedert. Der Landesteil Birkenfeld wurde der Rheinprovinz und der Landesteil Lübeck als Kreis Eutin der Provinz Schleswig-Holstein (heute ein Teil des Kreises Ostholstein) eingegliedert. Gleichzeitig erhielt Oldenburg von Preußen die ehemals zur Provinz Hannover gehörige Stadt Wilhelmshaven.
Ministerpräsidenten
Die Präsident des Landesdirektoriums 1918 – 1919 bzw. Ministerpräsidenten des Freistaates Oldenburg:
- 11. November 1918 bis 21. Juli 1919: Bernhard Kuhnt , USPD
- 21. Juli 1919 bis 17. April 1923 sowie April 1945 bis 31. Okt. 1946: Theodor Tantzen (* 1877 - † 1947), DDP, ab 1945 FDP
- 17. April 1923 bis 13. Juli 1930: Eugen von Finckh (* 1860 - † 1930) parteilos
- 14. November 1930 bis 16. Juni 1932: Friedrich Cassebohm (* 1872 - † 1951)
- 16. Juni 1932 bis 5. Mai 1933: Carl Röver (* 1889 - † 1942), NSDAP
- 6. Mai 1933 bis April 1945: Georg Joel (* 1898 - † 1981), NSDAP
Reichsstatthalter
Reichsstatthalter für Oldenburg und Bremen mit Sitz in Oldenburg:
- 6. Mai 1933 bis 15. Mai 1942: Carl Röver
- 27. Mai 1942 bis April 1945: Paul Wegener (* 1908 - † 1993)
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Das Land Oldenburg und die Vereinigung zum Land Niedersachsen
Mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ erhält das Land Hannover seine rechtlichen Grundlagen.
Am 23. November 1946 genehmigt die britische Militärregierung die Vereinigung des Landes Braunschweig (mit Ausnahme des östlichen Teils des Landkreises Blankenburg sowie der Exklave Calvörde des Landkreises Helmstedt, die an die sowjetische Besatzungszone fallen und in das Land Sachsen-Anhalt integriert werden), des Landes Hannover (mit Ausnahme des Amtes Neuhaus, das an die sowjetische Besatzungszone fällt und erst 1993 Niedersachsen wieder angegliedert wird), des Landes Oldenburg und des Landes Schaumburg-Lippe zum neuen Land Niedersachsen.
In einem erfolgreichen Volksentscheid am 19. Januar 1975 stimmten die Bürger gegen den Verbleib Oldenburgs im Land Niedersachsen und für die Eigenständigkeit. Der Bundestag lehnte es mit dem Gesetz vom 9. Januar 1976 ab, das Land Oldenburg wiederherzustellen.
Die wesentlichen Bestandteile des bisherigen Landes Oldenburg werden als Verwaltungsbezirk Oldenburg Bestandteil des neuen Landes. Bis 1978 blieb der Verwaltungsbezirk Oldenburg bestehen und ging am 1. Februar 1978 im neuen Regierungsbezirk Weser-Ems auf. Mit der Auflösung der Regierungsbezirke zum 1. Januar 2005 endete die Geschichte der Stadt Oldenburg (Oldb) als Regierungssitz. Für die kulturellen Belange im Oldenburger Land (einschließlich des Oldenburger Münsterlandes) ist die Oldenburgische Landschaft zuständig.
Verwaltungsgliederung des Freistaates Oldenburg
eingerückt die Ämter, aus denen die Kreise 1933 gebildet wurden
- Stadtkreis Delmenhorst (seit 1903)
- Stadtkreis Oldenburg (Oldb.)
- Stadtkreis Wilhelmshaven (ab 1938, zuvor preußische Provinz Hannover)
- Landkreis Ammerland:
- Amt Oldenburg (teilw.)
- Amt Westerstede
- Landkreis Cloppenburg:
- Amt Cloppenburg
- Amt Friesoythe
- Landkreis Friesland:
- Stadt Jever (seit 1855)
- Stadt Varel (seit 1858)
- Amt Jever
- Amt, seit 1911 Stadt Rüstringen (bis 1937)
- Amt Varel
- Landkreis Oldenburg:
- Amt Delmenhorst
- Amt Oldenburg (teilw.)
- Amt Wildeshausen
- Landkreis Vechta:
- Amt Vechta
- Landkreis Wesermarsch (seit 1939):
- Amt Wesermarsch (1933-1939), hervorgegangen aus:
- Amt Brake
- Amt Butjadingen
- Amt Elsfleth
- Amt Wesermarsch (1933-1939), hervorgegangen aus:
Ferner zwei Landesteile:
- Birkenfeld; siehe Landkreis Birkenfeld; ab 1938 preußische Rheinprovinz
- Landesteil Lübeck; siehe Landkreis Eutin; ab 1938 preußische Provinz Schleswig-Holstein:
Literatur
- Georg Sello: Die territoriale Entwicklung des Herzogtums Oldenburg. Neudruck der Ausgabe Göttingen 1917, Wenner, Osnabrück 1975
- Hermann Lübbing: Oldenburg, Historische Konturen. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1971, ISBN 3-87358-045-4
- Albrecht Eckhardt, Heinrich Schmidt (Hrsg.): Geschichte des Landes Oldenburg. 3. Aufl. Holzberg, Oldenburg 1998, ISBN 3-87358-285-6
- Hans Patze, Ernst Schubert (Hrsg.): Geschichte Niedersachsens. 3 Bände, Lax, Hildesheim, (letzter Band 3, Teil 1: 1998, ISBN 3-7752-5901-5)
- Eilert Tantzen: Lebensbilder der leitenden Forstbeamten Oldenburgs und Abriss der Entwicklung des oldenburgischen Forstwesens von 1600 bis 1960. Aus dem Walde, Heft 5. Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hannover 1962
- Eilert Tantzen: Oldenburgische Försterchronik 1650-1950. Einschließlich der ehemals oldenburgischen Landesteile Lübeck (1773-1937) und Birkenfeld (1817-1937). Aus dem Walde, Band 53. Isensee, Oldenburg 2000, ISBN 3-89598-753-0
- Rainer Rheude, Peter Kreier: Das Oldenburger Land, 2007, ISBN 978-3-89995-371-8
Weblinks
- Das Großherzogtum Oldenburg 1815-1918
- Gemeinden des Großherzogtums Oldenburg 1910
- Der Freistaat Oldenburg im Überblick
- Verwaltungsgeschichte Land Oldenburg
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