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Gothic Rock

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Der Gothic Rock ist ein Stil der Rockmusik, der Ende der 1970er Jahre aus dem Post-Punk-Umfeld hervorging und in den 1980er und frühen 1990er Jahren populär war. Aufgrund seiner zahlreichen Verwurzelungen im Punk-, Glam- und Psychedelic Rock, sind die Ausdrucksformen mannigfaltig. Bedeutende Vertreter dieser Zeit waren Bauhaus, Siouxsie & The Banshees, The Sisters of Mercy oder Fields of the Nephilim.

In der Mitte der 1990er starb das Genre – bis auf wenige Künstler – nahezu vollständig aus. Es erlebte jedoch mit der Jahrtausendwende ein kurzzeitiges Revival, das sich durch starke Verschränkungen zum amerikanischen Death Rock äußerte.

Inhaltsverzeichnis

Stilistische Merkmale

Der Gothic Rock ist durch sein Bass- und Gitarrenspiel und seiner – in der Regel mit elektronischen Sound-Effekten unterlegten – Klangfarbe gekennzeichnet, zahlreiche Gothic-Rock-Songs sind psychedelisch geprägt. Typische Effekte sind Flanger, Delay (Verzögerung) oder Reverb (Hall-Effekte), meistens in Zusammenspiel mit warmen Overdrive- oder klaren Gitarren-Sounds (so genannte moody slide guitars). Dies kann man vor allem bei Bands wie Bauhaus, Siouxsie & The Banshees, The Cure oder den Frühwerken der Sisters of Mercy hören. Viele der frühen Gothic-Songs fußen auf der Spielweise des Punk. Sie verwenden jedoch klare Melodiebögen und verzichten dabei auf den permanenten Einsatz ganzer Akkorde.

Gothic Rock wird üblicherweise im Moll (Phrygischer oder Aölischer Modus) gespielt, aber auch Tonarten in Dur sind präsent. Die Gitarren bzw. Bass-Gitarren werden generell heruntergestimmt, was einen tiefen, dunklen bzw. schweren Klang und damit den gewünschten Effekt erzielt. Charakteristisch ist zudem der Einsatz einer Rhythm-Box bzw. eines Drumcomputers, wie ihn Bands wie The Sisters of Mercy, Clan of Xymox oder The Garden of Delight nutzten.

Ab Ende der 1980er und vor allem in den 1990er Jahren griffen zahlreiche Gothic-Rock-Bands, wie Fields of the Nephilim, auf Elemente des Hard Rock zurück und drifteten zunehmend in den Metal-Bereich ab, womit der Gothic Rock als eigenständige Musikform an Bedeutung verlor.

Geschichte

Vordenker

Als wichtige Vorläufer der frühen Gothic-Musik und Hauptinspirationen der ersten beiden Gothic-Generationen sind David Bowie, The Doors, The Velvet Underground sowie die Künstler Lou Reed und Nico, aber auch Leonard Cohen zu nennen.

Bereits 1967 veröffentlichte die amerikanische Psychedelic-Rock-Band The Doors ihr gleichnamiges Debüt, das sowohl thematisch als auch lyrisch der später als Gothic betitelten Musik ähnelte. So verwundert es nicht, dass The Doors bereits 1967 die erste, als Gothic Rock bezeichnete Band waren. Es sollte jedoch noch über ein Jahrzehnt vergehen, bevor der Begriff Gothic Rock im britischen Raum an Bedeutung gewann. Etwa gleichzeitig erschein das erste Album der von Andy Warhol gegründeten, experimentellen Rockband The Velvet Underground, die sich ebenso wie die daran mitwirkende Solistin Nico für Bands wie Siouxsie & The Banshees oder Bauhaus als wegweisend erwies. Besonders die ursprünglich für nur einen Auftritt gegründete Band Siouxsie & The Banshees bezogen sich auf Andy Warhol, vor allem auf seine Idee der 15 Minuten Ruhm. Nico selbst lieferte mit den als düster und selbstzerstörerisch empfundenen Solowerken „Marble Index“ (1969) und „The End“ (1973) verschiedenen Gothic-Bands ein nachhaltig beeinflussendes Vorbild.

1976 veröffentlichten The Doctors of Madness mit „Late Night Movies, All Night Brainstorms“ als eine der ersten Bands eine Mischung aus Punk und Glam Rock, die damals zwar erfolglos blieb, den Sex Gang Children oder Alien Sex Fiend jedoch musikalisch wie auch visuell einige Grundideen vorweg nahm. Im Umfeld von Glam Rock und Punk traten 1977 Künstler wie David Bowie und Iggy Pop hervor und ebneten mit den in Kooperation entstandenen Werken „Low“ (David Bowie) und „The Idiot“ (Iggy Pop) der späteren Musik-Szene den Weg. Speziell Iggy Pops „The Idiot“ wurde von Joy Division oder The Sisters of Mercy als das für ihren eigenen Werdegang prägende musikalische Werk bezeichnet.

Ursprung und Weiterentwicklung

Als Gothic Rock bezeichnet man einen dem Post-Punk-Umfeld entwachsenen Musikstil, der Einflüsse aus dem Glam- und Psychedelic Rock aufweist. Dieser Stil entstand Ende der 1970er Jahre in England in der allgemeinen Tendenz der damaligen Punk-Szene, sich in neue Genres aufzuspalten. Wichtige Künstler dieser Zeit waren Bauhaus, Siouxsie & The Banshees oder The Sisters of Mercy. 1980 formierte sich in Hamburg die Band Xmal Deutschland, deren Hit Incubus Succubus noch heute die Tanzflächen füllt. Sie zählt zu den ersten deutschen Gothic-Acts während der Zeit der Neuen Deutschen Welle.

Der frühe Gothic Rock, der aufgrund seiner Wurzeln im Post Punk auch als Gothic Punk tituliert wird, ist vielen Hörern unter der Bezeichnung „Batcave“ vertraut, benannt nach einem Londoner Nachtclub, der als Wiege der Gothic-Szene in England gilt. Das US-amerikanische Pendant des „Gothic Punk“ ist der Death Rock, obgleich beide Spielarten stilistisch nicht miteinander identisch sind. Dies liegt insbesondere an den Hard-Rock-Einflüssen, die der Death Rock von Beginn an mit sich führte. Dem frühen Gothic hingegen sind diese Einflüsse prinzipiell fremd.

Bedeutende Vertreter:

In der Mitte der 1980er Jahre bewegte sich der Gothic Rock zunehmend von seinen Punk-Wurzeln weg, bedeutende Vertreter des Genres, wie beispielsweise Bauhaus, lösten sich auf. Während dieser Zeit trat auch der Einfluss des Psychedelic Rock deutlicher hervor. Daneben griffen einige Künstler, wie Fields of the Nephilim, vereinzelt auf Elemente des Hard Rock der späten 1970er Jahre zurück und machten diese Spielart des Gothic Rock populär.

Bedeutende Vertreter:

Seine Blütezeit erlebte der Gothic Rock in den frühen 1990er Jahren, als zahlreiche Musikgruppen versuchten, in die Fußstapfen ihrer Idole zu treten. Nur kurze Zeit später wurde er durch den Gothic Metal aus den Augen der Öffentlichkeit verdrängt.

Gothic Rock im Dark-Wave-Kontext

Der Gothic Rock wird generell dem Dark-Wave-Umfeld zugewiesen, nachdem er im Zuge der New-Wave-/Post-Punk-Bewegung entstanden ist. Mitunter findet man Dark Wave und Gothic jedoch auch nebeneinander stehend vor, was vermutlich auf Werbezwecke (unter anderem Flyer für Musikveranstaltungen oder Werbenanzeigen für Tonträger) bzw. auf die zunehmende Verbreitung der Bezeichnung Gothic Rock im deutschen Sprachraum zurückzuführen ist. Diese war in Deutschland bis zu Beginn der 1990er Jahre nahezu unbekannt.

Demgegenüber ist es möglich, dass in einigen regionalen Szene-Kreisen unter der Bezeichnung Dark Wave das eher sanfte Pendant zu dem als kraftvoll wahrgenommenen Gothic Rock verstanden wurde.

Literatur

  • Peter Matzke, Tobias Seeliger: Das Gothic- und Dark Wave-Lexikon, Schwarzkopf & Schwarzkopf (Mai 2003), ISBN 3-89602-522-8
  • Mick Mercer: Gothic Rock Black Book, Omnibus Press (30. Januar 1989), ISBN 0-71191-546-6
  • Mick Mercer: All You Need to Know About Gothic Rock, Pegasus Publishing (21. Oktober 1991), ISBN 1-87389-201-2
  • Dave Thompson: Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic-Rock, Hannibal (März 2004), ISBN 3-85445-236-5

Siehe auch

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