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Goodyear (Luftschiff)

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Goodyear-Luftschiffen; für weitere Bedeutungen des Begriffs siehe Goodyear
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Goodyear-Blimp 1972

Goodyear ist neben Zeppelin wohl die traditionsreichste Firma im Luftschiffbau. Sie kann dabei auf eine ununterbrochene Geschichte der Luftschifffertigung, unter anderem auch in Zusammenarbeit mit Zeppelin, zurückblicken und hatte im Prallluftschiffbau eine ähnliche Bedeutung wie Zeppelin im Starrluftschiffbau. Nach eigenen Angaben fertigte die Firma von 1917 bis 1995 mehr als 347 Luftschiffe, 239 davon auf der Wingfoot-Lake-Luftschiff-Basis.

Goodyear baute den ersten Ballon 1912. Im folgenden Jahr begann die lange Geschichte des Goodyear-Ballonbaus und der -fahrt. 1916 kauft Goodyear etwas Land südöstlich von Akron, um es als Produktionsstätte und Flugfeld zu nutzen. Der Luftschiffbau startete 1917 als die US-Marine 16 Prallluftschiffe des Typs B bestellte. Neun davon baute Goodyear, fünf Goodrich und zwei wurden von Connecticut Aircraft gebaut.

Ein berühmter Angestellter zu Beginn der 1920er war der US-amerikanische Luftschiffpionier Thomas Scott Baldwin.

Als Urahn aller modernen Prallluftschiffe gilt der Blimp „Pilgrim“, der 1925 gebaut wurde. Er hatte ein Volumen von 1560 m³ und einen Sternmotor im Gondelheck mit Schubpropeller. Die Gondel war direkt am Rumpf angebracht. Er führte 4765 Fahrten durch und wurde dann in das Smithsonian Museum überstellt. Bis 1941 hatte Goodyear eine Flotte von elf zivilen Prallluftschiffen aufgebaut. Sie hatten ein Volumen von bis zu 5200 m³ und konnten sechs bis zehn Passagiere befördern.

Zwischen 1925 und 1941 beförderten diese Schiffe bei 151 800 Fahrten in 93 000 Fahrtstunden auf einer Strecke von 6,75 Millionen Kilometern 405 500 Passagiere unfallfrei. Sie dienten auch der Flugausbildung, Materialtests oder der Erarbeitung von Abläufen des Flugbetriebes. Die Luftschiffe besuchten viele Städte und verfügten bereits über sich bewegende Leuchtwerbung am Rumpf. Sie überwachten den Verkehr, halfen Fischern und wurden bei Waldbränden und Überschwemmungen eingesetzt.

1928 erhielt die Good Year Zeppelin Corporation, an der die deutsche Luftschiffbau Zeppelin GmbH zu zwei Dritteln beteiligt war, den Auftrag für den Bau von zwei Großluftschiffen, der USS Akron und USS Macon im Wert von acht Millionen Dollar.

Inhaltsverzeichnis

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte Goodyear weiter Militärluftschiffe für die US-Marine.

Goodyear baute unter anderem das weltgrößte Prallluftschiff ZPG-3W. Ein Luftschiff dieses Typs, von dem insgesamt vier gebaut wurden, war das letzte militärische Luftschiff, dass Goodyear am 4. April 1960 nach Lakehurst auslieferte.

Danach wurden nur noch zivile Luftschiffe gebaut, die als „Goodyear-Blimps“ bekannt geworden sind. Kein anderes Luftschiff ist so eng mit der Bezeichnung "Blimp" verbunden. Diese kleinen Werbeluftschiffe waren Gast in diversen Filmen und sind häufig bei Großveranstaltungen zu sehen, wo sie auch die Funktion von Relaisstationen und Kameraplattform für Rundfunkübertragungen inne haben. Goodyear betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu acht Luftschiffe gleichzeitig.

Die „Goodyear Aerospace Corporation“ wurde 1987 an Loral (Loral Defence Systems Inc.) und Anfang der 1990er inklusive der Typenzertifikate für die GZ-20 und GZ-22 Luftschiffe an Lockheed Martin verkauft. Die vorhandenen Goodyear-Luftschiffe werden von der Goodyear Tire & Rubber Company weiter gewartet und von Zeit zu Zeit aufgearbeitet. Es werden jedoch keine neuen Schiffe mehr gebaut.

2005 waren in Nordamerika drei Goodyear-Blimps vom Typ GZ20 stationiert.

  • „Stars and Stripes“, getauft am 18. Juni 1998, (N1A) Typ GZ-20A stationiert in Pompano Beach, Florida ersetzte damals ein gleichnamiges und technisch fast identisches Schiff mit der Bezeichnung N3A. Die „Stars & Stripes“ verunglückte am 16. Juni 2005 um 18:42 Uhr (Eastern daylight time) in Coral Springs/Florida in einem schweren Gewitter. Nachdem das Wetter für die Landung zu schlecht war und das Gewitter den Zielflugplatz Pompano Beach Airpark erreicht hatte, auf dem das Schiff um 15:30 auch gestartet war, wollte der Pilot dem Unwetter ausweichen. Dies gelang jedoch nicht. Das Schiff geriet in dem schweren Gewitter außer Kontrolle und musste in einem Gewerbegebiet notlanden. Dabei unterbrach es auch einige Stromleitungen, was zu einem Stromausfall für rund 1400 Einwohner führte. Die beiden Insassen wurde nicht verletzt, das Luftschiff jedoch beschädigt. Nach der Notlandung wurde sofort das Helium aus der Hülle abgelassen.
  • „Spirit of America“ (Typ GZ-20A) wurde am 5. September 2002 in Akron, Ohio getauft. Taufpatin war Mrs. Letitia Driscoll, Mutter des NYPD-Officer Stephen Driscoll, der beim Einsturz des World Trade Center am 11. September 2001 umkam. Das Schiff wird von Carson, Kalifornien, aus zwischen Long Beach und Downtown Los Angeles eingesetzt.
  • „Spirit of Goodyear“ (Typ GZ-20A - N3A), wurde am 15. März 2000 von Amerikas erster Astronautin Dr. Sally Ride getauft. Sie ist auf der Goodyear's Wingfoot Lake Airship Facility in Suffield, Ohio stationiert.
Spirit of Europe II
Spirit of Europe II

Weiterhin setzte Goodyear drei Luftschiffe vom Typ ABC A-60+ ein, die von der American Blimp Corporation gebaut wurden und von The Lightship Group betrieben werden. (Stand 2001)

  • „Spirit of Europe 1“ (N2017A, No03) in Europa
  • „Spirit of Europe 2“ (N12ZP, No12) in Europa
  • „Spirit of the Americas“ (N604LG, No14) in Südamerika

Goodyear bietet kommerziell keine Rundfahrten an. Mitfahrgelegenheiten werden in der Regel an Werbekunden sowie Presse und Medien vergeben, die dann über deren Besetzung entscheiden.

Ältere Goodyear-Blimps

Luftschiffe, die zivil genutzt wurden (teilweise auch an das Militär abgegeben oder zurückerhalten; unvollständig)

  • Pony Blimp 1920-1923. Länge: 95 Fuß, Antrieb durch einen Ford-Modell-"T"-Motor. Motor, Pilot und bis zu zwei Passagiere waren in einer offenen Gondel, die unter der Hülle aufgehängt waren untergebracht.
  • „Pilgrim“ gebaut 1925, das erste heliumgefüllte Luftschiff mit Goodyear-Schriftzug
  • „Puritan“ 1928
  • „Resolute“ 1929, ab 1942 mit der US-Marine-Bezeichnung L-4
  • „Enterprise“ Trainingluftschiff zur Zeit des 2. Weltkriegs bei der US-Marine, L-Klasse: L-5
  • „Defender“ 1929, ab 1942 mit der US-Marine-Bezeichnung G-1
  • „Reliance“ Trainingluftschiff zur Zeit des 2. Weltkriegs bei der US-Marine, L-Klasse: L-5
  • „Rainbow“ Trainingluftschiff zur Zeit des 2. Weltkriegs bei der US-Marine, L-Klasse: L-7
  • „Ranger“ Trainingluftschiff zur Zeit des 2. Weltkriegs bei der US-Marine, L-Klasse: L-8
  • „Neponset“
  • „Vigilant“
  • „Mayflower“, getauft: 22. Mai 1929 von Mrs. Arnstein, Frau von Dr. Karl Arnstein nach einer Yacht aus dem Americas Cup. Am 4. November 1930 nahmen die Goodyear Blimps Pilgrim, Neponset, Vigilant, Mayflower, Defender und Puritan an einer Luftschiffparade teil.
  • „Mayflower“ (neues Schiff von 1963, Bild 1973 mit Kennung N1A, typ GZ-19A)
  • „America“ etwa 1970er
  • „Columbia“ 1968-1992 (N4A), stationiert in Kalifornien
  • „Eagle“ 1992-2002, stationiert in Kalifornien
  • „Stars & Stripes“ (N3A), wurde 1998 von der neuen „Stars & Stripes“ (N1A) ersetzt
  • „Spirit of Akron“ (N4A), Typ GZ-22, Erstflug 1987, letztes von Goodyear gebautes Luftschiff, am 22. Oktober 1999 irreparabel beschädigt und dann durch die „Spirit of Goodyear“ ersetzt.

Technische Daten

GZ-20A

Goodyear-Luftschiff von unten
Goodyear-Luftschiff von unten

GZ steht für „Goodyear Zeppelin“. Der GZ-20-Typ basiert auf dem K-Typ, der bereits im Zweiten Weltkrieg für die US-Marine gebaut wurde.

  • Länge: 58,52 m (192 ft)
  • Breite: 15,24 m (50 ft)
  • Höhe: 17,98 m (59.5 ft)
  • Volumen: 5740 Kubikmeter (202 700 cft)
  • Maximale Startmasse 5824 kg (12 840 pounds)
  • Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h (50 mph)
  • Reisegeschwindigkeit 48 km/h (30 mph)
  • Motoren: 2x 155 kW (210 PS)-luftgekühlter Kolbenmotor mit Einspritzung
  • Propeller: Zweiblattpropeller, nicht verstellbar, Durchmesser: 1,98 m
  • Passagiere: 6 + Pilot
  • Flughöhe 300 - 1000 m (3000 m Gipfelhöhe)
  • Kabine: Aluminium-Schweißkonstruktion mit einer Länge von: 6,93 m und fest installiertem Fahrwerk
  • Leiterwerk: Polyestergewebe auf Aluminium- und Stahlgerippe in "+" Konfiguration
  • Hülle: zweilagig, Neopren-impägniertes Polyestergewebe
  • Leuchtwerbetafel: über 165 000 LEDs mit mehr als 256 Farben

GZ-22

Die „Spirit of Akron“ (N4A) war das einzige Luftschiff vom Typ GZ-22. der Erstflug fand 1987 statt. Sie wurde am 22. Oktober 1999 beschädigt, als das Schiff nach Traggasverlust in einer Baumgruppe landete. Danach wurde sie durch die „Spirit of Goodyear“ ersetzt. Bis heute (Stand 2007) ist es das einzige mit Gasturbinentriebwerken (Turboprop) ausgestattete Luftschiff.

  • Länge: 62,64 m (205,5 ft)
  • Breite: 14,33 m (47 ft)
  • Höhe: 18,35 m (60,2 ft)
  • Hüllenvolumen 7018 m³ (247.800 cft)
  • Maximale Startmasse 6804 kg (15.000 pounds)
  • Höchstgeschwindigkeit: 105 km/h (65 mph)
  • Reisegeschwindigkeit 48-64 km/h (30-40 mph)
  • Motoren: 2x 309 kW (420 PS) - Allison 250-B17C Turboprop
  • Propeller: ummantelte Dreiblatt-Zugpropeller, Durchmesser: 1,78 m, schwenkbar um +75°/-30°
  • Passagiere: 8 + 2 Pilotensitze
  • Flughöhe: 300-1000 m (3000 m Gipfelhöhe)
  • Kabine: Stahlrahmen mit Aramid-Sandwich-Faserbundkunstoffverkleidung, Länge: 10,6 m (34.75 ft) mit Einziehfahrwerk
  • Leitwerk: Polyesterfolie auf Aluminiumgerippe mit PU-Beschichtung in "X"-Konfiguration
  • Hülle: zweilagigs neoprenimpägniertes Polyestergewebe
  • Leuchtwerbetafel: 8.064 Lampen

Siehe auch

Weblinks

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