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Globalstar

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Globalstar ist ein Satellitenkommunikationsnetz ähnlich dem Iridiumnetz. Es basiert auf 48 Satelliten, die in etwa 1.400 km Höhe über die Erde ziehen.

Gegründet wurde das Unternehmen Globalstar von einem Zusammenschluss weltweit führender Telefongesellschaften und Geräteherstellern wie: Qualcomm, Alenia, China Telecom (HK), DACOM, DaimlerChrysler Aerospace, Elsacom (ein Finmeccanica-Unternehmen), Hyundai, TE.SA.M (ein France Telecom/Alcatel-Unternehmen), Space Systems/Loral und Vodafone AirTouch. Geführt wird das Unternehmen von Loral Space & Communications.

Inhaltsverzeichnis

Systemarchitektur und Unterschiede zu Iridium

Netzversorgung
Die Bahnneigung der Globalstarsatelliten beträgt 52 Grad (Iridium 86,4 Grad). Dadurch deckt Globalstar (wie auch Inmarsat) nicht die Polkappen ab. Diese werden als einzige über das Iridium-Netz versorgt.

Da die Globalstar-Satelliten keinen Kontakt untereinander haben, können nur Gespräche weitergeschaltet werden, wenn sich in der Ausleuchtzone (=Footprint) des jeweiligen Satelliten gleichzeitg eine Bodenstation befindet. So muss bei GlobalStar im Umkreis von ca. 3000-3500km ein Gateway sein, damit das Netz genutzt werden kann. Bei Iridium werden Gespräche hingegen über Satellite-Interlinks bis zu den derzeit einzige Gateway in Arizona(USA) weitergeleitet, netzinterne Gespräche werden direkt über die Satelliten vermittelt.

Bei Globalstar werden selbst netzinterne Gespräche immer über das am Boden befindliche Gateway und ggf. der konventionellen Telefonnetzinfrastruktur (PSTN) geroutet.

Auf hoher See wie auch in grossen Teilen Afrikas und Südasiens hat das Globalstar-Netz teilweise keinen Empfang, obwohl die Satelliten diese Gebiete theoretisch abdecken. Durch sogenanntes Extended-Coverage ist jedoch teilweise auch ein Empfang auf hoher See (komplette Karibik, große Teile des Nord-Atlantik) möglich.

Aktuell (Stand Januar 2007) werden Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika), Mittlerer Osten, Nordafrika, Australien/Neuseeland und grosse Teile Asiens abgedeckt. Nach langen Verhandlungen wurden aktuell die Rahmenbedingungen für den Betrieb eines Gateways in Südafrika geschaffen. Der Start des Dienstes ist für das Jahr 2007 geplant. Es sollte jedoch immer die aktuelle Versorgungskarte des jeweiligen Serviceproviders konsultiert werden.

Netzstruktur
Der Betrieb des Globalstar-Systems erfolgt von verschiedenen Gateway-Betreibern, die jeweils eine seperate Region bedienen.

Beispiele:

  • GlobalTel für den Großteil der GUS
  • ELSACOM für Nord/Mittel- und Osteuropa
  • Globalstar Europe für West/Mitteleuropa
  • GlobastarUSA für USA

usw.

Das Globalstar Netz selbst besteht streng genommen ausschließlich aus den 48 Satelliten. Dieses sogenannte Globalstar Air Interface (GAI) unterstützt Telefone nach ANSI-41 Standard sowie Geräte nach dem Simkarten-basierten GSM Standard. So enthalten die meisten Gateways die nötige Infrastruktur für ANSI-41 sowie ein MSC für die Vermittlung der Gespräche nach GSM-Standard. Z.Zt. wird jedoch in kleinen Arealen im Bereich süd-ost-Asiens sowie der Karribik nur der ANSI-41 Standard unterstützt, bei dem eine Anmeldung der Geräte bei dem Serviceprovider erforderlich ist. Ein Simkarten-basiertes Roaming ist hier nicht möglich.

Dementsprechend gibt es von Telit und Ericsson GlobalStar/GSM900 Geräte nach GSM-Standard, welche Simkarten basiert sind und auch SMS-Empfang und Versand nach GSM-Standard erlauben. Qualcomm bietet ein ANSI-41 konformes CDMA/AMPS/Globalstar-Trimode Gerät sowie ein ebenfalls nach ANSI-41 Standard arbeitendes reines Globalstar Handset. Als wesentlicher Unterschied ist neben der fehlenden Simkarte die Einschränkung bei SMS zu sehen. So können nur Nachrichten mit einer maximalen Länge von 35 Zeichen empfangen werden, welche über ein Globalstar Webinterface abgesetzt werden müssen. Aufgrund des unterschiedlichen Standards ist ein direkter Empfang von SMS aus GSM-Netzen nicht mögliche, ebenso besteht keine Möglichkeit, SMS zu versenden. Ein Vorteil dieser Geräte ist hingegen die Unterstützung des Packet Switched Data Dienstes (ähnlich GPRS), der von den Telit-Geräten nicht unterstützt wird, ohnehin aber nicht im gesamten Globalstar Netz zur Verfügung steht. Mit dem Erisson-Gerät ist Datenübertragungen nur im GSM-Modus möglich. Aufgrund der RoHS wird nur das Qualcomm GSP-1700 langfristig in Europa verfügbar sein, welches auf Wunsch von Globalstar Inc. keine terrestrische Mobilfunkkomponente mehr besitzt. Zusätzlich bieten sowohl Ericsson als auch Qualcomm Festeinbauten nach dem jeweiligen Standard an.

Zu beachten ist, dass nicht alle Globalstarprovider untereinander Roamingabkommen abgeschlossen haben, so dass nicht automatisch im gesamten Globalstarnetz eine Abdeckung garantiert ist. Weiterhin fallen bei Betrieb der Geräte in den Abdeckungsbereichen eines externen Gateways zusätzliche Roaminggebühren an, so dass die Auswahl des Serviceproviders anhand des Ziellandes getroffen werden sollte. Während unter anderem z.B. Deutschland, Frankreich und Grossbritanien durch Globalstar Europe bedient werden, werden hingegen Italien, die Schweiz und Österreich durch Elsacom abgedeckt. Ein deutlicher Vorteil gegenüber anderen Satellitennetzbetreiber ist, dass dem Teilnehmer eine herkömliche Mobilfunknummer mit der Landeskennzahl des Gatewaybetreibers zugeteilt wird, z.B. +33638, +33640 und +33641 für Globalstareurope (Frankreich) oder +39310 für Elsacom (Italien). Da für eingehende Anrufe im Versorgungsgebiet des Heimatgateways keine weiteren Kosten entstehen, ist ein Globalstar-Satellitentelefon innerhalb des Heimatgateways somit deutlich preisgünstiger zu erreichen als andere Satellitennetze.

Der internationale Globalstar-Ländercode(+8818/+8819) ist bereits zugeteilt worden, wird jedoch nur von GlobalStar do Brazil genutzt.

Einige Anbieter bieten zusätzlich Roamingabkommen mit lokalen GSM oder CDMA Betreibern, so dass über lokal vorhandene Netze eine Indoorversorgung erreicht werden kann.

Datentransfer
Globalstar liefert eine höhere Datentransferrate (9600 Baud = GSM CSD) als das Iridiumnetz (2400 Baud). Weiterhin wird ein kostengüntiger Simplex-Datendienst für Tracking-Lösungen angeboten, bei dem die Sender nach vordefiniertem Intervall Datenpakete mit Positionsdaten versenden. Diese Meldungen werden nicht quittiert. Nach Empfang der ersten Meldung werden später eintreffende identische Pakete verworfen und auch nicht verrechnet.

Roaming
Für die Nutzung des GlobalStar-Netzes ist nicht unbedingt ein eigener seperater GlobalStar-Vertrag notwendig, da es Roamingabkommen mit GSM-Netzbetreibern gibt. Iridium hat hingegen bei der Neustrukturierung des Konzerns keine Roamingabkommen abgeschlossen, so dass für den Gelegenheitsnutzer GlobalStar (trotz der eingeschränkten Versorgung) durchaus Vorteile haben kann. Da jedoch das GlobalStar-Netz über mehrere autonome Gateways betrieben wird, sind seperate Roamingabkommen mit dem gewünschten Gateway erforderlich. Ein Roamingabkommen mit einem einzelnen Gateway bedeutet somit nicht automatisch, dass Roaming im gesamten Netz funktioniert.

Insgesamt sind die Betriebskosten des Globalstar-Netzes im Vergleich deutlich geringer als die des Iridium-Netzes. Für den Endanwender können jedoch auf Grund der komplexen Tarifstruktur und der Unterteilung in Zonen insbesondere bei Nutzung externer Gateways deutlich höhere Gesprächspreise als bei Nutzung anderer Satellitennetze entstehen.

Aktueller Status des Netzes

Laut einer aktuellen Pressemeldung [1] kommt es derzeit auf Grund des zunehmenden Alters der Satelliten zu nachlassender Leistung der Verstärker der S-band Satelliten-Antennen, so das es häufig zu Problemen mit Duplex(Sprach-)Verbindungen kommt. Bis zum Upgrade auf die zweite Globalstarsatellitengeneration, das ab 2009 geplant ist, wird versucht, die Probleme mit acht Ersatzsatelliten und einer Rekonfiguration des Systems auf den Betrieb mit insgesamt 40 weniger stark betroffenen Satelliten weitestgehend abzufangen, was jedoch Probleme bei Handover-Vorgängen zur Folge hat. Ab 2008 wird dennoch mit so signifikanten Einfluss der Störungen auf die Performance des Systems gerechnet, dass kontinuierliche Sprachverbindungen nicht mehr gewährleistet sind. Simplex-Datenverbindungen (z.B. für Tracking-Lösungen) sind nicht betroffen. Bemerkbar macht sich die Störung bereits in einer aktuellen Frost&Sullivan Studie [2]. Hier liegt die "Call Success Rate" bei Globalstar bei ca. 35% - gegenüber ca. 96% bei Iridium. In einer vorausgegangenen Frost&Sullivan Studie aus dem Jahre 2002 [3] schnitt Globalstar noch deutlich besser als Iridium ab.

Die Bekanntgabe der Probleme zum 30. Januar 2007 haben zu einem Fall der Globalstar-Aktie um 28% geführt.

Auf Nachfrage bei ELSACOM ( GlobalStar Service Provider ) liegt die mittlere Versorgungsgüte in EUROPA im März bei 70-75% im Tagesdurchschnitt. Anders als zuvor behauptet ist von Dez. 2006 - Ende Jan. 2007 die gesamte Satellitenkonstellation von 40+x auf 48+x umgestellt worden. Also wieder die ursprüngliche Satellitenkonstellation, eine Folge davon ist aber, das eben durch diese Rekonfiguration des Netzes die Versorgungslücken auftretten, da zZ 8 Satelliten nicht in Betrieb sind ( diese werden im Laufe des Jahres 2007 ersetzt ), danach soll ( im Laufe Okt. 2007 ) wieder eine Versorgungsgüte von min. 90% im Tagesmittel erreicht werden. Diese Aussage widerspricht somit der offiziellen Pressemitteilung des Netzbetreibers.

Weblink

Siehe auch:

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